26.11.2010, 12:40 Uhr
Der größte Pflanzenfresser war mit fünf Metern Schulterhöhe das hornlose Nashorn Indricotherium (Foto: AP) (Quelle: AP)
Nach dem Aussterben der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren sind die Säugetiere rasant gewachsen: Ihre Masse stieg um das Tausendfache. Rekordbrecher war ein 17 Tonnen schweres Nashorn, berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin "Science". Nach etwa 25 Millionen Jahren hörten die Tiere dann wieder auf zu wachsen - auf allen Kontinenten der Erde. Aber warum?
Für ihre Analysen sammelten die Wissenschaftler Daten über Fossilienfunde auf der ganzen Welt, die das Spektrum der Entwicklungsgeschichte der Säugetiere abdeckten. Ihr Ergebnis: Das relativ warme Klima und die begrenzten Landflächen schränkten vermutlich ein weiteres Wachstum ein.
Die ersten 140 Millionen Jahre ihrer Existenz auf der Erde waren Säugetiere eher klein. Die kleinsten von ihnen wogen drei bis fünf Gramm, also etwa so viel wie eine junge Maus. Die größten erreichten mit 15 Kilogramm gerade mal das Gewicht eines mittelgroßen Hundes.
Mit dem Aussterben der Saurier änderte sich dies schlagartig - auf allen Kontinenten, bei verschiedensten Abstammungslinien und bei Arten mit unterschiedlichsten Ernährung, berichtet das Forscherteam von der Universität von New Mexico in Albuquerque. In der für geologische Verhältnisse sehr kurzen Zeitspanne von 25 Millionen Jahren hatten die Säugetiere offenbar alle verfügbaren Lebensräume erobert und die verschiedensten Lebensstile ausgebildet.
Für die Säugetiere bot das Verschwinden der Dinosaurier die ökologische Gelegenheit, größer zu werden, schreiben die Experten weiter. So standen ihnen zum Beispiel auf einmal Unmengen von pflanzlicher Nahrung zur Verfügung. Folglich waren die größten Säugetiere dann auch alle Pflanzenfresser, heißt es in "Science". Einer davon war das Indricotherium transouralicum, ein gigantisches hornloses Nashorn mit einer Schulterhöhe von über fünf Metern.
Fleischfressende Säugetiere seien nach dem Massensterben der Dinosaurier ebenfalls deutlich größer geworden, allerdings nicht so groß wie die Pflanzenfresser. Dieses Muster bestehe bis heute: So seien Löwen, Tiger und Bären kleiner als Elefanten oder Nashörner. "Es ist bemerkenswert, wie schnell die Säugetiere die Rolle der Dinosaurier weitestgehend übernehmen konnten", erklärte Jessica Theodor von der University of Calgary.
Dass die Säugetiere im weiteren Verlauf ihrer Evolution nicht noch größer wurden, liegt den Forschern zufolge unter anderem an den relativ warmen Umgebungstemperaturen. Grundsätzlich können Säugetiere in kälteren Regionen größer werden, weil das Verhältnis von Körperoberfläche zu Volumen bei ihnen geringer ist als bei kleineren Tieren. Dadurch kann ein großer Körper Wärme besser speichern als ein kleiner.
Quelle: dapd , dpa
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