
12.09.2011, 09:36 Uhr
Gaddafi-Sohn flieht nach Niger Ein nigrischer Regierungssprecher bestätigte die Ankunft von Ex-Fußballprofi Al-Saadi.
Immer mehr Familienmitglieder des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi setzen sich ins Ausland ab. Gaddafis Sohn Al-Saadi - auch bekannt als Fußballer in der italienischen ersten Liga - habe am Sonntag die Grenze zum Nachbarland Niger überquert, sagte der nigrische Justizminister Marou Amadou in der Hauptstadt Niamey.
Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira weiter berichtete, wurde der 38 Jahre alte Ex-Profi in einem Konvoi mit acht weiteren Personen aufgegriffen. Die Regierung von Niger sei nicht vorab informiert worden.
Al-Saadi ist bereits das vierte von acht Kindern Gaddafis, das sich ins Ausland abgesetzt hat. Zuvor war Ende August die zweite Ehefrau des untergetauchten Ex-Machthabers, Safija al-Gaddafi, mit der Tochter Aischa und dem Sohn Hannibal nach Algerien geflüchtet. Mit dabei war auch Gaddafis ältester Sohn Mohammed, der aus erster Ehe stammt. Wo sich Ex-Diktator Gaddafi aufhält, ist weiterhin unklar.
Raus aus Libyen: Auch Saadi al-Gaddafi, Diktatorensohn und Ex-Fußballer ist nach Niger geflohenIn das Nachbarland Niger waren in den vergangenen Tagen bereits ranghohe Generäle Gaddafis geflüchtet. Die Regierung des Landes gibt an, dass sie die Wüstengrenze zu Libyen nicht vollständig überwachen könne.
Derweil soll innerhalb von zehn Tagen eine neue libysche Übergangsregierung gebildet werden. Mahmud Dschibril vom Übergangsrat sagte am Sonntag in Tripolis vor Journalisten, in der neuen Übergangsregierung sollten auch Repräsentanten der unterschiedlichen Regionen Libyens vertreten sein.
Am Samstagabend war erstmals seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, in Tripolis eingetroffen. Hunderte Anhänger, Rebellen-Militärs und Honoratioren der Hauptstadt bereiteten ihm einen begeisterten Empfang, berichteten Augenzeugen.
Bisher hatte sich Dschalil, der führende Politiker der neuen Machthaber, in der ostlibyschen Großstadt Bengasi aufgehalten. Dort war im Februar der Volksaufstand ausgebrochen, der Ende August zur Vertreibung Gaddafis aus Tripolis geführt hatte.
Nach Medienberichten vom Sonntag warnte Dschalil im Kreise der Rebellenführung vor zu großem Optimismus. Gaddafi habe immer noch Geld, um Söldner anzuwerben.
Die schon länger erwartete Ankunft Dschalils sollte auch dazu beitragen, die Kluft zwischen der politischen Führung des Aufstands und den Rebellen-Militärs in der Hauptstadt zu schließen.
Kämpfer der Rebellen-Milizen unternahmen am Sonntag erneut keinen ernsthaften Anlauf, die von Gaddafi-Anhängern besetzte Wüstenstadt Bani Walid einzunehmen. Die Verbände der Aufständischen würden sich nun in der Umgebung der Stadt neu gruppieren, berichteten Reporter des Fernsehsenders CNN aus dem Frontgebiet.
Am Vortag hatten sich Rebellen-Stoßtrupps mit Gaddafis Getreuen am Stadtrand heftige Gefechte geliefert. Die Kämpfer des ehemaligen Diktators leisteten mehr Widerstand als erwartet. Bani Walid, 150 Kilometer südöstlich von Tripolis, ist eine von vier Enklaven, die noch von Gaddafi-Streitkräften gehalten werden.
Rebellen begannen unterdessen die Gaddafi-Hochburg Sebha, 600 Kilometer südlich von Tripolis, zu umzingeln. Der Übergangsrat hatte den Gaddafi-Anhängern ein Ultimatum gesetzt, um die Waffen niederzulegen. Es war in der Nacht zum Samstag abgelaufen.
Quelle: AFP , dpa
Kritiker schrieb:
am 12. September 2011 um 16:15:05
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42 Jahre wurde Libyen aufgebaut
Das vorbildlichste Gesundheitswesen (kostenlos) in ganz Afrika. Eine Infrastruktur, von der andere Länder
nur träumen können, ein Schulwesen, das für weniger Analphabeten sorgte, als es sie versteckt in der BRD noch heute gibt. Frauenrechte, wie sie in Saudi-Arabien oder Barhain undenkbar sind. Weniger Armut als in den USA. Keine slums und keine Bettler. Fast eine Million Gastarbeiter hatte in Libyen einen bezahlten job. Vom Lohn konnten noch deren Familien versorgt werden.
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Richard schrieb:
am 12. September 2011 um 14:40:57
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Good night left side
Wie mich dieser Gaddafi nervt. Hält sich irgendwo in Sicherheit versteckt, verheizt seine letzten Soldaten unter
Hinzugabe unsinniger Durchhalteparolen und lässt gleichzeitig seine Wertsachen gleich lasterweise ins Ausland bringen. Aber egal, lange wird das nicht mehr dauern. Viel Glück den Libyern auf ihren Weg in eine bessere Zukunft.
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Mei-Nung schrieb:
am 12. September 2011 um 13:45:42
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Libyen
Wenn ich die Zustände in Ägypten sehe, kann ich für Libyen keine besseren Chancen erkennen. Was sich da alles zusammengebraut hat
im Volk ist ein hochexplosives Gemisch von Religion, ethnischen, sozialen und hierarchischen Widersprüchen, die man nicht unterschätzen darf. Wenn der Tyrann mit dem Image goldener Zeiten erwischt/ getötet wird, wenn seine mutmaßlich mitschuldigen Familienmitglieder ebenso verfolgt werden, entlädt sich die Wut wie am Blitzableiter. Aber die Flamme der Unruhe bleibt.
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