
08.09.2011, 16:58 Uhr
Gaddafi bestreitet Flucht nach Niger Per Audionachricht dementierte der Ex-Machthaber Libyens derartige Gerüchte.
Der langjährige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat in einer neuen Audiobotschaft Gerüchte über seine Flucht nach Niger dementiert. Seinen Gegnern bleibe "nichts mehr als psychologischer Krieg und Lügen", sagte Gaddafi am Donnerstag in der vom syrischen Fernsehsender Arrai übertragenen Botschaft.
Die Afrikanische Union (AU) kritisierte unterdessen mutmaßliche Übergriffe auf Schwarze, die für Söldner Gaddafis gehalten werden.
Gaddafi sagte in der Audiobotschaft, die nach mehreren Tagen des Schweigens veröffentlicht wurde, er sei überzeugt, dass die NATO besiegt werde. Er versicherte, dass die Angriffe gegen die "Ratten und Söldner" verstärkt würden. Gerüchte über seine Flucht nach Niger dementierte er.
Wo sich Gaddafi aufhält, ist weiter unklar. Am Mittwoch hatten ein Rebellensprecher dem Sender Libya TV gesagt, Kämpfer hätten ihn eingekreist. Er könne nicht mehr fliehen. Einzelheiten wurden aber nicht mitgeteilt. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete unter Berufung auf den Militärrat in Tripolis, es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Despot gefangen genommen oder getötet werde.
Die 35 Opfer sollen von Anhängern Gaddafis vor ihrem Tod gefoltert worden sein. zum Video
Dagegen sagte ein Sprecher des Übergangsrates in Bengasi der Nachrichtenagentur dpa, alle Berichte über ein mögliches Versteck Gaddafis seien Spekulation. "Wir wissen es nicht. Es sind alles nur Theorien", sagte er.
Am Dienstag hatte der libysche Nationale Übergangsrat gemeldet, dass ein Konvoi die Grenze zum Niger überquert habe. Es habe sich um Fahrzeuge gehandelt, wie sie Gaddafi und seine Söhne benutzten, hieß es. Sowohl der Niger als auch die USA dementierten aber, dass sich Gaddafi oder einer seiner Söhne in dem Konvoi befunden habe.
Die Verhandlungen über die friedliche Aufgabe von Bani Walid, eine der letzten Bastionen von Gaddafi, sind "ergebnislos beendet" worden. Er warte derzeit auf Anweisungen für einen möglichen Einsatz, sagte der Militärchef des Nationalen Übergangsrats, Abdullah Abu Asara, unweit der belagerten Stadt.
Am Dienstag hatte es geheißen, die Ältesten der Stadt 170 Kilometer südöstlich von Tripolis hätten "sich der Revolution angeschlossen".
In der Stadt sollen sich Vertraute Gaddafis versteckt halten, unter anderem sein Sprecher Mussa Ibrahim. Die neue libysche Führung hat den Gaddafi-Anhängern in Bani Walid, Sebha und Sirte bis Samstag Zeit gegeben, sich zu ergeben.
Der nigrische Außenminister Mohammed Bazoum sagte am Mittwoch am Rande einer Konferenz zur Sahel-Zone in Algier, dass unter anderem Gaddafis Sicherheitschef Abdallah Mansur sowie ein "sehr wichtiger" Verantwortlicher des Geheimdiensts in den Niger gereist seien. Aus nigrischen Regierungskreisen verlautete derweil, ihre Botschaft in Tripolis sei von Unbekannten "verwüstet" worden.
Der AU-Kommissionspräsident Jean Ping rief den Übergangsrat auf, sich von Angriffen auf Schwarze zu distanzieren, die unter dem Vorwand verübt würden, dass es sich um Söldner Gaddafis handele. "Es gibt Söldner in Libyen, viele davon sind schwarz, aber nicht alle sind schwarz und nicht alle Schwarzen sind Söldner. Manchmal, wenn sie weiß sind, nennt man sie auch technische Berater", sagte Ping. "Wenn Schwarzen die Kehle durchgeschnitten wird, machen wir dafür nicht den Übergangsrat verantwortlich, aber wir wollen, dass sich der Übergangsrat von den Taten distanziert."
Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, äußerte sich besorgt über die Sicherung von Waffen und anderem Militärmaterial in Libyen. Der Verbleib von Massenvernichtungswaffen ebenso wie von tragbaren Raketen bereite ihnen Sorgen, sagte Brennan bei einer Konferenz in Washington.
Der US-Botschafter in Tripolis, Gene Cretz, warnte, Gaddafi und seine Söhne blieben eine Gefahr für die Stabilität Libyens, solange sie in Freiheit seien.
Derweil teilte der Gesundheitsminister der neuen libyschen Führung mit, während des sechsmonatigen Bürgerkriegs seien mindestens 30.000 Menschen ums Leben gekommen. 50.000 seien bei den Kämpfen verletzt worden, sagte Nadschi Barakat. Im Gegensatz zu bisherigen groben Schätzungen basierten diese Zahlen zum Teil auf Berichten von Krankenhäusern, Beamten vor Ort und ehemaligen Kommandeuren der Rebellentruppen.
Eine vollständige Aufstellung der Opfer werde es allerdings erst in mehreren Wochen geben, sagte Barakat. Er rechne damit, dass die Opferzahlen dann nochmals steigen werden. Mindestens 4.000 Menschen gelten demnach noch als vermisst.
Quelle: dapd , AFP , dpa
PAX CHRISTI schrieb:
am 8. September 2011 um 17:53:31
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Diese vermutlich 50.000 Toten
und die vielen Verwundeten, die 800.000 Flüchtlinge und die zerstörte Infrastruktur geht auf das Konto von
Obama,Sarkozy,Berlusconi u.Cameron, ohne deren massive Luftunterstützung der Aufstand in Bengasi schon seit 5 Monaten beendet wäre. Sicher auch das hätte Tote gekostet. Vermutlich ca. 2.000 Menschenleben.Und das Land wäre noch intakt.Ein toller Preis für die Scheindemokratie der NATO u. der von ihr unterstützen Banditen.
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Triton schrieb:
am 8. September 2011 um 15:48:21
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Lächerlich
Nun machen Sie sich doch nicht lächerlich, Sie brauchen gar nicht so weit in der Geschichte zu kramen Deutschland hat danach
auch Waffenlieferungen an Libyen getätigt. Oder meinen Sie die gefundenen G-36 wurden in Libyen produziert. Und zu Ihrer beruhigung den Wehrdienst habe ich abgeleistet. Bei Leuten wie Ihnen zeigt sich nur das die Propagandamaschinerie der Mainstreammedien wirkung zeigt.
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Tritonfan schrieb:
am 8. September 2011 um 15:48:04
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Recht so!
So lange wir mit der Attitüde der Kolonialisten mit Lybien und auch vielen anderen Ländern nicht auf Augenhöhe sprechen, werden
sich diese für erlittene Demütigungen rächen wollen. Dabei ist "unsere" Berichterstattung weitaus tendenziöser als allgemein bekannt.
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