15.04.2010, 10:33 Uhr | AFP
Forscher haben einen Embryo mit der DNA von drei Menschen geschaffen (Foto: imago)
Britische Wissenschaftler haben einen Embryo mit Erbmaterial von zwei Frauen und einem Mann geschaffen und damit nach eigenen Angaben einen Durchbruch im Kampf gegen eine schwere Erbkrankheit erzielt.
Wie die Zeitung "Nature" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, arbeiteten die Forscher mit befruchteten menschlichen Eizellen, die nicht für die In-Vitro-Fertilisierung, die künstliche Befruchtung, genutzt werden konnten.
Sie hatten dabei sogenannte mitochondriale Krankheiten im Auge. Mitochrondrien sind die "Kraftwerke" der menschlichen Zellen und verfügen über eigene DNA (Desoxyribonukleinsäure, der Träger der Erbinformationen). Defekte in dieser können zu schweren Krankheiten wie Blindheit, Taubheit oder Herzversagen führen.
Bei ihren Versuchen entfernten die Wissenschaftler beide Zellkerne aus befruchteten Eizellen - einen männlichen und einen weiblichen - und pflanzten sie in eine weitere Eizelle ein, aus der sie den Zellkern entfernt hatten. Erhalten blieben in dieser weiteren Eizelle jedoch die funktionierenden Mitochondrien. Die so entstandene Eizelle erhielt damit genetische Informationen von Vater und Mutter plus eine winzige Menge mitochondrialer DNA des zusätzlichen Eis.
"Was wir getan haben ist wie das Wechseln der Batterie an einem Laptop", sagte Professor Douglass Turnbull, Neurologe an der Universität von Newcastle im Nordosten Englands. "Die Energieversorgung funktioniert dadurch richtig, aber die auf der Festplatte gespeicherte Information ist unverändert."
Die Arbeit der Wissenschaftler wird von der britischen Behörde für Embryo-Forschung kontrolliert und gilt als ethisch umstritten. Turnbull räumte ein, dass nicht nur weitere Forschung nötig sei, sondern auch "die Bereitschaft der Menschen dafür, dass diese Arbeit Früchte trägt". Der Direktor der britischen Muskeldystrophie-Gesellschaft, Phil Butcher, bewertete die Forschungsergebnisse als vielversprechend für betroffene Eltern, die vielleicht "eine echte Chance haben werden, gesunde Kinder zu bekommen". "Diese Krankheiten können zerstörerisch sein, sie sind äußerst hart, man würde sie seinem ärgsten Feind nicht wünschen."
Quelle: AFP
MG schrieb:
am 15. April 2010 um 16:32:29
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Frankensteine
Humangenetik ? Nö ! Eine natürliche Auslese gibt es nicht mehr. Es werden immer mehr" eigentlich nicht lebensfähige"
Individuen am Leben erhalten. Die defekten Gene werden weitergegeben und es werden immer mehr hilflose pflegebedürftige Leidende gezeugt. Medizin und Forschung sollten genutzt werden um Kranken und Behinderten zu helfen und nicht um noch mehr zu züchten. Aber solange die Pharma-und andere Industriezweige daran verdienen wird sich wohl nichts ändern. Leider !!!
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Witzbold schrieb:
am 15. April 2010 um 16:03:05
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DNA
Was passiert, wenn man dem Regenwurm die DNA vom Igel einpflanzt?
Es gibt Stacheldraht.
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Andi schrieb:
am 15. April 2010 um 15:09:03
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Einstellung
Debatten um Eingriffe in Erbgut von Planzen u. Lebewesen, geben mir den Eindruck es ist Angst aus Unwissenheit und eine Form des
Rassismus , die der Forschung entgegengebracht wird. Denn Menschen ohne die Probleme, gegen die die Grundlagenforschung zum Wohle der Menschheit arbeitet, wird von Personen abgelehnt die entweder selbst in einer besseren Situation sind oder sie sind von ihrem gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst und sehen eine "Teufelssache", als Gegensatz zur "Schöpfung" darin.
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