30.11.2010, 13:12 Uhr
Ein bewaffneter Jugendlicher hat an einer Highschool im US-Staat Wisconsin vorübergehend 24 Geiseln in seine Gewalt gebracht. Als Sicherheitskräfte das Klassenzimmer stürmten, richtete er die Waffe gegen sich selbst. Der Junge sei ins Krankenhaus gebracht worden, sagte Polizeichef Jeff Skorik; er ist angeblich verletzt.
Der Junge hatte 23 Schüler und eine Lehrerin in der Stadt Marinette mehr als fünf Stunden lang festgehalten. Alle kamen unversehrt wieder frei. Das Motiv des 15-Jährigen ist bislang noch unklar.
Ein Mitarbeiter der Schule erklärte, der Bewaffnete sei gegen Ende des Unterrichtstages in das Gebäude eingedrungen und habe die Schüler und die Lehrerin in seine Gewalt gebracht. Die Frau hatte während des Dramas zwischen dem Geiselnehmer und den Behörden vermittelt. Der Junge selbst wollte Skorik zufolge nicht mit den Behörden sprechen.
Ein Schüler, Zack Campbell, sagte, der Geiselnehmer sei in die Klasse gestürmt, als gerade ein Film gezeigt worden sei, und habe auf den Projektor geschossen. Der Junge habe depressiv gewirkt, habe aber nicht den Eindruck gemacht, als wolle er seine Mitschüler verletzen. Der 15-Jährige hatte nach Angaben Campbells zwei Handfeuerwaffen dabei. Er forderte, dass alle Schüler ihre Mobiltelefone in der Mitte des Raums auf den Boden legen. Mit der Lehrerin wollte er nicht reden, sprach aber mit den Schülern. Campbell sagte, die Klasse habe sich bemüht, den Jungen dazu zu bewegen, über das Angeln und die Jagd zu sprechen. Sie hätten ihn sogar zum Lachen gebracht.
Fast fünf Stunden nach Beginn der Geiselnahme durften Campbell und vier weitere Schüler den Klassenraum verlassen, um zur Toilette zu gehen. Sie wurden von Polizisten in Sicherheit gebracht. Etwa 20 Minuten später hörten die Einsatzkräfte drei Schüsse und stürmten daraufhin das Klassenzimmer. Verletzt wurde außer dem Täter niemand.
Die Identität des 15-Jährigen ist der Polizei angeblich bekannt. Die Ermittler hätten bereits Kontakt mit dessen Familie aufgenommen, sagte Skorik. An der Schule in Marinette werden etwa 800 Schüler unterrichtet. Ein ehemaliger Lehrer sagte, er kenne den Jungen und seine Familie gut. Die Eltern seien sehr engagiert, er könne nur Gutes über sie sagen, erklärte Keith Schroeder.
Quelle: dapd
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