08.11.2011, 16:53 Uhr
Die hohe Kunst der Diplomatie: Frankreichs Präsident Sarkozy und der israelische Regierungschef posieren für die Kameras (Quelle: Reuters)
Eine technische Panne beim G20-Gipfel in Cannes hat überraschende Blicke hinter die Kulissen der Weltpolitik gewährt: Vor einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche konnten Journalisten aus Versehen einer wenig schmeichelhaften Unterhaltung zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy mit US-Präsident Barack Obama lauschen. In dem Gespräch bezeichnete Sarkozy den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu als "Lügner", berichtete das französische Internetmagazin "Arrêt".
"Ich kann ihn nicht mehr sehen, das ist ein Lügner", soll Sarkozy in einem Nachbarraum wenig diplomatisch über Netanjahu erklärt haben. Obama antwortete darauf nur lakonisch: "Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun!"
Zu der Veröffentlichung des diplomatisch heiklen Gesprächsausschnittes kam es durch eine Panne beim G20-Gipfel in Cannes Ende der vergangenen Woche. Das Organisationsteam sendete dabei den eigentlich nur für die Übersetzer bestimmten Ton der Unterhaltung auf einem Kanal, der auch von Journalisten verfolgt werden konnte.
Die Mithörer hatten zunächst gemeinsam entschieden, nicht über die eigentlich vertrauliche Unterhaltung zu berichten. Über "Arrêt" fanden die Sätze dann aber doch den Weg an die Öffentlichkeit. Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP wurden sie von mehreren Journalisten bestätigt.
Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat, US-Senator John McCain, fand die Bemerkungen Sarkozys nicht überraschend. "Die Franzosen waren schon immer so", sagte er dem Fernsehsender Fox. An Obamas Stelle allerdings hätte er wegen der Panne schon einige Mitarbeiter entlassen.
Die Beziehungen zwischen Obama und Netanjahu gelten als schwierig, immer wieder kam es zu Verstimmungen zwischen den beiden. Extrem frostig verlief ein Treffen im März 2010 in Washington wegen des Streits um die israelische Siedlungspolitik - es gab nicht einmal einen Fototermin. Auch vor einem halben Jahr kam es zum offenen Streit. Kühl, ohne jedes Lächeln, präsentierten sich die beiden Männer nach einem Treffen im Weißen Haus der Presse. Lange hing der Haussegen zwischen beiden Staaten nicht mehr so schief.
Den ungewöhnlich offenen Worten war eine Kritik Obamas vorausgegangen. Er hielt demnach Sarkozy vor, die USA mit Frankreichs positiven Votum für die Aufnahme der Palästinenser in die UN-Kultur- und Wissenschaftsorganisation UNESCO überrascht zu haben.
Die Aufnahme der Palästinenser in die UNESCO hatte zuvor für politische Verstimmungen gesorgt. Die UNESCO-Generalversammlung hatte mit 107 zu 14 Stimmen bei 52 Enthaltungen für die Anerkennung der Palästinas als neues Vollmitglied der Organisation gestimmt. Die USA und Israel setzten die Zahlungen an die UN-Organisation daraufhin aus. Die Entscheidung fördere nicht den Frieden, sondern bewirke das Gegenteil, hieß es aus dem Büro Netanjahus.
Quelle: dpa , AFP
Alex schrieb:
am 8. November 2011 um 19:46:36
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Ich kenne aber kein
“palästinensisches” Volk …
————-
Ich auch nicht. Denn das gibt es nicht.
Das sind Araber bzw. die
arabisierten Dhimmis der Juden und Christen, die auf dem ehemals britischen Mandatsgebiet “Palästina” lebten oder zugezogen sind.Das “Volk von Palästina” gibt´s bei den Arabern erst nach dem verlorenen 6 Tage Krieg von 1967 und ist eine Erfindung des “Friedensfürsten” Jassir Arafat und seiner Berater (u.a. der Erdnuss Dhimmi Jimmy Carter).Im übrigen haben die arabischen Palis schon längst ihren e
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Krischan schrieb:
am 8. November 2011 um 19:45:20
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noch eine Lüge
@Carlo,
den Israelis geht es um Land, es geht um "Samaria" und "Judäa", und nicht "nur" um
Sicherheit für die Israelis. Dann würde man nämlich das WJL unter eine einheitliche Verwaltung stellen, so wie es nach 67 war und nicht zerfetzen und zerstückeln und mit diesen schwer zu schützenden Siedlungen voller Frauen und Kinder zubauen.
@Thea,
was für eine Demagogie: Zwischen Landraub und Kapitulation gibt es keinen Spielraum?
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Henry schrieb:
am 8. November 2011 um 19:43:38
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Gaza
ist nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten, seit Ägypten die Grenze in Rafah geöffnet hat. In Gaza gibt es wohlgefüllte
Gemüsemärkte, Einkaufszentren und seit neuerem sogar ein Spaßbad. Die Frauen Gazas haben die weltweit höchste Geburtenrate und die Gesamtbevölkerung schlägt sich mit Problemen wie der zunehmenden Übergewichtigkeit herum.
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