23.01.2012, 14:39 Uhr
Kapitän Schettino beschuldigt Reederei Aufgetauchte Telefonaufnahmen zwischen dem Schiffsführer und der Küstenwache belegen die Wiedersprüche des Kapitäns.
Der Kapitän des gekenterten Kreuzfahrtschiffes hat die Reederei Costa Crociere für sein riskantes Manöver vor der Insel Giglio verantwortlich gemacht. Nach Informationen der Tageszeitung "La Repubblica" hat Francesco Schettino bei einer Anhörung vor Gericht erzählt, die sogenannte Verbeugung vor Giglio vom 13. Januar "wurde noch vor dem Start in Civitavecchia von Costa geplant und verlangt".
Mit Routen, die nahe an der Küste entlang führen, "machen wir Werbung für uns", zitierte der "Corriere della Sera" den unter Hausarrest stehenden Kapitän der "Costa Concordia".
Manöver dieser Art habe es bereits "vor Capri, Sorrento, auf der ganzen Welt" gegeben, habe Schettino vor der Untersuchungsrichterin am vergangenen Dienstag gesagt. Im Anschluss an seine Aussage war er aus der Haft in den Hausarrest entlassen worden. Dagegen will die Staatsanwaltschaft Grosseto Beschwerde einlegen und hofft auf die Daten und aufgezeichnete Gespräche der in den vergangenen Tagen gefundenen Blackbox in dem vor Giglio leckgeschlagenen Schiff.
Diese Hoffnung zerstreute Schettino jedoch in seiner Aussage vor Gericht. "Wir hatten an Bord ein Problem, seit 15 Tagen war das Backup der Sprachaufzeichnung kaputt. Wir haben einen Techniker gebeten, das Problem zu beheben, aber das ist nicht passiert", sagte der Kapitän.
Ausgewertete und digitalisierte GPS-Daten zeigen die letzten Kilometer vor dem Unglück in aller Deutlichkeit. zum Video
Zugleich rechtfertigte Schettino, den Notruf an die Küstenwache mehr als eine Stunde verzögert zu haben: "Aber wir mussten auf Nummer sicher gehen, denn ich wollte weder Passagiere ins Meer schicken noch Panik verbreiten, und es hätte unnötig Tote gegeben."
Unterdessen haben Taucher im Wrack des havarierten Kreuzfahrtschiffs eine weitere Leiche entdeckt. Die mit einer Schwimmweste bekleidete Tote sei im unter Wasser liegenden Teil des Schiffshecks auf dem siebten Deck des Schiffes gefunden worden, sagte eine Sprecherin der italienischen Zivilschutzbehörde. Damit wurden bislang 13 Todesopfer des Kreuzfahrtunglücks gefunden.
Acht Leichen wurden bislang identifiziert, darunter ist laut Zivilschutz auch ein Deutscher. Es sei ein Mann, fügte der Kommandant der Provinz Grosseto hinzu. Näheres dürfe er nicht sagen. Von den acht mittlerweile Identifizierten seien sieben Männer und eine Frau. Vier Tote stammten aus Frankreich - darunter ein Ehepaar - und je ein Opfer komme aus Deutschland, Italien, Spanien und Ungarn.
Die Suche nach Vermissten geht inzwischen wieder weiter. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, stiegen Spezialkräfte nach einigen Stunden Pause am Vormittag erneut in das Wrack des Kreuzfahrtschiffes. Aus Sicherheitsgründen beschränkte sich die Suche aber zunächst auf die Teile des Schiffes, die aus dem Wasser ragen. In der Nacht waren die Arbeiten gestoppt worden, weil sich das auf Grund gelaufene Schiff leicht bewegt hatte.
Hören Sie hier Kapitän Schettino: Der Mitschnitt des Telefonats mit dem Hafenamt untermauert die schweren Vorwürfe gegen ihn. zum Video
Derzeit liegt das Schiff auf einem Felsen. Experten befürchte, dass die "Costa Concordia" bei starkem Seegang abrutschen und vollständig auf den Meeresgrund sinken könnte.
Quelle: dpa , dapd
astado schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:22:47
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Havarie der Costa C.
Dokumentationen und Mitschnitte durch Zeugen u. Beteiligte der Hafenmeisterei auf der Insel Gigliobelegen die
Verantwortung und damit die Schuld des
Kapitäns - z.B.: Zu-frühes-von-Bord-gehen, Herbeiführen einer Schiffs-Havarie, gefährliches Manövrieren mit Todesfolgen u.a. Aber auch die Mitverantwortung der Reederei-Führung in Genua kann sich nicht heraus halten. Zeugen haben ausgesagt das Unternehmen habe häufig das Herannavigieren der Schiffe nahe
an die Küste verlangt - als Werbung!
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Udo-Eric schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:18:39
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(22)
Kapitän ist ein Lügner!!!
Ich glaube einem verlogenen Kapitän, der angeblich zufällig in ein Rettungsboot gefallen ist, kein Wort!!!
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vivaitalia schrieb:
am 22. Januar 2012 um 19:18:31
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Schuldfrage
Ich denke das Schettino weiß das er die Verantwortung für den Unfall hat. Es war sein Fahrfehler. Aber die Reederei hängt mit
Sicherheit mit drin. Er sollte auf Befehl des Vorgesetzten so dicht an der Küste vorbeifahren, dabei hat er leider, wie beim Autofahren, die Bordsteinkante übersehen und sich die Karosserie lädiert. Man denkt die Kurve bin ich schon tausendmal gefahren...das klappt schon. Unfälle passieren und die werden auch immer wieder passieren weil wir nunmal keine Maschinen sind
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