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George W. Bush rechnet mit Gerhard Schröder ab

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George W. Bush rechnet mit Gerhard Schröder ab

09.11.2010, 17:43 Uhr

Eigentlich hat Schröder den Irak-Krieg unterstützt, schreibt Bush. "Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig", habe er gesagt (Foto: dpa)

Eigentlich hat Schröder den Irak-Krieg unterstützt, schreibt Bush. "Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig", habe er gesagt (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der frühere US-Präsident George W. Bush hat in seinen Memoiren Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) scharf kritisiert. Er habe sich im Vorfeld des Irak-Kriegs von Schröder getäuscht und von Mitgliedern der Bundesregierung beleidigt gefühlt, schreibt Bush in seinem Buch "Decision Points" ("Entscheidungspunkte"). Dieses Zerwürfnis habe sein Verhältnis zu Schröder zerrüttet.

"Ich schätze persönliche Diplomatie und lege viel Wert auf Vertrauen", schreibt Bush - und fährt mit Blick auf Schröder fort: "Als dieses Vertrauen verletzt wurde, war es schwierig, noch einmal eine konstruktive Beziehung zu haben." Schröder sei "einer der am schwierigsten zu durchschauenden Staatsmänner" gewesen, mit denen er als Präsident zu tun hatte.

"Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig"

Bush schreibt in seinem Buch, Schröder habe ihm bei einem Treffen im kleinen Kreis im Weißen Haus am 31. Januar 2002 die volle Unterstützung für die Irak-Politik zugesagt. Er habe dem Kanzler bei dem Gespräch klar gemacht, dass er als letzte Option auch mit militärischer Gewalt gegen Iraks Machthaber Saddam Hussein vorgehen würde, schreibt Bush.

Schröder habe daraufhin geantwortet: "Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig. Nationen, die den Terrorismus unterstützen, müssen mit Konsequenzen rechnen. Wenn Sie es schnell und entschieden erledigen, dann bin ich mit Ihnen." Bush fährt fort: "Dies habe ich als Erklärung der Unterstützung aufgenommen."

Bush wirft dem damaligen Kanzler vor, einige Monate später im deutschen Bundestagswahlkampf von der Zusage abgerückt zu sein. "Als die Wahlen in Deutschland bevorstanden, hatte Schröder plötzlich einen anderen Dreh", schreibt Bush. Schröder habe öffentlich gegen eine Invasion im Irak mobil gemacht.

Schröder streitet Vorwürfe ab

"Der frühere amerikanische Präsident Bush sagt nicht die Wahrheit", erklärte Schröder. In dem Gespräch sei es um die Frage gegangen, ob die Terroristen, die für die Anschläge vom 11. September in den USA verantwortlich waren, von Saddam Hussein unterstützt worden seien.

"Wie auch bei meinen späteren Treffen mit dem US-Präsidenten habe ich damals deutlich gemacht, dass Deutschland, sollte sich der Irak wie zuvor Afghanistan tatsächlich als Schutzraum und Zufluchtsort für Al-Qaida-Kämpfer erweisen, zuverlässig an der Seite der USA stehen würde", erklärte Schröder. "Dieser Begründungszusammenhang war jedoch, wie sich im Laufe des Jahres 2002 herausstellte, falsch und konstruiert."

"Schockiert und wütend" über Hitler-Vergleich

Als besonders beleidigend habe Bush Äußerungen der damaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) empfunden. Sie hatte ihn im Wahlkampf in die Nähe von Hitler gerückt. "Ich war schockiert und wütend", erinnert sich Bush. "Man kann sich kaum etwas Beleidigenderes vorstellen, als von einem deutschen Regierungsvertreter mit Hitler verglichen zu werden." Danach habe er seine Kontakte zu Schröder auf das Nötigste reduziert.

Däubler-Gmelin bestritt schon damals energisch, dass dieses Zitat jemals gefallen sei. Sie habe in einem Gespräch mit Gewerkschaftern in Tübingen zwar den Namen des Nazi-Diktators erwähnt, gleichzeitig aber deutlich gemacht, dass ein Zusammenhang zwischen Bush und Hitler nicht hergestellt werden dürfe. Dennoch musste sie ihr Amt danach abgeben.

Kräftiges Lob für Angela Merkel

Bush wirft Schröder außerdem vor, gemeinsam mit dem damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac und Russlands Staatschef Wladimir Putin eine Achse gebildet zu haben, "um dem Einfluss Amerikas entgegenzuwirken". Als Gegenleistung hätten Schröder und Chirac dann Putins zunehmend autoritäre Machtausübung verteidigt.

Völlig anders bewertet Bush Schröders Nachfolgerin Merkel (CDU). "Angela war vertrauenswürdig, engagiert und warmherzig", erinnert sich Bush. "Sie wurde schnell zu einem meiner engsten Freunde auf der Weltbühne."


Quelle: dpa , AFP

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Kommentare (195)

zum Forum

Thema: "George W. Bush rechnet mit Gerhard Schröder ab"

Bush schrieb: am 9. November 2010 um 19:28:18
(1) (0) Auf den wo ganze Komiker blicken............
sollte der nicht über andere Ernsthaft reden.

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staatsdepp schrieb: am 9. November 2010 um 19:27:46
(0) (1) George W. Bush rechnet mit Gerhard Schröder ab
@Karin "Ja und Frau Dr. Merkel und Gelbwelle halten alles was Sie vor der Wahl versprochen
haben". Man wer hat denn Dir ins Hirn gek..., so ein Bullsheet zu kommentieren!
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Güni schrieb: am 9. November 2010 um 19:27:38
(1) (0) George W. Bush rechnet mit Gerhard Schröder ab
Hoffe das kein Intelligenter Mensch das Buch kauft, um das Sie durch die Hintertü noch Geld
verdienen. Wer hat den Amerika verkauft. u.a. Sie. An Fort Knox, müsste doch stehen, erbaut von den Vereinigten Staaten of Amerika, Eigentümer Volks Republik of China! Was wollen Sie dagegen halten?
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