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Forschungssatellit "Rosat" stürzte vermutlich ins Meer

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Forschungssatellit "Rosat" stürzte vermutlich ins Meer

24.10.2011, 11:14 Uhr

Einst ein Mega-Star am Himmel: der Satellit Rosat (Quelle: dpa)

Einst ein Mega-Star am Himmel: der Satellit Rosat (Quelle: dpa)

Der ausrangierte deutsche Forschungssatellit "Rosat" ist am Sonntag auf die Erde gestürzt - doch bislang weiß niemand, wo. Die Experten gehen davon aus, dass die meisten Teile des minibusgroßen Satelliten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht sind. Allerdings könnten etwa 30 Teile mit einer Gesamtmasse von 1,7 Tonnen als Bruchstücke auf die Erdoberfläche eingeschlagen sein.

Vermutlich seien die Teile über Südostasien niedergegangen, sagte Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge. Seinen Berechnungen zufolge stürzten die Überreste vermutlich irgendwo östlich von Sri Lanka in den Indischen Ozean oder vor der Küste Birmas in die Andamanensee.

Letzte Signale über China

Die Flugbahn des Satelliten habe über die beiden chinesischen Millionenstädte Chongquing und Chengdu hinweg geführt, sagte McDowell. "Aber falls er über bewohntem Gebiet heruntergekommen wäre, hätte es wohl schon Berichte gegeben", sagte er.

Nach Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) trat der Satellit zwischen 3.45 und 4.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in die Atmosphäre ein und brauchte bis zu 15 Minuten, bis Teile von ihm auf der Erde aufschlugen.

Für eine Erdumrundung benötigte der Satellit nur 90 Minuten. Wegen dieser hohen Geschwindigkeit ist es auch schwer, seinen Absturzort zu berechnen. Während des Wiedereintritts hätte er mehrere tausend Kilometer zurücklegen können.

Außerdem hätte sich die Flugbahn des Satelliten deutlich verändern können, sobald er auf weniger als 150 Kilometer heruntergekommen war, sagte Andreas Schütz, Sprecher des DLR. Deswegen wartet das Zentrum noch auf Daten seiner auf der ganzen Welt verteilten Partner.

Müllhalde im Orbit

Der Weltraum ist voll mit Müll, dauernd treten Trümmer in die Atmosphäre ein. Allein 2010 kam es 400-mal dazu, auch Satelliten waren darunter. Aber kein Mensch kam je ernsthaft zu Schaden, sagen die Fachleute.

DLR warnt vor Trümmerresten

Gerade erst im September hatte der tonnenschwere Satellit UARS für Aufregung gesorgt, war dann aber folgenlos im Pazifik abgetaucht. Wäre jedoch nun ein größeres "Rosat"-Fragment mit 400 Kilometern pro Stunde auf den Erdboden einschlagen, müsste man auf jeden Fall mit einem Krater von mehreren Metern Durchmessern rechnen, sagte Wörner. Darin seien möglicherweise "Rosat"-Klumpen zu finden. Die seien zwar ungiftig - ein Finder sollte sich aber dennoch hüten: "Er darf sie nicht behalten. Das ist Eigentum Deutschlands. Und er soll auch nichts anfassen."

"Rosat" arbeitete viel länger als erwartet

Die deutsch-britisch-amerikanische "Rosat"-Mission war ein leuchtender Stern für die Astronomie. Als der knapp 2,5 Tonnen schwere Satellit 1990 von Florida aus ins All startete, konnten die Forscher erstmals den gesamten Himmel mit einem abbildenden Teleskop auf Quellen von Röntgenstrahlen absuchen. "'Rosat' war ein unglaublich erfolgreicher Satellit", lobt Wörner.

Fakten zum Forschungssatelliten Rosat (Quelle: dpa) Fakten zum Forschungssatelliten Rosat (Quelle: dpa)Der Satellit lieferte die ersten Röntgenbilder vom Mond, fing Röntgenstrahlen von Kometen ein, beobachtete Neutronensterne und Galaxien, entdeckte Schwarze Löcher und Überreste von Supernova-Explosionen. "Rosat" übertraf alle Erwartungen. Die Mission trug dazu bei, unser Universum besser zu verstehen. 4000 Forscher aus 24 Ländern nutzten "Rosat". Das damals größte Röntgenteleskop sollte 18 Monate arbeiten, hielt aber bis Februar 1999 durch. Dann fielen die Messinstrumente aus, und der Satellit wurde abgeschaltet, sagt Radioastronom Roland Gräve.


Quelle: AFP , dpa

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Kommentare (5)

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Thema: "Forschungssatellit "Rosat" stürzte vermutlich ins Meer"

Bär schrieb: am 24. Oktober 2011 um 16:24:38
(3) (0) @Carsten:
Das Problem ist, wenn der Kontakt abbricht und die Tatsache, dass in jedem physikalischen Messvorgang ein gewisser Fehler steckt.
Miss mal einen "100 Ohm" Widerstand mit verschiedenen Instrumenten und Einstellungen. Dann sollte alles klar sein. ;D
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Carsten schrieb: am 24. Oktober 2011 um 15:28:46
(3) (0) Wissenschaftler
Die Menschheit ist in der Lagen so ein Ding in All zuschicken, also wird doch möglich sein zu berechnen wo die Brocken runter kommen.

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Rosat schrieb: am 24. Oktober 2011 um 15:18:33
(0) (3) Fallobstwiese
Jedenfalls habe ich gestern einen Front- und einen Heckflügel dieses Raumschiffes auf meiner Fallobstwiese gefunden. Sahen
zwar etwas lädiert aus, aber man kann sie wieder herichten und vielleicht auch wiederverwenden.
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