03.11.2011, 14:37 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Cannes (dpa) - Im Zeichen der schweren Schuldenkrise Europas nehmen die führenden Industriestaaten der Welt auf dem G20-Gipfel heute (Donnerstag) in Cannes offiziell ihre Beratungen auf. Zu Beginn des zweitägigen Treffens geht es um einen Aktionsplan für Wachstum und Beschäftigung.
Weiteres Thema am ersten Gipfeltag ist der Welthandel. Schwerpunkte sind die Entwicklung der Weltwirtschaft, eine Reform des internationalen Währungssystems und eine weitere Regulierung der Finanzmärkte. Gastgeber ist Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Weil die schweren Turbulenzen in der Eurozone praktisch alles andere überlagern, rücken bei dem Treffen der G20 wichtige sonstige Themen in den Hintergrund. Dazu gehören die Rohstoff- und Nahrungsmittelsicherheit, Fragen der Infrastruktur und des Handels oder die Doha-Runde. Nichtregierungsorganisationen kritisieren das scharf.
Vor dem offiziellen Auftakt trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel am Vormittag mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Obama hofft auf weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft, von der auch die lahmende US-Konjunktur profitieren könnte.
Ebenfalls vor dem eigentlichen Beginn wollen sich die politischen Spitzen Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens abstimmen. Auch die EU-Institutionen sollen mit am Tisch sitzen, außerdem die EZB und der IWF - insgesamt eine Art Frankfurter Runde plus zwei.
Die Euro-Länder haben den Druck auf Griechenland massiv erhöht. Das griechische Volk müsse klar sagen, ob es weiter in der Euro-Zone verbleiben wolle oder nicht, erklärten Merkel und Sarkozy am späten Abend in Cannes. Auch ein Austritt aus der Euro-Gruppe ist kein Tabu mehr. "Wir sind gewappnet", sagte Merkel.
Die von den Euro-Finanzministern bereits gebilligte Kreditauszahlung von acht Milliarden Euro an Athen wird auf Eis gelegt, sagten Merkel und Sarkozy nach dem Krisengespräch mit dem griechischen Premier Giorgos Papandreou. Die Auszahlung stammt aus dem alten Hilfsprogramm für Athen in Höhe von 110 Milliarden Euro.
Weder die EU noch der Internationale Währungsfonds (IWF) könne weitere Gelder an Athen zahlen, solange sich Griechenland nicht an die Regel halte, mahnte Sarkozy.
Papandreou hatte zu Wochenbeginn angekündigt, sein Volk zum internationalen Hilfsprogramm zu befragen. Merkel sprach von einer ungewöhnlich ernsten Situation. Sie kritisierte, dass Griechenland das Referendum nicht abgestimmt habe.
Griechenland stimmt nach Sarkozys Worten am 4. oder 5. Dezember über das internationale Hilfspaket ab.
Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, riet der europäischen Politik nach dem angekündigten Referendum in Griechenland zu mehr Gelassenheit. "Mir macht Sorgen, dass sich die Politik von der kurzfristigen Entwicklung auf den Finanzmärkten treiben lässt, anstatt nüchtern einen strategischen Kurs zu verfolgen", sagte Straubhaar der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe).
In der G20 sind die weltweit stärksten Volkswirtschaften vertreten. Auch Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) sitzen mit am Tisch. Die jährlich wechselnde Präsidentschaft der G20 liegt in diesem Jahr bei Frankreich. Für das Treffen in dem südfranzösischen Seebad sind 12 000 Polizisten und Sicherheitskräfte aufgeboten.
Quelle: dpa
Prudentia schrieb:
am 3. November 2011 um 16:19:12
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G-20-Gipfel
Es ist anzunehmen, dass alles versucht wird,den Euro zu retten. Für uns
wird es kein erkennbares zurück zur DM geben.
Vermutlich wäre das auch
nicht die Lösung.Ein Land verhält sich in dieser Zeit sehr,sehr clever:Polen
behält solange den Sloty,bis die Schwierigkeiten im Euro-Raum gelöst
worden sind.Und gleichzeitig werden Subventionen in beachtlichem
Ausmaß kassiert.Deutschland wird immer dann umworben,wenn Geld
benötigt wird.D.steht nur so gut dar, weil keine Lohnsteigerungen
gewährt wurden!!!
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Bubo schrieb:
am 3. November 2011 um 11:50:18
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Gipfel
Das ist ja der Gipfel der Überheblichkeit! Frau Merkel mit ihrem seltsamen Demokratieverständnis kritisiert einen Demokrten. Endlich
zeigt einmal Jemand der arroganten Frau Merkel wie sie sich selber immer verhält: Vor vollendete Tatsachen stellen. Herr Papandreou hat wenigstens Rückgrat, selbst wenn es ihn seinen Posten kostet. Frau Merkel handelt ja immer nur aus Machtbessenheit.
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scooterfan schrieb:
am 3. November 2011 um 11:30:17
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bleibt zu hoffen
dass die Griechen sich gegen den Euro und damit gegen Europa entscheiden, fddamit dem Euro und der EU der Garaus gemacht
wird 70 % der Deutschen sehnen sich nach der DM zurück.
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