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Fukushima: Japans Nachbarn besorgt über radioaktive Abwässer

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Japans Nachbarn besorgt über radioaktive Abwässer

05.04.2011, 13:23 Uhr

Mitarbeiter der japanischen Marine arbeiten von einem Schiff aus an dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima (Foto: dpa)

Mitarbeiter der japanischen Marine arbeiten von einem Schiff aus an dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima (Foto: dpa)

Die Südkoreaner sorgen sich über die Einleitung von radioaktiv verseuchtem Wasser in den Pazifik. Ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul sagte, Südkorea habe Japan um detaillierte Informationen über die Wassereinleitungen aus dem Atomkraftwerk in Fukushima ins Meer gebeten. Der AKW-Betreiber Tepco pumpt derzeit leicht verstrahltes Wasser ins Meer, um später in Tanks stärker verstrahltes Wasser speichern zu können. Das Abpumpen wird voraussichtlich bis zu diesem Wochenende dauern.

Südkorea benötige genaue Daten, um die möglichen Gefahren für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt abschätzen zu können, hieß es. Das Land sei nicht im voraus über die Einleitung des verseuchten Wassers ins Meer informiert worden. Aufgrund der Nähe zu Japan sei die Maßnahme ein "dringendes Problem" für Südkorea, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap Regierungsbeamte in Seoul.

Neues Wasser wird laufend eingeleitet

Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte am Montag nach japanischen Medienberichten damit begonnen, 11.500 Tonnen Abwasser in den Pazifischen Ozean zu pumpen. Es sei nur leicht verstrahlt, versicherte das Unternehmen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, strömten bis Dienstag rund 3,4 Millionen Liter leicht belastetes Wasser ins Meer.

Die Arbeiter in der Atomruine stehen vor einem Dilemma: Sie leiten Wasser zum Kühlen der Reaktoren in die Kraftwerksgebäude, wissen dann aber nicht, wohin damit. Die Behörden gehen davon aus, dass sich inzwischen 60.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser im Keller der Reaktorgebäude sowie in unterirdischen Kanälen angesammelt haben. Das Wasser behindert das weitere Vorgehen der Arbeiter.

Nachrichten
Tepco bietet Zahlungen als Ausgleich für Verseuchung

Der AKW-Betreiber pumpt kontaminiertes Wasser ins Meer und offeriert gleichzeitig den Evakuierten Schadensersatz. zum Video

Außerdem kämpft Tepco weiterhin gegen ein Leck, aus dem unkontrolliert hoch radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer strömt. Das Wasser stammt vermutlich aus Reaktorblock 2, in dem die Brennstäbe teilweise geschmolzen waren. Wie japanische Medien unter Berufung auf Tepco meldeten, ergab eine Messung vom Samstag, dass die Jod-Konzentration im Meer vor Reaktor 2 um das 7,5 Millionen-Fache über den zulässigen Grenzwerten liegt. Die Regierung kündigte schärfere Kontrollen bei Meeresfrüchten an.

Tankfloß auf dem Wag nach Fukushima

Japan hat zum Auffangen von radioaktiv verseuchtem Wasser ein riesiges Tankfloß in Bewegung gesetzt. Das sogenannte Megafloat legte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Stadt Shimizu in der Provinz Shizuoka ab und wird zunächst in eine Werft in der Tokioter Nachbarstadt Yokohama gezogen. Dort soll es für den Einsatz an der Atomruine umgebaut werden, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete.

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6 Bilder von 8

Das stählerne Tankfloß werde voraussichtlich nach dem 16. April in Fukushima eintreffen, hieß es. Es kann 10 Millionen Liter Flüssigkeit aufnehmen. Es ist 136 Meter lang, 46 Meter breit und war bislang im Hafen von Shimizu als schwimmende Insel für Angler benutzt worden.

Experten wiegeln ab

Kontaminiertes Wasser aus Fukushima stellt nach Ansicht von US-Experten keine große Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich, sagte William Burnett von der Florida State University.

Lediglich im unmittelbaren Umfeld der beschädigten Reaktoren könne es zu genetischen Mutationen kommen, wenn die Einleitung von radioaktiv belastetem Wasser über einen längeren Zeitraum andauere. Bereits ab einer Entfernung von rund 800 Metern bestehe aber kein Risiko, falls die Situation nicht weiter eskaliere, sagte Burnett.

Messungen hätten ergeben, dass die radioaktive Belastung des Meeres rund 30 Kilometer vor der Küste bereits tausendfach geringer sei, als unmittelbar vor dem Kraftwerk, sagte Ken Buesseler vom Ozeanografischen Institut Woods Hole im US-Staat Massachusetts. Die Gefahr durch kontaminierte Nahrungsmittel aus dem Meer sei daher deutlich geringer als die durch Strahlenbelastung an Land.


Quelle: dpa , dapd

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Kommentare (275)

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Thema: "Fukushima: Japans Nachbarn besorgt über radioaktive Abwässer"

Iowa schrieb: am 5. April 2011 um 19:39:42
(0) (0) Japan
Ich finde es unmöglich, daß die J. das verstrahlte Wasser ins Meer ableiten, aber das ist typisch für deren Einstellung zu Natur
grundsätzlich!!! Es ist schlichtweg dumm und größenwahnsinnig, auf dem "Feuergürtel" lebend, KKW zu bauen!!! Uns hier in Europa fliegt in absehbarer Zeit der ganze Atomschrott in Rußland (z.B. U-Boote) um die Ohren und wir bauen diese besch... Windräder, was für eine verkehrte Welt....
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Tulpe schrieb: am 5. April 2011 um 19:36:52
(0) (0) STufe 5
Übertreibt Ihr nicht alle ? Es wird immer noch von den internationalen Experten als Stufe 5 bewertet ! Zur Erinnerung bei den Russen
war es eine 7 und das sofort nach Ausbruch !!!!
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Nina schrieb: am 5. April 2011 um 19:33:25
(0) (0) Fukushima
Des Menschen Leben ist nicht viel Wert: laut AKW-Lobbyisten müssen wir in Kauf nehmen, dass unser Gesundheit geschädigt wird!
Damit einige einen guten Profit machen können! Wer das mit der Unbedenklichkeit von Fischen glaubt, der wird selig! Wie bei F.J. Strauß, der sagte Tschernobyl ist ungefährlich, hat selber aber den Deckbelag seines Gartens entsorgen lassen!
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