05.06.2007, 13:22 Uhr
Die Polizei hatte gehofft, mit ihrer Strategie der Deeskalation mehr Erfolg zu haben, und auch für die globalisierungskritische Organisation Attac waren die Bilder vom Samstag "ein Schock": Krawallmacher werfen mit Pflastersteinen auf die Ordnungshüter. Fast 1000 Menschen wurden dabei verletzt. In der Öffentlichkeit wurden für die eskalierende Gewalt vor allem vermummte Autonome und der so genannte Schwarze Block verantwortlich gemacht. Doch offensichtlich gab es bei der Demonstration in Rostock noch ganz andere Randalierer, die viel subtiler, aber kaum weniger gefährlich gegen die Polizei vorgingen.
Die Polizei und der Schwarze Block
Foto-Serie
Vorschläge von hintenGSG 9 gegen G8-Randalierer
Clowns müssen nicht harmlos sein
Auf den ersten Blick wirkten die Clowns, die sich in die Menge gemischt hatten, recht harmlos. Anders als den vermummten Demonstranten konnte man ihnen nicht ansehen, was sie vorhatten. Sie hätten fröhliche Teilnehmer eines Faschingsumzugs sein können, wenn sie nicht diese ungewöhnlichen Waffen dabei gehabt hätten.
Schwarzer Block
Flash-Grafik
Bunt und vielfältig
Foto-Serie
Chemische Flüssigkeit und kein Wasser
Einige der Spaßvögel hatten Riesenspritzpistolen dabei, die nicht nur mit Wasser gefüllt waren. Aus diesem harmlos wirkenden Spielzeug versprühten sie chemische Flüssigkeiten gegen Polizisten und verletzten sie so auf hinterhältige Art und Weise. "Acht Polizisten mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden", beschreibt Polizeisprecher Axel Falkenberg am Dienstag in Rostock die Folgen.
Foto-Serie Der Club der Mächtigen
Hintergrund Was ist Globalisierung?
Vorgehen in Deutschland bislang unbekannt
Die Gruppe nennt sich "Clown's Army". Für die Polizei ist dies ein in Deutschland bislang unbekanntes Vorgehen der militanten Szene gegen die Ordnungshüter. Welche Flüssigkeit sie mit ihren Spritzpistolen versprühten, ist auch noch nicht geklärt. Fest steht nur, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Schon am Samstag mussten mehrere Polizisten mit schmerzhaften Hautreizungen medizinisch behandelt werden.
Bush reist heute schon an
Die nächste große Herausforderung wartet schon auf die Demonstranten: Am Abend trifft US-Präsident George W. Bush in Mecklenburg-Vorpommern ein. Dann dürfen nur maximal 50 Personen an einer Kundgebung gegenüber der Einfahrt zum Flughafen teilnehmen. Die anderen dürften ihren Unmut nur an einer etwa 500 Meter entfernten Buswendeschleife zeigen, die an der Zufahrtsstraße zum Flughafen liegt. Ob es trotzdem friedlich bleibt, wird sich dann zeigen.
Quelle: dpa , t-online.de
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