
12.09.2011, 11:32 Uhr
Libysche Rebellen-Truppen vor Bani Walid bereiten sich auf den Angriff vor (Quelle: Reuters)
Nach Ablauf ihres Ultimatums haben die libyschen Rebellen am Samstag letzte Hochburgen der Gaddafi-Loyalisten angegriffen. Stoßtrupps der Aufständischen, die in die Wüstenstadt Bani Walid einzudringen versuchten, mussten sich nach Verlusten aber wieder zurückziehen.
Das berichtete ein BBC-Korrespondent aus dem Frontgebiet. Kurz zuvor hatte sich ein Rebellensprecher noch zuversichtlich gezeigt, dass die Stadt in Kürze eingenommen werde.
Die NATO hatte am Freitag ihre Angriffe auf Positionen der Gaddafi-Loyalisten in Bani Walid und anderen Orten fortgesetzt. Es seien 40 Kampfeinsätze geflogen worden, teilte die NATO mit. Bei Sirte seien eine Raketenrampe, ein Raketenwerfer und ein Militärfahrzeug zerstört worden, andernorts Raketenwerfer, Militärfahrzeuge und ein Kommandozentrum.
Der libysche Übergangsrat hatte den letzten Kämpfern von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi bis Mitternacht zum Samstag Zeit gegeben, die Waffen niederzulegen. Schon in der Nacht zuvor hatten sich die Aufständischen heftige Gefechte mit den Gaddafi-Getreuen in Bani Walid geliefert. Dabei waren sie bis auf zwei Kilometer an das Stadtzentrum vorgerückt. Es seien außerdem mehr Gaddafi-Kräfte in der Stadt als ursprünglich erwartet, sagte der BBC-Reporter.
Die bisherigen Kampfhandlungen der Rebellen wurden allerdings von Voraus-Kommandos ausgeführt. Einen Angriffsbefehl für Hunderte Aufständische, die vor Bani Walid zusammengezogen wurden, gab es bislang nicht.
Die 35 Opfer sollen von Anhängern Gaddafis vor ihrem Tod gefoltert worden sein. zum Video
Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Dschasira soll sich Saif al-Islam al-Gaddafi, der Sohn des flüchtigen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi, noch am Vortag in Bani Walid aufgehalten haben. Er soll dort eine Gruppe von Jugendlichen dazu ermuntert haben, gegen die "Teufel" - gemeint waren die Rebellen - zu kämpfen. Von unabhängiger Seite ließ sich das nicht bestätigen.
Gekämpft wurde am Freitagabend auch östlich der Küstenstadt Sirte, berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf Angaben des Übergangsrats. Rebelleneinheiten seien bei ihrem Vormarsch rund 55 Kilometer vor der Stadt auf Gegenwehr der Gaddafi-Anhänger gestoßen. Bei dem Gefecht sei auch schwere Artillerie eingesetzt worden.
Angesichts des Vormarschs der Kämpfer der neuen libyschen Führung setzen sich immer mehr führende Offiziere des alten Regimes ins Nachbarland Niger ab. In der Nacht auf Freitag hätten der Stabschef der libyschen Luftwaffe und sein Pilot Niger erreicht, sagte der nigrische Justizminister Amadou Morou. Außerdem seien die Kommandeure zweier libyscher Militärbezirke sowie sechs Zivilpersonen in dem Land eingetroffen.
Berichte örtlicher Medien legten nahe, dass es sich bei einem der Offiziere um General Ali Kana handeln könnte. Der Tuareg galt als enger Vertrauter Gaddafis. Kana habe «gemeinsam mit schwer bewaffneten Truppen» die Grenze zum Niger überschritten, berichtete der Africa Intelligence Newsletter.
Der 69 Jahre alte Muammar al-Gaddafi war vor zweieinhalb Wochen durch einen bewaffneten Aufstand aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben worden. Sein gegenwärtiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Derzeit sind außer Bani Walid und Gaddafis Geburtsstadt Sirte noch zwei Städte in der Hand Gaddafi-treuer Kämpfer - die Wüstenoase Dschufra und die Garnisonsstadt Sebha.
Quelle: dpa , dapd
Richard schrieb:
am 10. September 2011 um 19:13:25
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Good night left side
Wo ist eigentlich die humanitäre Katastrophe geblieben, die unsere Gaddafi-Freunde prophezeit haben? Ich sehe hier
keine zusammengebrochene Versorgung der Bevölkerung. Meiner Meinung nach war dies alles nur Panikmache unserer Kollegen hier. Wenn der Prozess der Normalisierung in diesem Tempo weiter geht. kann der Krieg schon mittelfristig in der Wahrnehmung verschwunden sein.
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E.K. schrieb:
am 10. September 2011 um 19:01:33
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Sei 6 Monaten bombadieren die NATO Zivilisten und zivile Einrichtungen
Ich würde gerne mal die wahre Zahl der 10.000den Toten wissen,die die
NATO durch ihre Kriegsverbrechen zu verantw. hat?So sieht also Luftraumüberwachung aus?Ein"Hoch"auf die westliche"Demokratie"!U.die neuen Machthaber werfen andersfarbige(z.B.Gastarbeiter)aus dem Land u.wenn die Kameras aus sind,werden sie vergewaltig u.ermordet(heute journal)!Auch die Touaregs die unter Gaddafi geschützt wurden,werden jetzt verfolgt!U.Afrika hungert,weil Gaddafi kein Geld mehr geben kann!
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Georg schrieb:
am 10. September 2011 um 19:01:11
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Waldi
Ist euch mal aufgefallen das die Lybischen Truppen die Nato nicht angreift??? Eventuell hoffen sie, dass die Nato zur Vernunft kommt
und die aufständischen Terroristen bekämpft?
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