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Gaddafis Truppen rücken weiter vor

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Gaddafis Truppen rücken weiter vor

14.03.2011, 10:10 Uhr

Zu früh gefreut? Gaddafi-Anhänger jubeln am Samstag an einem Checkpoint in der Nähe von Ben Dschawad. (Foto: Reuters)

Zu früh gefreut? Gaddafi-Anhänger jubeln am Samstag an einem Checkpoint in der Nähe von Ben Dschawad. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Die Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi gewinnen im Kampf gegen die Aufständischen immer mehr an Boden: Nachdem die Regierungstruppen am Sonntag die Umgebung der Stadt Brega einnahmen, zogen sich die Rebellen nach eigenen Angaben in das weiter östlich gelegene Adschdabija zurück, dem letzten Stützpunkt vor der Oppositionshochburg Bengasi. Angesichts der Lage hatte die Arabische Liga am Samstag die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert.

Bereits am Samstag hatten die Gaddafi-Truppen die Rückeroberung der Städte Ben Dschawad und Ras Lanuf gefeiert. Mit frisch gedruckten Bildern des Machthabers und Pro-Gaddafi-Rufen bejubelten die Regierungsanhänger ihren Sieg. Gaddafis Sohn Saif al-Islam erklärte am Samstag in italienischen Medien, der Sieg über die Aufständischen stehe kurz bevor. 90 Prozent des Landes seien bereits unter der Kontrolle der regierungstreuen Truppen.

Während die Gaddafi-Gegner vor allem noch Teile im Osten des Landes kontrollieren, halten sie im Westen noch die Stadt Misrata. Nachdem die Stadt vergangene Woche Ziel von Offensiven der Gaddafi-Truppen war, wurden am Sonntag laut Bewohnern in der Umgebung Schüsse aus automatischen Waffen abgegeben, wie Einwohner berichteten.

Meuterei in Gaddafis Elite-Brigade

Allerdings gibt es auch Meldungen, denen zufolge die Moral innerhalb der Gaddafi-Truppen nicht gut ist: So soll es am Samstag zu Gefechten innerhalb der Chamis-Brigade gekommen sein, einer Elite-Einheit, die Gaddafis jüngstem Sohn Chamis untersteht.

Etliche Soldaten der Brigade hätten gemeutert, meldete Al-Arabija unter Berufung auf die Rebellen in der 210 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt. Sie hätten sich dem Angriffsbefehl gegen die Stadt widersetzt, worauf ein Feuergefecht innerhalb der Einheit ausgebrochen sei. 30 Soldaten, unter ihnen ein General, hätten sich zu den Aufständischen geschlagen. Andere seien an Ort und Stelle hingerichtet worden.

Al-Dschasira-Mitarbeiter getötet

Erstmals seit Beginn des Konflikts Mitte Februar wurde zudem ein ausländischer Journalist getötet. Dabei handelte es sich um den Kameramann des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira. Wie der in Katar ansässige Sender am Samstag mitteilte, wurden er und sein Team in der Nähe Bengasis in einem Hinterhalt angegriffen. Der Kameramann wurde demnach erschossen, ein weiterer Reporter des Senders durch Schüsse verletzt.

Trotz der anhaltenden Kämpfe in Libyen ist bislang noch keine Entscheidung hinsichtlich der Einrichtung einer Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land gefallen. Bei einem Krisentreffen in Kairo sprach sich am Samstag allerdings die Arabische Liga für diese Maßnahme aus und rief den UN-Sicherheitsrat auf, "seiner Verantwortung gerecht zu werden". Damit sollten weitere Angriffe der libyschen Luftwaffe auf die Aufständischen verhindert werden. Die USA begrüßten die Forderung. Am Sonntag berieten Sicherheitsratsmitglieder in bilateralen Gesprächen über die Forderung.

Wo bleibt Ägyptens riesige Luftwaffe?

Für Montag ist ein G-8-Treffen auf Ministerebene geplant. US-Außenministerin Hillary Clinton und ihre EU-Kollegen wollen dann in Paris erneut über eine Flugverbotszone diskutieren und dies mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow abstimmen, nachdem Moskau sich diesbezüglich bislang zurückhaltend gezeigt hatte. Auch die Bundesregierung äußerte sich skeptisch. Die EU rief zu einem Krisengipfel mit der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union auf.

Allerdings hieß es aus westlichen Kreisen auch, dass die Araber nicht nur zustimmen, sondern sich auch beteiligen sollten. Ägypten zum Beispiel hat die größte Luftwaffe in der Region mit modernen Flugabwehrraketen und mehr als 200 F-16-Jägern aus amerikanischer Produktion. Die UN-Resolution wäre der seltene Fall, dass die Weltgemeinschaft militärische Mittel erlaubt.


Quelle: t-online.de , AFP , dpa

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Kommentare (19)

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Thema: "Gaddafis Truppen rücken weiter vor"

E.K. schrieb: am 13. März 2011 um 19:11:48
(0) (0) Immer wieder "schön"....
...wie selbsternannte Moralapostel,die vorher jahrzehntelang Urlaub in Tunesien,Ägypten u.Co. gemacht haben,jetzt
auf einmal die Allwissenden spielen!Ihr seit Opportunisten der übelsten Sorte!
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Ich schrieb: am 13. März 2011 um 18:51:53
(0) (0) @?????
Dann wird seine Luftwaffe bekämpft, bzw. gehindert in irgendeiner Weise zu agieren. Blöde Frage. Dazu wird es allerdings nicht
kommen. Bis alle mit diskutieren fertig sind und jeder seinen Senf dazu abgegeben hat sind die Rebellen geschlagen und werden von dem feinen Herrn verfolgt und aus dem Weg geschafft und in einem Jahr, wenn keiner mehr drüber spricht, stehen unsere Politiker neben Gaddafi, schütteln ihm die Hand und schließen Handelsabkommen ab.
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@ ?????? schrieb: am 13. März 2011 um 18:46:07
(0) (0) erst denken, dann posten
die flugverbotszone ist dringend erforderlich! aber die EU ist zu unfähig, guckt lieber einem massaker zu. um mal
zu klären was "flugverbotszone" bedeutet - vor allem die amis verfügen über flieger, die eine art "drohenstörer" an bord haben, damit wird das militär lybiens quasi lahmgelegt, denn ohne funkverkehr wirds schwer. wenn gaddafis kampfjets starten wird das ebenfalls registriert und von amerikanischen und europäischen jets abgeschossen. so kann gadaffi das volk nicht aus der luft bombad
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