Trotz schlechter Umfrage: Beckstein und Huber sind optimistisch für den Weg der CSU in der Zukunft (Quelle: ddp)Die CSU hat die jüngste Umfrage mit schlechten Umfragewerten für ihre Partei als unseriös kritisiert: Generalsekretärin Christine Haderthauer warf dem Münchner Institut für Marktforschung (mifm) am Freitag "fragwürdige Methodik" vor. Das Institut sieht die CSU unter dem neuen Führungsduo aus Erwin Huber und Günther Beckstein bei nur noch 44 Prozent und damit klar unter der 50-Prozent-Marke. "Diese Umfrage hat nichts mit der Realität zu tun", findet Haderthauer. Alle Umfragen "seriöser Institute" in den vergangenen Wochen hätten die CSU stabil bei mehr als 50 Prozent gesehen. Die Umfragen des Münchner Instituts entsprächen nicht den fachlichen Standards.
Beckstein bleibt optimistisch
Auch Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein will nicht so recht an den Absturz glauben: Er warnte davor, das Ergebnis der Umfrage überzubewerten. Bei anderen Instituten liege man noch immer bei mehr als 50 Prozent. Beckstein räumte jedoch ein, dass die CSU in den vergangenen Wochen "ein schlechtes Bild" abgegeben habe und nun "ordentlich kämpfen" müsse. "Aber ich denke, dass wir auch die allerbesten Chancen haben, über 50 Prozent zu kommen." Parteivize Horst Seehofer sagte der "Passauer Neuen Presse": "Ich mag diese Zahlen nicht glauben, ich habe eine andere Empfindung, wenn ich in Bayern unterwegs bin." Die CSU dürfe sich "durch Umfragen nicht vom Weg abbringen lassen".
SPD bleibt schwach
Von den massiven Verlusten der CSU würden der Umfrage zufolge die Freien Wähler und die FDP profitieren: Beide würden mit jeweils neun Prozent neu ins Parlament einziehen. Die bayerische SPD kann von der Schwäche der CSU dagegen überhaupt nicht profitieren: Sie liegt nach wie vor bei 20 Prozent, und das ist in etwa ihr Ergebnis bei der Landtagswahl 2003. Auch die Grünen verharren laut Umfrage - allerdings bei starken elf Prozent. Die Linken kommen auf drei Prozent.
Absturz nach Transrapid-Aus
Für die Umfrage hatte das Münchner Institut für Marktforschung im Auftrag des Radiosenders Antenne Bayern rund 1000 Menschen befragt. In einer Umfrage vor rund zwei Wochen, die der Sender ebenfalls erst jetzt veröffentlichte, hatte die CSU in der Wählergunst sogar nur noch bei 40 Prozent gelegen. Der CSU schadet der Umfrage zufolge vor allem das Gezerre um den Transrapid und Versäumnisse in der Schulpolitik. Im Februar-Umfrage lag die CSU immerhin noch bei 50 Prozent.
Bayern wollen Stoiber nicht zurück
Laut Umfrage litten auch die Sympathiewerte der führenden CSU-Politiker. CSU-Chef Erwin Huber wird nur von 41 Prozent der Bayern als sympathisch bewertet, 49 Prozent finden ihn dagegen unsympathisch. Im Februar hegte noch eine Mehrheit von 57 Prozent Sympathien für den Niederbayern. Ministerpräsident Günther Beckstein wird immer noch von einer deutlichen Mehrheit von 67 Prozent als sympathisch empfunden, im Februar waren es aber sogar 75 Prozent. Trotz dieser Einbußen will eine übergroße Mehrheit von 73 Prozent der Menschen in Bayern Stoiber weder als CSU-Chef noch als Ministerpräsident zurückhaben.