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Freunde und Rivalen kritisieren erstes Althaus-Interview

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Freunde und Rivalen kritisieren erstes Althaus-Interview

16.03.2009, 15:52 Uhr

Dieter Althaus will in den kommenden Wochen in die Politik zurückkehren (Foto: dpa) Dieter Althaus will in den kommenden Wochen in die Politik zurückkehren (Foto: dpa)

Mit dem ersten Zeitungsinterview nach seinem schweren Skiunfall hat der Thüringer CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus politische Freunde und Gegner gleichermaßen verärgert. "Ich halte nichts davon", sagte der CDU-Landesgeschäftsführer und Wahlkampfchef Andreas Minschke am Montag in Erfurt.

Herausforderer Bodo Ramelow von der Linken befürchtet, dass die CDU jetzt mit einer täglichen Seifenoper um Althaus' Gesundheit von ihren politischen Problemen ablenken will. Ähnlich beurteilt das SPD-Chef Christoph Matschie, der Althaus vorwirft, sich fragwürdig in Szene zu setzen.

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"Das kann er machen, wenn er fit ist"

Wahlkampf-Chef

Minschke sieht Althaus vorerst nicht in weiteren Medien auftreten etwa in Talkshows. "Das kann er machen, wenn er fit und wiederhergestellt ist und die Amtsgeschäfte führt." Er verteidigte auch die Entscheidung, bei der Delegiertenversammlung am vergangenen Samstag auf eine Videobotschaft von Althaus zu verzichten. "Althaus ist noch krank, da besteht nicht der Zwang zum Fotoshooting."

Linke und SPD fordern Fairness

Ramelow kritisierte, Althaus lasse es an der nötigen Zurückhaltung fehlen. "Er erwartet vom politischen Gegner Fairness, lässt aber selbst jeden Genesungsfortschritt von seinen Hofberichterstattern wie einen Staatsakt feiern." SPD-Chef Matschie erwartet eine klare Entscheidung von Althaus. "Auf der einen Seite fordert er seine Ruhe, auf der anderen hat er die Kraft für ein umfangreiches Interview. Beides zusammen geht nicht."

"Schuld ist nicht die richtige Kategorie"

Althaus hatte in dem Interview mit der "Bild am Sonntag" erklärt, durch den Unfall sei er von heute auf morgen in ein anderes Leben gekommen. Die Nachricht über den Tod der Skifahrerin Beata C. sei ein "furchtbarer Schock" gewesen. "Schuld ist nicht die richtige Kategorie, um ein solch tragisches Unglück zu bewerten", sagte Althaus dem Blatt. "Ich fühle mich aber verantwortlich." An den Unfall selbst habe er keine Erinnerung mehr. "Mein allererstes festes Bild stammt aus Jena, etwa zehn Tage nach dem Unfall. Da stehen der Chefarzt und seine Ärzte bei der Visite um mich."

"Es lässt mich auch jetzt noch nicht los"

Seine Frau habe ihm schon früh von dem Unglück und der toten Frau erzählt. Anfangs habe er die Tragweite nicht erfassen können. Doch als er es verstanden habe, sei für ihn klar gewesen, dafür gerade zu stehen. "Es lässt mich auch jetzt noch nicht los, dass ein so schreckliches Unglück passieren konnte. Und dass ich in diesen tragischen Unfall verwickelt bin."

"Die Talphase habe ich hinter mir"

Er selbst sehe sich auf einem guten Weg. In den ersten Wochen nach dem Unfall sei er unkonzentriert gewesen, auch sei der Sprachfluss zeitweise stark beeinträchtigt gewesen. Das habe sich nun geändert. Vor allem in den letzten zwei Wochen habe er "große Fortschritte" gemacht. Er brauche deutlich weniger Medikamente, und auch die Therapie schlage an. "Die Talphase habe ich hinter mir. Jetzt geht es aufwärts." Sein Glaube habe ihm geholfen, den tragischen Unfall zu verarbeiten, sagte der bekennende Katholik weiter.

Althaus noch in der Klinik

Der Ministerpräsident kehrt vermutlich am nächsten Mittwoch nach Thüringen zurück. Derzeit befindet er sich noch in einer Reha-Klinik am Bodensee.

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Quelle: dpa , dapd

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