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Forscher entdecken Ur-Atlantis vor Schottland

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Forscher entdecken Ur-Atlantis vor Schottland

18.07.2011, 12:40 Uhr | bjo, Spiegel Online

Meeresboden vor Nordwest-Schottland (am unteren Bildrand): Vor 55 Millionen versunken. (Foto: dapd/R.A. Hartley et al)

Meeresboden vor Nordwest-Schottland (am unteren Bildrand): Vor 55 Millionen versunken. (Foto: dapd/R.A. Hartley et al)

Sie liegt zwei Kilometer tief im Schlick vergraben: Vor Schottland haben Geophysiker eine versunkene Landschaft entdeckt - sie besteht aus Flusstälern, Klippen und Hügeln. Eine Magmablase drückte sie einst aus dem Meer.

London - Schottland war einst bedeutend größer. Vor seiner Nordwestküste erstreckte sich eine große Flusslandschaft, wie Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten. Die Forscher um Ross Hartley von der University of Cambridge haben Täler, Klippen und Hügel am Meeresgrund aufgespürt. Vor 55 Millionen Jahren habe das Meer das Gebiet verschluckt.

Schallwellen machen Strukturen sichtbar

Seither liegt die Landschaft am Meeresboden im Nordatlantik unter Schlick und Sand begraben. Jetzt haben die britischen Forscher die Geschichte der urzeitlichen Region rekonstruiert. Dazu schickten sie Schallwellen zum Meeresgrund, die Strukturen im Boden nachzeichnen.

Die Messungen zeigen, dass die westlich der Orkney- und Shetland-Inseln gelegene Region in drei Schüben jeweils 200 bis 400 Meter angehoben wurde - und damit über den Meeresspiegel gelangte. Verantwortlich für die Hebungen seien Magmablasen. Das Magma sei vermutlich von Island her in die Region geströmt, wo aus dem Erdmantel große Mengen heißer Gesteinsschmelze aufsteigen.

Unter Island verläuft eine Naht in der Erdkruste: der Mittelatlantische Rücken. Unter dem Unterwassergebirge quillt heißes, geschmolzenes Gestein aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche und bildet neuen Meeresboden. Unter Island liegt ein besonders heißer und besonders aktiver Bereich dieses Aufstroms, ein sogenannter Plume. Er speist die vielen Vulkane und heißen Quellen der Insel.

Acht Flüsse im Gestein

Dass dieser Plume auch rund 600 Kilometer südöstlich von Island die urzeitliche europäische Landschaft prägte, zeigen nun die Messungen von Hartley und seinen Kollegen. "Die komplexe, vorübergehende Anhebung des Untergrunds kann auf die Passage eines heißen Stroms von Plume-Material unter der festen Kruste zurückgeführt werden", sagen die Forscher.

Über dem Meeresspiegel angelangt, gruben Flüsse, Wind und Wetter tiefe Täler in die Gesteine. Nach nur einer Million Jahre, strömte kein Magma mehr in die Region - die Landschaft versank wieder im Meer. Sand rieselte auf den Meeresgrund; heute liegen zwei Kilometer dicke Sedimentschichten über der ehemaligen Flusslandschaft.

Die Forscher analysierten die zwei Kilometer tief unter Meeresablagerungen liegenden Gesteinsstrukturen mit Hilfe von Schallwellen. Diese dringen in den Untergrund ein und werden je nach Beschaffenheit der Gesteine unterschiedlich stark reflektiert. Das Reflexionsmuster liefert eine Ansicht des 10.000 Quadratkilometer großen Gebiets, wie es vor 55 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte.

"Im Süden und Osten erheben sich Hügel von 800 Metern Höhe über den Senken", beschreiben die Forscher die Landschaft. "Ein breites Tal mit einem mäandernden Strom teilt die Landschaft und endet im Vordergrund an einer prominenten Klippe." Über diesem Tal werde ein Netzwerk sich verzweigender Zuflüsse sichtbar.

Insgesamt acht Flüsse gruben sich während der rund eine Million Jahre dauernden Zeit an der Oberfläche ins Gestein ein. Als die Landschaft wieder versank, blieben ihre Spuren im Gestein erhalten - als eine Art Ur-Atlantis am Meeresgrund.


bjo, Spiegel Online  

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Kommentare (62)

zum Forum

Thema: "Forscher entdecken Ur-Atlantis vor Schottland "

Eule schrieb: am 19. Juli 2011 um 10:09:58
(0) (0) Schottland
Durch die Kontenentaldrift der letzen 55M Jahre dürfte sich die Gegend damals weder hier befunden, noch irgendwie mit einer
Landschaft, die in einem Zusammenhang zu "Schottland" stand gelegen haben. Die Bezeichnung Ur-Atlantis geht so voll daneben - aber es zeigt: Die Welt kann auch ohne unser Zutun untergehen : ) brauchen wir uns nicht so anstrengen!
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Marianne schrieb: am 17. Juli 2011 um 12:03:08
(0) (0) Meine Güte
Meine Güte, das muss schrecklich gewesen sein. Hoffentlich konnten sich alle retten. Ertrinken ist eine so schreckliche Art zu sterben.

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Enkel schrieb: am 17. Juli 2011 um 10:33:41
(0) (0) Ur
Ich weiss noch genau wie es versunken ist, es war ein Drama aber die meisten konnten sich retten

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