SPD-Chef Müntefering hat offenbar wieder eine Frau an seiner Seite (Fotos: dpa, NRW-SPD)
Eine junge und attraktive Frau an der Seite von SPD-Parteichef Franz Müntefering? Spekulationen um "Müntes Neue" sorgten für das Tagesgespräch in der Berliner Politik- und Medienszene: "Ist doch in Ordnung", kommentierte SPD-Fraktionschef Peter Struck in gewohnter Art kurz und bündig die Meldungen.
Nach Berichten von "Bunte" und "Bild" soll es sich dabei um Michelle Schumann handeln. Sie ist 29 Jahre alt und seit vergangenem Jahr wissenschaftliche Mitarbeiterin im Berliner Bundestagsbüro Münteferings. Auch schreibt sie für die SPD-Parteizeitung "vorwärts". SPD-Sprecher Stefan Giffeler wollte auf Anfrage zu "urprivatesten Angelegenheiten" des SPD-Chefs keine Stellung nehmen. Auch Müntefering werde sich dazu nicht äußern.
Die "Bild"-Zeitung zitierte einen engen Vertrauten des SPD-Chefs: "Seit Februar oder März hat sich zwischen den beiden eine persönliche Wertschätzung, eine freundschaftliche Beziehung, eine intensive Zuneigung entwickelt." Die Zeitung folgert: "Irgendwann muss es zwischen ihnen dann gefunkt haben." Die Zeitschrift "Bunte" sieht die 29-Jährige als Geheimnis "dieser Power, die der SPD-Vorsitzende neun Monate nach dem tragischen Krebstod seiner Frau Ankepetra an den Tag legt".
Schumann gilt in der SPD als Nachwuchstalent
Michelle Schumann, eine ausgebildete Kinderpflegerin und studierte Journalistin aus Herne in Westfalen, ist seit 1999 SPD-Mitglied. Im nordrhein-westfälischen SPD-Landesverband gilt sie als Nachwuchstalent. Als sie 2004 einen Redewettstreit für politische Junioren gewann, gab sie neben Müntefering auch Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder als rhetorische Vorbilder an.
Überraschende Rückkehr an die Parteispitze
Müntefering ist seit Sommer vergangenen Jahres Witwer. Seine Frau Ankepetra starb im Juli 2008 nach langem Krebsleiden. Um sie zu pflegen, war Müntefering im November 2007 als Arbeitsminister und Vizekanzler zurückgetreten. Nach dem Rückzug von Kurt Beck wurde der Sauerländer im Oktober 2008 erneut zum SPD-Vorsitzenden gewählt. Er hatte die Partei bereits von Februar 2004 bis Ende Oktober 2005 geführt.
SPD-Chef will Müntefering nach eigenen Worten noch lange bleiben - möglicherweise sogar über 2011 hinaus: "Ich habe schon vor, eine Strecke daraus zu machen. Ich habe mir viel vorgenommen", sagte 69-Jährige der "Rheinischen Post". Beim SPD-Bundesparteitag im November werde er zunächst für zwei weitere Jahre als Parteivorsitzender kandidieren. "Wie das bei uns üblich ist. Und dann schauen wir mal weiter", sagte der SPD-Politiker.