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franz Müntefering gibt grünes Licht für Rot-Rot auf Landesebene

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Müntefering erteilt Rot-Rot grünes Licht

22.12.2008, 11:26 Uhr

SPD-Chef Franz Müntefering segnet rot-rote Bündnisse auf Landesebene ab (Foto: ddp) SPD-Chef Franz Müntefering segnet rot-rote Bündnisse auf Landesebene ab (Foto: ddp)

SPD-Parteichef Franz Müntefering hält rot-rote Bündnisse auf Landesebene für sinnvoll. "Wenn es uns gelingt, mehr sozialdemokratische Ministerpräsidenten zu stellen, würde uns das helfen - mehr als es schadet", sagte er dem Magazin "Stern".

Auch in Thüringen und im Saarland, wo unmittelbar vor der Bundestagswahl gewählt wird, sei dies denkbar. "Das macht mir keine Angst." Im Saarland kandidiert Oskar Lafontaine als Linke-Spitzenkandidat.

"Nie mehr mit Lafontaine an einen Tisch"

Eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene schloss Müntefering allerdings erneut aus. Mit Linke-Parteichef Lafontaine werde er sich nie mehr gemeinsam an einen Tisch setzen: "Ich habe da wirklich keine Lust mehr drauf, das sage ich ganz ehrlich." Lafontaine, der selbst früher SPD-Chef war, sei für ihn ein "Parteienfrikassierer", meinte Müntefering. "Das sind keine Leute, die eine neue verantwortliche Politik aufbauen wollen. Sondern das sind Leute, die den anderen wehtun wollen, aber nicht die Verantwortung übernehmen."

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Müntefering will Rot-Grün oder Ampel

Müntefering setzt nach der Bundestagswahl im kommenden Herbst auf eine Koalition mit den Grünen oder eine Ampel-Koalition unter Beteiligung der FDP. Die Liberalen würden sich nicht mehr wie 2005 einem solchen Dreier-Bündnis verweigern können, sagte Müntefering in der ARD-Sendung "Beckmann", die am Montag ausgestrahlt wird. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier räume er gute Chancen gegen Amtsinhaberin Angela Merkel ein. "Steinmeier ist ein sehr Seriöser, der aufbaut. Er macht nichts Spektakuläres, aber die Zeit bis zum 27. September reicht. Er wird die Nase vorn haben."

Clement wollte sich nicht "entmannen" lassen

Die Gefahr der Bildung einer neuen sozialliberalen Partei mit dem früheren SPD-Politiker Wolfgang Clement sieht Müntefering nicht. "Das, was er zuletzt gezeigt hat, zeigt, dass eine Partei, die aus mehr besteht als ihm, von Anfang an hoch gefährdet ist." Clement war nach einem Parteiausschlussverfahren gegen ihn, das lediglich mit einer Rüge der Bundesschiedskommission ausging, Ende November selbst aus der SPD ausgetreten und hatte der Parteiführung vorgeworfen, ihn "entmannen" zu wollen.

Noch lange SPD-Chef

Müntefering stellte klar, dass er für längere Zeit Parteivorsitzender bleiben möchte. "Ich habe nicht vor, eine kurze Geschichte daraus zu machen", sagte er dem "Stern". Er werde im nächsten Jahr erneut für den Posten kandidieren. Allerdings habe er das Amt nicht gesucht. Steinmeiers Angebot an ihn, nach dem Rücktritt von Kurt Beck als Parteichef zurückzukehren, habe er zunächst gar nicht annehmen wollen: "Ich habe mich kurz gewehrt."


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Quelle: dpa

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