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Fukushima: Tepco öffnet die Türen von Unglücksreaktor 1

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Tepco öffnet die Türen von Unglücksreaktor 1

08.05.2011, 17:23 Uhr

Fukushima: Arbeiter sollen im besonders schwer beschädigten Reaktorblock 1 ein neues Kühlsystem aufbauen (Foto: Reuters) (Quelle: dpa)

Arbeiter sollen im besonders schwer beschädigten Reaktorblock 1 ein neues Kühlsystem aufbauen (Foto: Reuters (Quelle: dpa)

Acht Wochen nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat der Kraftwerksbetreiber Tepco die Türen des schwer beschädigten Reaktors 1 geöffnet, damit Arbeiter ein neues Kühlsystem aufbauen können. Zuvor hatte die japanische Regierung grünes Licht für die Aktion gegeben. Die Strahlung in dem Reaktor sei ausreichend gesunken.

Der Kraftwerksbetreiber öffnete am Abend (Ortszeit) die Doppeltüren zwischen dem Reaktorgebäude und einem angrenzenden Turbinenhaus, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Noch in der Nacht zu Montag sollten Arbeiter hineingehen, um die Strahlung dort messen.

Nur geringe Erhöhung der Strahlendosis erwartet

Am Donnerstag hatten Arbeiter Belüftungsrohre mit einem Filtersystem verbunden, um radioaktive Substanzen aus dem Reaktor zu filtern. Seitdem sei die Radioaktivität im Inneren deutlich gesunken. Es werde zwar erwartet, dass durch die geöffneten Türen Radioaktivität in die Umgebung entweichen könne, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Diese würde laut Tepco jedoch nur eine geringe Erhöhung der Strahlendosis auf dem Werksgelände verursachen.

Erst jetzt im Mai wurde allerdings damit begonnen, die etwa 800 Arbeiter, die in dem havarierten Atomkraftwerk in Japan eingesetzt werden, regelmäßig medizinisch zu untersuchen, wie Kyodo unter Berufung auf den Betreiberkonzern berichtete. Als Grund für die späte Untersuchung wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, wonach Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt wurden - wohl in der Erwartung, sie dauere nicht so lange.

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Neue Bilder aus dem Reaktor in Fukushima

Der Betreiber Tepco hat Aufnahmen vom Inneren des havarierten japanischen AKW veröffentlicht. zum Video

Von den Hunderten Arbeitern, die seit dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März in der Atomruine zum Einsatz kamen, seien 30 einer Strahlendosis von mehr als 100 Millisievert ausgesetzt gewesen, hieß es. Die gesetzliche Höchstdosis für Menschen, die beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, liegt in Deutschland bei 20 Millisievert pro Jahr und bei 400 Millisievert für das gesamte Leben (Berufslebensdosis).

Anti-Atomkraft-Proteste in Tokio

Unterdessen protestierten in Tokio Tausende gegen die Atomkraftnutzung. Über die Zukunft des erdbebengefährdeten Atomkraftwerks Hamaoka, das Japans Regierung schnell stilllegen möchte, wird allerdings erst später entschieden. Der Betreiber Chubu Electric Power wolle Gespräche darüber am Montag wieder aufnehmen, berichtete Kyodo unter Berufung auf Konzernmitarbeiter. Das Kraftwerk liegt in Zentraljapan nahe der 36.000-Einwohner-Stadt Omaezaki am Pazifik, nur 170 Kilometer südwestlich von Tokio.

Ministerpräsident Naoto Kan hatte den Betreiber am Freitag dazu aufgefordert, die Reaktoren 3 bis 5 der Anlage nicht weiter zu nutzen. Die Gefahr einer Katastrophe sei bei dem Kernkraftwerk zu groß. Die Reaktoren 1 und 2 hat der Konzern bereits stillgelegt.

Über 80.000 Menschen evakuiert

Das AKW Fukushima war im März beim Erdbeben und dem anschließenden Tsunami durch eine Wasserstoffexplosion schwer beschädigt worden. Die Havarie des Meilers war auf der internationalen Skala mit der höchsten Stufe 7 bewertet worden - ebenso wie Tschernobyl. Allerdings gelangte in Fukushima bislang deutlich weniger Radioaktivität in die Umgebung.

Das Erdbeben und der Tsunami kosteten mehr als 25.000 Menschen das Leben. Wegen des Atomunglücks in Fukushima, bei dem vier der sechs Reaktoren durch Explosionen schwer beschädigt wurden, mussten 80.000 Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um die Anlage ihre Häuser verlassen.


Quelle: dpa , dapd , AFP

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Kommentare (6)

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Thema: "Fukushima: Tepco öffnet die Türen von Unglücksreaktor 1"

Atom ja schrieb: am 8. Mai 2011 um 18:37:17
(0) (0) wer soll das bezahlen
Ohne Atomstrom geht es doch noch nicht,oder es wird aus den Nachbarländern eingekauft und der Verbraucher zahlt wie
immer die Zeche ! Ihr Motzt über alle Preiserhöhungen,Benzin u.s.w ,da wird der Strompreis auch erheblich steigen.Aber es gibt ja viele Reiche denkt Ihr,daß stimmt wohl nur zum Teil denke ich,sonst hätten wir weniger Harz4 Empfänger in Deutschland. Nein ich gehe für mein Geld schon 38 Jahre brav zur Arbeit. Also schreit einfach weiter,der Staat macht sowieso was er will.
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Dieter schrieb: am 8. Mai 2011 um 18:34:10
(0) (0) Kernkraft ja bitte.
Na so schlimm war das Ganze doch gar nicht. Also weiter mit der Kernkraft. Was besseres gibt es nicht. Das mit den
ernbeuerbaren ist alles Quatsch und völlig realitätsfremd.
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Frank schrieb: am 8. Mai 2011 um 18:30:12
(0) (0) Das würde man sich wohl..
gerne erhoffen, aber warte mal ab, wenn wieder Wahlen angesagt sind & die Grünen wieder Wählerstimmen einfangen
wollen. Obwohl die Katastrophe weiterhin besteht, wird noch kaum darüber berichtet, da andere Sensationen, um Wählerstimmen zu fangen, interessanter sind. Letztendlich geht es allen um Macht und nicht um das Wohl des Volkes. Logisches Denken mit Blick auf die Zukunft und dies massvoll ist nicht mehr erwünscht.Hoffentlich bekommen es die Japaner hin. Ich drücke Ihnen die Daumen.
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