08.09.2010, 14:19 Uhr
Gemeindepastor Terry Jones wirbt für den "Internationalen Tag der Koran-Verbrennung" (Foto: AP) (Quelle: AP)
Die US-Regierung ist empört über die geplante öffentliche Koran-Verbrennung einer radikalen Kirchengemeinde in Florida. Außenministerin Hillary Clinton kritisiert das Vorhaben scharf und bezeichnete es als "respektlosen, schändlichen Akt". Der Kopf der Aktion, Pastor Terry Jones, war offenbar früher Seelsorger in Köln.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, nannte das Vorhaben eine Provokation. Es zeige Respektlosigkeit gegenüber einer Religion. Er hoffe, dass die Gruppe von ihrem Plan doch noch abrücke.
Zugleich betont Crowley, dass es sich um eine extrem kleine Religionsgemeinschaft handele. Die Welt dürfe Amerika "nicht an der Aktion eines Pastors oder 50 Anhänger" messen. Crowley fügte hinzu, dass die Stadtverwaltung die Aktion verboten habe. Ob sich die Kirchengemeinde daran halten werde, sei allerdings unklar.
Der radikale Pastor und Kopf der geplanten Aktion, Terry Jones, war offenbar lange in Köln als Seelsorger tätig. Das bestätigte die "Christliche Gemeinde Köln". Gleichzeitig verurteilte sie sein Vorhaben scharf: "Wir distanzieren uns von dieser Aktion und möchten damit nicht in Verbindung gebracht werden", sagte der zweite Vorsitzende der freikirchlichen Glaubensgemeinschaft, Stephan Baar. Zwischen der Gemeinde und Jones sei es 2008 zum Bruch gekommen. Seitdem gebe es keinen Kontakt mehr.
Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, warnt vor der Aktion. Er fürchtet, dass die Verbrennung Anschläge gegen amerikanische Soldaten provozieren könnte. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen äußerte sich besorgt.
Das Vorhaben widerspreche "allen Werten, für die wir stehen und für die wir kämpfen", zitiert ihn die "Washington Post". In Kabul kam es bereits zu Protesten vor einer Moschee. Aufgebrachte Gläubige verbrannten amerikanische Flaggen und riefen "Tod für Amerika".
Das evangelikale "Dove World Outreach Center" in der 120.000- Einwohner-Stadt Gainesville, Florida, hat den 11. September zum "Internationalen Tag der Koran-Verbrennung" erklärt. Es wolle den Opfern der Terroranschläge vor neun Jahren gedenken und dem radikalen Islam eine Absage erteilen, sagte der Gemeindepastor Terry Jones: "Der Islam ist eine schlechte Religion." In einem Video auf der Webseite seiner Gemeinde vertritt er zudem die Auffassung, der Koran sei für den 11. September verantwortlich.
Jones bezeichnete die Bedenken von Petraeus zwar als "legitim". Er wolle die Verbrennung aber trotzdem nicht absagen. "Wir müssen eine klare Botschaft an den radikalen Islam senden, dass wir seine Drohungen und die Verbreitung von Angst hier bei uns in Amerika nicht tolerieren", meinte er.
Andere religiöse Führer verurteilten die geplante Verbrennung. Es handele sich um ein "besonders ungeheuerliches" Vorhaben, meinten muslimische, christliche und jüdische Vertreter.
Zugleich mahnten sie religiöse Toleranz in den USA an. Sie verurteilten eine "steigende Welle von Angst und Intoleranz", hieß es mit Blick auf jüngste Proteste gegen den geplanten Bau eines muslimischen Kulturzentrums am Gound Zero. Die Zeitschrift "Time" fragte kürzlich auf ihrer Titelseite: "Ist Amerika islamophobisch?"
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigt sich entsetzt über eine geplante Verbrennung von Koran-Schriften: "Die Vorstellung ist schrecklich und abstoßend." Was mit geistiger Brandstiftung anfange und den Weg über tatsächliche Brandstiftung im Wortsinne nehme, münde schließlich in Mord, warnte Knobloch. Sie erinnerte an die Bücherverbrennungen durch Nationalsozialisten im Jahr 1933.
Heinrich Heine habe schon 1820 den "prophetischen Satz" formuliert: "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen." Die uneingeschränkte Achtung der menschlichen Würde sei in freiheitlich-demokratisch organisierten politischen Systemen die oberste Prämisse, betonte Knobloch und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass sich die Vernunft und der Geist der Freiheit am Ende durchsetzen."
Quelle: dapd , dpa
Pope schrieb:
am 8. September 2010 um 14:32:38
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Koranverbrennung
Was soll die streitere der Religionen in der heutigen Zeit.
Alle Religionen sollten abgeschafft werden. Das sind doch noch
Überreste aus dem finstersten Mittelalter. Von Wegen Jesus, Buddha und wie die Typen noch heißen mögen.
Und wenn was verbrannt werden soll dann alle Bibeln gleich mit.
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Frank schrieb:
am 8. September 2010 um 14:30:44
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@Hans
Hast du jemals den Koran gelesen? Da steht mämlich nicht drin: "Tötet alle Christen" Was für ein Scheiß erzählst du da? Schau mal
in die Bibel im alten Testament nach, da gehts teilweise richtig zur Sache. Nicht der Koran oder die Bibel ist das Problem, sondern Idioten, die diese irgentwie auslegen, wie es Ihnen passt. Erinnern dich bloß mal an die Harry-Potter-Bücher-Verbrennung einer ev.Gemeinde in BW? ALLES IDIOTEN, mit Toleranz kann man viel mehr erreichen als mit Feuer oder Gewalt
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Xicht schrieb:
am 8. September 2010 um 14:25:48
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oh Hänschen
jeder sollte wissen, dass der Koran keine Christen und Juden angreift und sie auch nicht als Ungläubige betrachtet.
Aber
genauso, wie früher Verbrechen im Namen Gottes mit der Bibel voran verübt wurden, werden heute im Namen Gottes Verbrechen mit dem Koran voran verübt. Dafür können aber weder Bibel noch Koran etwas, keine noch so heilige Schrift ist vor religiösen Eiferern, die im Besitz der Wahrheit sind, sichert!
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