20.02.2012, 16:38 Uhr
War von der plötztlichen Entwicklung zu Tränen gerührt: Bundespräsident in spe Joachim Gauck. (Quelle: dpa)
Als der Anruf kommt, ist das Staatsoberhaupt in spe gerade erst mit der Abendmaschine aus Wien in Berlin gelandet. "Ich komme aus dem Flieger und war im Taxi, als die Frau Bundeskanzlerin mich erreicht hat", erzählt Joachim Gauck. Keine Stunde später sitzt er der großen Präsidentenmacher-Koalition in der Regierungszentrale gegenüber - und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Für 20 Uhr hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Spitzen von SPD und Grünen ins Kanzleramt geladen. Erst unmittelbar zuvor hatten sich Union und FDP dort auf massiven Druck der Liberalen überhaupt auf Gauck verständigt. Der Beginn des gemeinsamen Treffens mit Roten und Grünen wird noch auf 20.30 Uhr verschoben. Da ist SPD- Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als erster der Oppositions-Riege schon eingetroffen, seine Limousine rauscht um 20.05 Uhr durch das Tor. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kommt im Taxi, als letzter trudelt um kurz nach 20.30 Uhr SPD-Chef Sigmar Gabriel ein.
Die Kanzlerin eröffnet die Runde. Großer Redebedarf besteht nicht mehr. "Sehr schnell" habe Merkel mitgeteilt, dass Gauck der Kandidat der CDU sei, CSU-Chef Horst Seehofer habe beigepflichtet, erzählt die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth am Tag danach. Merkel habe "dann zurecht vermutet, dass es vonseiten der Grünen und der Sozialdemokraten keinen Widerspruch dazu geben wird - und dann war es das eigentlich."
Fehlt nur noch, den Gekürten zu kontaktieren. Merkel geht nach Teilnehmerangaben hinaus, um zu telefonieren - mit Gauck im Taxi. "Sie hat sich bei Jürgen Trittin versichert, dass sie die richtige Handynummer hat", berichtet Roth über den Grünen-Fraktionschef, der Gauck schon 2010 als Präsidentenkandidat ins Spiel gebracht hat.
Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler, auf den sich die Regierungs- und Oppositionsparteien geeinigt haben, im Porträt. zum Video
Gauck lässt sich direkt ins Kanzleramt chauffieren, stößt zu den Partei- und Fraktionschefs, für die Bouletten und Kartoffelsalat aufgetischt sind. Der 72-Jährige - nach eigenem Bekunden "noch nicht mal gewaschen" - kommt herein, setzt sich sichtlich ergriffen dazu. "Er weinte", sagte ein Teilnehmer "Spiegel online". Und Gauck habe erkennen lassen, er könne erst einmal nicht essen.
Gegen 21.15 Uhr geht es dann auch schon herüber in den grell erleuchteten Saal, in dem Merkel und die Parteichefs den Kandidaten für die Nachfolge des abgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff präsentieren. In aller Eile haben TV-Teams ihre Kabel ausgerollt und die Kameras auf Position gestellt.
Nach der Zerreißprobe: Koalition, SPD und Grüne haben sich auf den Theologen geeinigt. zum Video
Zuerst markieren Papierschilder, die über die Tischkante gefaltet sind, jeden Platz auf dem Podium. "PV Gabriel" wie ´"Parteivorsitzender Gabriel" steht darauf, "PVe Roth" für die Grünen-Parteivorsitzende oder "MP Seehofer" für den bayerischen Ministerpräsidenten, der als Bundesratspräsident ja auch kommissarisches Staatsoberhaupt ist.
Direkt neben dem Sessel der Kanzlerin ist noch ein Platz, für den es kein bedrucktes Papierschild gibt: Es ist der von Gauck.
Der neue Bundespräsident wird ein unbequemes Staatsoberhaupt, das ist absehbar. Drei große Themen kommen auf ihn zu, sobald er im Amt ist. zum Kommentar
Am 18. März wird die Bundesversammlung zusammenkommen, um einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mitteilte, soll die 15. Bundesversammlung, die aus 1240 Wahlleuten besteht, an diesem Tag im Berliner Reichstagsgebäude stattfinden.
Quelle: dpa
frank schrieb:
am 20. Februar 2012 um 20:33:31
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Er weinte !
Auch Tränen können ein Zeichen von Größe und Stärke sein und zeigt uns nur, wie wichtig ihm dieses Amt ist, ich hoffe für
uns , er wird uns nicht auch wieder enttäuschen - aber ich denke, er ist so natürlich und kommt wirklich gut rüber + seine Sprüche, die waren einfach prima ! Nicht gewaschen - verzeihen Sie mir , ich bin kein Engel, ich werde Fehler machen - vielleicht endlich mal einer, von dem wir sagen, hoffentlich macht er noch eine 2. Amtszeit ! Warten wir`s ab, die Chance hat er verd.
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Kaho schrieb:
am 20. Februar 2012 um 20:21:42
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BP und Wilde Ehe, Maul halten
Verdammt noch mal ,geht das schon wieder los mit Diffamierungen. Wann kommt der ertse Pfeil? Ich stehe voll
zur Presse- und Meinungsfreiheit, nur wenn eine solche Äußerung wie wilde Ehe schon wieder genutzt wird Negatives zu verbreiten ,sollte man solchen Hetzern das Handwerk legen. By the way, mit dem seinerzeit mehrheitlich akzeptierten BP hat es auch einmal sachte begonnen; bis heute hat man noch keine rechtlichen Ergebnisse oder Entscheidungen vorliegen, die Herrn Wulff belasten!
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frank schrieb:
am 20. Februar 2012 um 20:20:19
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Sehr geehrte Frau Dr. Merkel !
Die ganze Zeit in den letzten Wochen habe ich Sie verurteilt, ich bin so frei , ich habe Sie auch gewählt und
denke, ich habe eine gute Wahl getroffen. Gestern ist mir zum 1. Mal auch bewusst geworden, unter welchen Druck Sie stehen und wie mit Ihnen in der eigenen Koalition umgegangen wird. Es ist traurig - denn eigentlich sind Sie eine wirklich gute Bundeskanzlerin, aber haben z. Zt. einen ganz undankbaren Job. Ich hoffe für uns alle, Herr Gauck+Sie können Differenz.ausräumen u. gute Arb.leist
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