30.03.2011, 12:00 Uhr
Nach der Geiselnahme im thüringischen Bad Langensalza befindet sich der Täter nun in einer psychiatrischen Klinik. Ein Richter soll entscheiden, ob gegen den Mann Haftbefehl erlassen werde, sagte ein Polizeisprecher in Nordhausen. "Wir gehen davon aus, dass der Mann krank ist. Eine medizinische Bestätigung gibt es dazu noch nicht."
Der arbeitslose Mann sei seit Längerem in psychiatrischer Behandlung gewesen und musste regelmäßig Psychopharmaka einnehmen, so die Polizei. Es deute jedoch einiges darauf hin, dass er dies öfter vernachlässigt habe.
Unklar sei, wann der Mann vernommen werden könne und ob er eine Waffe besitze. Der 30-Jährige hatte am Dienstag seinen vierjährigen Sohn als Geisel genommen und sich mit dem Jungen in seiner Wohnung verschanzt.
Die Lage war eskaliert, nachdem Polizisten gegen Mittag bei ihm klingelten, weil er in einem Supermarkt eine Tüte Lebensmittel gestohlen und angeblich die Marktleiterin bedroht hatte. Der Mann drohte: Die Polizisten sollten gehen, "sonst sterben alle", und es würde alles in die Luft fliegen.
Nach stundenlangen telefonischen Verhandlungen mit dem Geiselnehmer stürmte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am frühen Abend die Wohnung und nahm den Mann fest. Ob weitere Waffen oder Sprengstoff in der Wohnung des Mannes gefunden wurden, konnte die Polizei nicht bestätigen.
Das Kind wurde der Mutter übergeben, es sei körperlich wohlauf, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings habe der Junge die Nacht zur Beobachtung in einer Kinderklinik verbracht.
Quelle: dapd , dpa
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