02.06.2010, 18:37 Uhr | APN, dpa
An der Hilfsaktion für Gaza beteiligter Schriftsteller Henning Mankell: Israelis sind "Seeräuber und Kidnapper" (Foto: Reuters)
Ein an dem Gaza-Hilfskonvoi beteiligter pakistanischer Journalist hat nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Israelische Marinesoldaten hätten bei ihrem Angriff auf die internationale Hilfsflotte am Montag kaltblütig auf Aktivisten an Bord geschossen. Unterdessen hat Israel die große Mehrheit der mehr als 600 festgenommenen Ausländer abgeschoben.
Talat Hussain, der Moderator bei dem Fernsehsender Aaj ist, sagte nach seiner Abschiebung: "Vor mir sind vier Leute in den Kopf geschossen worden. Ich wurde Zeuge, wie vier Menschen starben."
Am Bord habe es keine Waffen gegeben, sagte Hussain seinem Sender in einem Telefoninterview aus Jordanien. "Als die Israelis versuchten, Aktivisten festzunehmen, kam es zu Handgreiflichkeiten. Danach haben sie die Israelis mit allem beworfen, was sie in die Finger bekamen." In Pakistan, das keine diplomatischen Beziehungen zu Israel hat, war es nach der israelischen Militäraktion zu wütenden Protesten gekommen.
Der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell kritisierte die Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte als "Seeräuberei und Kidnapping". Der Schriftsteller hatte sich an der Hilfsaktion für Gaza beteiligt. Der Zeitung "Expressen" sagte Mankell: "Die israelischen Soldaten gingen fernab der eigenen Gewässer zum bewaffneten Angriff. Das war in internationalen Gewässern. Also handelt es sich um Seeräuberei und Kidnapping." Auch Mankell versicherte, dass "nicht eine einzige Waffe" an Bord der Schiffe war.
Israel schiebt derweil die festgenommenen Aktivisten zügig ab. Am Mittwoch wurden 200 Türken zum Flughafen gefahren, während mehr als 120 Menschen aus arabischen Ländern mit Bussen nach Jordanien gebracht wurden. Ein Sprecher der Justizbehörde erklärte, die Türkei habe Flugzeuge geschickt, um ihre Staatsbürger abzuholen. Weitere 300 Aktivisten würden noch in einem Gefängnis in Südisrael festgehalten. Bei den Abgeschobenen handelt es sich vor allem um Muslime aus Ländern, mit denen Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält, wie beispielsweise Syrien oder Kuwait. Rund 50 Aktivisten hatten bereits am Montag freiwillig Israel verlassen.
Mehrere der nach Jordanien abgeschobenen Aktivisten sagten, sie hätten während der Haft nicht ausreichend Lebensmittel und Wasser erhalten und keinen Zugang zu Toiletten gehabt. Der kuwaitische Abgeordnete Walid al Tabtabei, der an Bord eines Schiffes war, sagte, die Israelis hätten Männer, Frauen und Kinder gedemütigt. "Sie waren brutal und arrogant", erklärte er. Die Passagiere an Bord der Schiffe hätten keine einzige Waffe gehabt. Die israelischen Streitkräfte veröffentlichten Videoaufnahmen, die zeigen, wie die Soldaten von Aktivisten mit Metallstangen und Brandbomben angegriffen werden. Die israelischen Behörden erklärten, die Aktivisten hätten auch Messer, Schlagstöcke und zwei Pistolen gegen die Soldaten eingesetzt.
Angesichts der Empörung über den israelischen Militäreinsatz forderte Israel die Angehörigen seiner Diplomaten in der Türkei zum Verlassen des Landes auf. Das israelische Außenministerium habe eine entsprechende Anweisung herausgegeben, berichteten Rundfunksender und Zeitungen. Die Diplomaten dürften dagegen bleiben. Ein Sprecher des Ministeriums wollte die Berichte weder bestätigten noch dementieren. Unter den neun Todesopfern des israelischen Militäreinsatzes vom Sonntag waren mindestens vier türkische Aktivisten. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel ein "blutiges Massaker" vor. Israel wies die internationale Kritik an dem Einsatz zurück.
An der Hilfsaktion nahmen auch Bundestagsabgeordnete der Linkspartei teil. Der israelische Botschafter in Deutschland kritisierte die Teilnahme der Abgeordneten. "Die Absicht bestand nicht in humanitärer Hilfe, sondern darin, die Blockade zu brechen", sagte Yoram Ben-Zeev laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Nur so sei zu erklären, warum die Aktivisten das Angebot ausgeschlagen hätten, die Hilfslieferungen im Hafen von Aschdod löschen und unter Aufsicht nach Gaza bringen zu lassen.
Der französische Außenminister Bernard Kouchner erklärte, der Militäreinsatz sei ein schwerer Fehler gewesen, der dem israelischen Ansehen geschadet habe. Er forderte eine internationale Untersuchung des Einsatzes. Israel kündigte an, auch einen neuen Versuch pro-palästinensischer Gruppen zu unterbinden, den Gazastreifen zu erreichen. Zwei Schiffe sind nach Angaben der Organisatoren auf dem Weg in die Region. Eines ist allerdings beschädigt und es war nicht klar, ob das zweite allein weiterfahren würde.
Israels Marine hatte am Montag die sechs Schiffe der Gaza-"Solidaritätsflotte" im Mittelmeer angegriffen, um sie an der Fahrt in den seit drei Jahren blockierten Gazastreifen zu hindern. Bei der Militäraktion kamen nach israelischen Armeeangaben mindestens neun Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Aktion war weltweit heftig kritisiert worden.
Quelle: dapd , dpa
MWK schrieb:
am 2. Juni 2010 um 18:04:25
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Gaza-Aktivisten: Israelis töteten kaltblütig
Es ist eine durch nicht mehr zu überbietende Sauerei, was sich Israel immer und immer wieder
herausnimmt. Und wenn dann Kritik geübt wird, kommt gleich wieder das Thema Holocaust auf den Tisch, und schon wagt keiner mehr etwas zu sagen. Die Israelis sind Kriegstreiber, genauso wie die Amerikaner; deswegen verstehen sich die beiden Staaten auch so gut.
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walter scherer schrieb:
am 2. Juni 2010 um 17:38:59
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sozialarbeiter
was haben die palestinenser der Welt getan?Es gab mal ein Schiff das von Durres aus die Landdiebe nach Palestina brachte durch
die Blockade der Engländer Niemand hat damals geschossenDas Schiff hieß Exodus
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ampi schrieb:
am 2. Juni 2010 um 17:36:57
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Israelis
Mit delchem Recht durfte Churchil den Palistinensern Ihr Land wegnehmen,und es den Israelis schenken ? Bitte Nachdenken !!!
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