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Forscher wollen ältestes Fossil der Welt entdeckt haben

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Forscher wollen ältestes Fossil der Welt entdeckt haben

24.08.2011, 15:38 Uhr | Von Holger Dambeck

Diese Strukturen interpretiert ein englisch-australisches Forscherteam als 3,4 Milliarden Jahre alte Schwefelbakterien (Foto: Nature Geoscience/ David Wacey)

Diese Strukturen interpretiert ein englisch-australisches Forscherteam als 3,4 Milliarden Jahre alte Schwefelbakterien (Foto: Nature Geoscience/ David Wacey)

Über die frühesten Lebensspuren auf unserem Planeten wurde häufig gestritten, jetzt vermelden Wissenschaftler erneut den Fund einer Rekord-Fossilie. Die 3,4 Milliarden Jahre alten Schwefelbakterien aus Australien könnten bei der Suche nach außerirdischen Organismen helfen.

Glaubt man den Entdeckern, ist es ein Sensationsfund: Der Paläontologe Martin Brasier von der Oxford University vermeldet, das älteste Fossil der Erde in Australien entdeckt zu haben. Gemeinsam mit Kollegen von der University of Western Australia hat er Strukturen in Gestein untersucht, die er als Schwefelbakterien interpretiert. "Wir haben einen soliden Beweis für Leben auf der Erde vor mehr als 3,4 Milliarden Jahren", sagte Brasier. "Es hat sich bestätigt, dass es damals Bakterien gab, die ohne Sauerstoff auskamen."

Schon Anfang der neunziger Jahre sorgte ein Mikrobenfund in Westaustralien für ähnliche Schlagzeilen. Der amerikanische Forscher Bill Schopf berichtete über auffällige Mikrostrukturen in Gestein aus der Warrawoona-Formation, die er als versteinerte Bakterien interpretierte. Die Altersbestimmung ergab 3,5 Milliarden Jahre. Es handle sich um die ältesten bekannten Spuren von Leben auf der Erde, verkündete Schopf damals.

Frühere Entdeckungen gelten als Pseudofossilien

Doch mittlerweile gelten seine Entdeckungen als Pseudofossilien - also als Strukturen im Gestein, die zwar Mikroorganismen ähneln, aber wohl eher bei chemischen Prozessen entstanden sind. Und ausgerechnet Brasier gehörte zu jenen Paläontologen, die Schopfs Interpretation der vermeintlichen Bakterienfunde entzauberten.

Unter anderem galt die im Gestein nachgewiesene Abreicherung des seltenen Kohlenstoffisotops C-13 als Indiz für organische Prozesse. C-12 ist leichter als C-13 und wird deshalb bevorzugt bei solchen Vorgängen verwendet. Doch Brasier konnte zeigen, dass eine solche Abreicherung auch bei nichtbiologischen Reaktionen auftreten kann, und zwar dann, wenn Metalle zugegen sind.

Nun jedoch vermeldet Brasier, der in den vergangenen Jahren vor allem als Zweifler und Skeptiker in Erscheinung getreten war, selbst die Entdeckung des angeblich ältesten Fossils auf der Erde. Ironischerweise machten die Forscher ihren Fund im Strelley Pool - nur 30 Kilometer von jener Stelle im Westen Australiens entfernt, an der einst Schopf seine vermeintlichen Mikrobenspuren entdeckt hatte.

Die Schwefelbakterien seien zwischen Quartz-Sandkörnern sehr gut erhalten, berichten die Wissenschaftler um Brasier im Fachblatt "Nature Geosciences". Sie meinen ausschließen zu können, dass die Strukturen bei anorganischen Prozessen entstanden sind.

Belege für einen Stoffwechsel

Es gebe eine zellähnliche Struktur, alle Zellen hätten dieselbe Größe. Auch seien die Zellen nicht deformiert und würden kleine Cluster bilden. Und das wohl wichtigste Argument: Es gibt Belege für einen Stoffwechsel. Das nachgewiesene Pyrit, eine Verbindung aus Eisen und Schwefel, sei "sehr wahrscheinlich" ein Nebenprodukt der Schwefelbakterien, schreiben die Forscher.

Der Streit darüber, was denn nun das älteste bekannte Fossil auf der Erde ist, dürfte jedoch auch nach der Entdeckung der versteinerten Schwefelbakterien weitergehen. Nicht zuletzt, weil mancher Paläontologe sogenannte Stromatolithen dafür hält. Das sind Sedimentgesteine, die durch Gegenwart von Mikroorganismen in Wasser entstanden sind. Ihr Alter wird auf mindestens 3,5 Milliarden Jahre geschätzt.

Bei den Schwefelbakterien aus Australien glauben die Forscher, das Alter sehr präzise bestimmt zu haben. Das Gestein sei zwischen zwei Vulkanausbrüchen gebildet worden, die man genau datieren könne und die nur 75 Millionen Jahre auseinander lägen, sagt Brasier.

Hinweis auf Leben auf dem Mars?

Der Fund der Schwefelbakterien hat auch Bedeutung für die Suche nach möglichem Leben außerhalb der Erde. Vor 3,4 Milliarden Jahren herrschten auf unserem Planeten extreme Bedingungen. Es war heißer als heute, der Himmel war von Wolken verhangen, fast der gesamte Planet war von Wasser bedeckt. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre war sehr gering. Algen oder Pflanzen, die Photosynthese betrieben, gab es noch nicht.

Die entdeckten Mikrostrukturen könnten Forschern daher zeigen, wonach sie etwa in Proben vom Mars suchen müssen. Denn auf dem Roten Planeten wie auch auf den Monden Titan (Saturn) oder Europa (Jupiter) herrschen oder herrschten ganz ähnliche Bedingungen wie einst auf der Erde. Könnten solche Schwefelbakterien auf dem Mars existieren? "Es ist denkbar", meint der Oxford-Professor Brasier.


Quelle: Spiegel Online

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Kommentare (14)

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Thema: "Forscher wollen ältestes Fossil der Welt entdeckt haben"

Charly schrieb: am 24. August 2011 um 15:35:17
(4) (19) @Zaphod Beeblebrox
Es geht ja wohl darum das mit Hilfe von Wissenschaft und Forschung zunächst einmal die jetzt real existierenden Probleme
gelöst werden und nicht solche die in Zukunft vielleicht mal auf uns zu kommen.
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Zaphod Beeblebrox schrieb: am 24. August 2011 um 14:06:05
(10) (2) @Charly
Das geht an der Sache vorbei. Niemand kann heute wissen welche Forschungsergebnisse morgen oder in zehn Jahren von Bedeutung sind.
Erstmal nachdenken und nicht gleich belehren.
mehr Kommentar melden

Rudi schrieb: am 24. August 2011 um 13:03:49
(13) (2) @Herr Nullinger
Schön gesagt.Natürlich ist es wichtig sich nach neuen Alternativen umzusehen,sodass es vielleicht in 100-1000 Jahren
möglich ist woanders zu leben.Trotzdem hat Sina Mala genauso recht.WIr müssen mindestens genauso viel für das Jetzt und unsere Nachkommen auf der Erde tun,damit es überhaupt soweit kommen kann,dass uns die Forschung in andere Welten bringen kann.Wenn wir die Welt vorher ins Chaos stürzen durch Krieg,Hunger und Konsumwahn,wird es wohl nie so weit kommen...
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