31.01.2012, 13:14 Uhr | Von Sabine Maurer, dpa
Die Mainzer Fastnachtsikone Margit Sponheimer führt durch die Sendung "Frankfurt Helau!" (Quelle: imago)
Die Mainmetropole Frankfurt ist eher für seine Banken als für seine Fastnacht bekannt. Immerhin gibt es aber in der Stadt des Geldes 66 Karnevalsvereine. Doch Frankfurt wird in diesem Jahr eine besondere Ehre zuteil: Die Sitzung des Grossen Rates der Karnevalvereine läutet in diesem Jahr mit "Frankfurt Helau!" die heiße Phase der närrischen Saison ein.
Aufgezeichnet wurde die Sendung aus Frankfurt am Freitagabend. Dabei durfte die hessische Politprominenz in der ersten Reihe natürlich nicht fehlen. Spätestens als Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel in lustiger Kleidung "Hölle, Hölle, Hölle" singen und dabei klatschen, ist klar: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Auch Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), der gerne Frankfurts Oberbürgermeister werden möchte, ist dabei - die scheidende Amtsinhaberin Petra Roth (CDU) dagegen fehlt.
Der Sendesaal ist voll mit Hunderten Menschen in Kostüm und allerbester Laune. Routiniert begrüßt die Mainzer Fastnachtsikone und gebürtige Frankfurterin Margit Sponheimer ("Am Rosenmontag bin ich geboren") die Gäste und verspricht "die besten Redner und lustigsten Sänger".
So zum Beispiel die Zahnärztin Patricia Lowin, die im türkisfarbenen Mini-Dirndl als Türkin auftritt. Sie spielt die Moderatorin eines angeblich neuen Senders aus der Frankfurter Nachbarstadt Offenbach: "Döner TV" mit Sendungen wie "Döner for One" oder "Anne will Döner".
Ein Kalauer jagt den nächsten. Als einer der Höhepunkte marschiert schließlich das neue Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II. mit Garde zur Inthronisierung ein. Die beiden singen, werden von Sponheimer begrüßt, dann dürfen sie ihre Plätze auf der Bühne einnehmen.
Schließlich steigt der Kabarettist Lars Reichow in die Bütt, angekündigt als "Minister des Humors". Er sammelt vor allem mit dem in Frankfurt und Umgebung heiklen Thema Nachtflugverbot Punkte bei den Zuschauern, wenn auch vielleicht nicht bei Bouffier. "Erst hat er gesagt, dass nachts nicht geflogen wird. Dann hat er gesagt, wir fliegen trotzdem - nachts schlafen doch alle und merken nichts", nimmt der gebürtige Mainzer den Ministerpräsidenten aufs Korn.
Außerdem fordert Reichow ein "dreifaches Helau für die Angestellten von Schlecker", berichtet vom Kopierladen des Freiherrn von und zu Guttenberg in den USA. Heidi Klum suche in ihrer Fernsehsendung "Heidi's next Toptrottel" nach einem neuen Mann, lästert der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist. Und Bundespräsident Christian Wulff müsse schon alleine wegen seines "hässlichen Klinkerhauses" zurücktreten. Von dem "völlig überraschenden Tod Johannes Heesters'" findet er dann den Bogen zur Politik und leitet auf die FDP über: "Wo wir gerade beim Sterben sind..."
Quelle: dpa
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