08.02.2012, 17:59 Uhr
Der Antrag auf Freilassung Francesco Schettinos wurde abgelehnt.
Der Kapitän des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", Francesco Schettino, muss vorerst nicht zurück hinter Gitter. Das entschied ein Gericht in Florenz und erteilte damit sowohl einem Antrag der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung eine Absage. Dennoch droht dem Schiffsführer eine gewaltige Haftstrafe.
Die Ermittlungsrichterin Valeria Montesarchio hatte in den Tagen nach der Havarie vom 13. Januar die Haft für Schettino überraschend in einen Hausarrest umgewandelt. Die Staatsanwaltschaft hält wegen drohender Fluchtgefahr und der Schwere der Vorwürfe eine Haft jedoch für erforderlich.
Dem Kapitän werden mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Kreuzfahrtschiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.
Seine Verteidiger wollten den Hausarrest aufheben und forderten seine Freilassung. Schettino hatte ausgesagt, die gefährliche Route nahe an die Insel Giglio heran sei von ihm erwartet worden. Die "Costa"-Reederei hatte dies zurückgewiesen. Das Beschwerdegericht hatte sich am Montag dreieinhalb Stunden lang mit beiden Anträgen befasst.
Schettino verbringt den Arrest in seiner Wohnung an der Amalfi-Küste. Er darf die Wohnung nicht verlassen und nur mit seinen engsten Angehörigen kommunizieren.
Über seine Anwälte teilte er nach der Bekanntgabe der Entscheidung mit, er sei nun "beruhigter" und schlug vor, "gelassener" darüber zu sprechen, was "genau" geschehen sei.
Die italienische Zeitung "Il Messagero" rechnet indes mit einer Rekordstrafe: Dem Kapitän drohten wegen vielfacher fahrlässiger Tötung für jedes Todesopfer 15 Jahre Haft. Zudem komme für jeden Passagier, den Schettino nach der Havarie an Bord zurückgelassen hätte, eine Haftstrafe hinzu. Für Schiffbruch drohe in Italien zusätzlich zehn Jahre Haft. Insgesamt könnte so eine Gefängnisstrafe von 2697 Jahren ausgesprochen werden, rechnet die Zeitung vor.
Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs vor der toskanischen Insel Giglio wurden bislang 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter sechs Deutsche - das noch Überlebende gefunden werden, scheint äußerst unwahrscheinlich.
Quelle: dapd , dpa , AFP
Justicia schrieb:
am 7. Februar 2012 um 19:38:00
(337)
(49)
Schiffsflüchtiger
Das bestehende Rechtssystem hat irgendwie ja einen Sinn und ein Anwalt soll auch für Beschuldigte da sein. Richter sollen
nach Fakten entscheiden. Wenn das bei diesem Lebemann richtig abläuft, ist dem Recht ja genüge getan. Den Opfern hilft das nicht und manchmal konnt man zu milde Urteile nicht nachvollziehen. Hoffentlich wird es hart.
mehr
Kommentar melden
He schrieb:
am 7. Februar 2012 um 19:36:29
(167)
(17)
Costa
Die Justiz in Italien ist auch zweifelhaft.Im Fernsehen kam ein Bericht über diese Justiz.Da geht es zu wie im
Taubenschlag.Unüberschaubares durcheinander.
mehr
Kommentar melden
Anneliese schrieb:
am 7. Februar 2012 um 19:36:06
(235)
(140)
Kapitän
Der Kapitan hat sich in höchstem Maße leichtsinnig und nach dem Unglück feige und verantwortungslos verhalten. Aber, er ist kein
Mörder! Er hat weder in eiskalter Berechnung, noch im Affekt Menschen getötet. Es war ein Unfall. Lebenslange Haft ist daher maßlos übertrieben und hilft niemandem. Der Verlust seines Kapitänpatents (so heißt das, glaube ich) und eine empfindliche Geldstrafe wären angemessener.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Nur für kurze Zeit: luftige Sommer-
kleider u.v.m. bis Gr. 58 versand-
kostenfrei bestellen! zum Special
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr