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G8-Gipfel in L'Aquila: G8-Staaten wollen Schwellenländer ins Boot holen

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G8 beschließen Rahmen für Klimaschutzziele

08.07.2009, 21:03 Uhr

Sechs der acht G8-Staats- und Regierungschefs vor der mächtigen Kulisse der italienischen Abruzzen (Foto: dpa) Sechs der acht G8-Staats- und Regierungschefs vor der mächtigen Kulisse der italienischen Abruzzen (Foto: dpa)

Die acht führenden Industriestaaten haben einen groben Rahmen für den Klimaschutz beschlossen. Das sagten Diplomaten am Rande des G8-Gipfels im italienischenL'Aquila. Erstmals hätten die USA zugestimmt, die Erderwärmung im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, heißt es. Bis 2050 sollen alle Länder der Erde den Ausstoß gefährlicher Treibhausgase halbieren. Für die Industriestaaten hätte das zur Folge, dass sie den Ausstoß der Treibhausgase bis 2050 um 80 Prozent oder mehr verringern müssten.

Kritik an der Vereinbarung kam von Russland. Moskau hält die angestrebte Reduzierung der Treibhausgase für "inakzeptabel". Russland könne eine solche Verpflichtung nicht eingehen, sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Dmitri Medwedew, Arkadi Dworkowitsch.

Noch viel Arbeit

Aber auch ohne die russischen Einwände bleibt nach Einschätzung aus der deutschen Delegation bis zum angestrebten Abschluss eines neuen Weltklimaabkommens im Dezember in Kopenhagen noch viel Arbeit. Die Beschlüsse, die dann erheblich konkretisiert werden müssen, seien jedoch ein wichtiger Zwischenschritt.

USA hören auf Experten

Erstmals stimmten auch die USA zu, die Erderwärmung im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Im Entwurf des Abschlusspapiers heißt es: "Wir erkennen die verbreitete wissenschaftliche Meinung an, dass der Anstieg der Durchschnittstemperaturen über das vor-industrielle Niveau zwei Grad Celsius nicht überschreiten sollte."

Merkel will Vorreiter sein

Unmittelbar vor Beginn des dreitägigen Gipfels hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch einmal die Anstrengungen aller beim Klimaschutz, insbesondere der alten Industrienationen, forciert. "Deshalb haben wir, die wir ja auch schon viele Schäden an der Natur angerichtet haben, natürlich auch die Aufgabe, Vorreiter zu sein, wenn es um den Schutz des Klimas geht", sagte die Kanzlerin.

Schwung durch Obama

Die EU führt den neuen Schwung vor allem auf die Bewegung der USA seit dem Amtsantritt von Barack Obama zurück. "Es gibt sehr wichtigen Fortschritt von den USA", sagte der schwedische Regierungschef und amtierende EU-Ratsvorsitzende Fredrik Reinfeldt. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso räumte allerdings ein, dass einige der internationalen Partner noch nicht bereit seien, den ehrgeizigen Klimazielen der Europäer auf mittlere Sicht zu folgen: "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen."

Unter Bush undenkbar

Eine solche Vereinbarung war zu Zeiten von US-Präsident George W. Bush noch undenkbar, auch wenn sie Umweltschützer längst nicht zufriedenstellen wird. So fehlen genaue mittelfristige Ziele.

Bewegung außerhalb der G8

Außerdem zeichnet sich ab, dass es auch über die G8 - die USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Russland - hinaus Bewegung gibt. Am Donnerstag werden zu dem Treffen in Italien noch die Staaten hinzukommen, die neben den G8-Nationen vorrangig für die Emissionen verantwortlich sind. Dazu gehören etwa China, Indien, Südkorea und Brasilien sowie Australien.

Das Zwei-Grad-Ziel

Dieser Staatenkreis, der unter dem Kürzel MEF für "Major Economies Forum" firmiert, akzeptiert nach den Vorgesprächen nun ebenfalls erstmals das Zwei-Grad-Ziel. Sie sollen auch bereit sein, die Emissionen gegenüber dem heute anzunehmenden Verlauf beachtlich zu reduzieren. Zahlen werden nach derzeitigen Stand in den Dokument aber nicht genannt werden. Es werde aber anerkannt, dass es spätestens in Kopenhagen ein globales Ziel geben müsse, hieß es.



Quelle: dpa

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