23.12.2010, 08:48 Uhr
In der Denisova-Höhle im südlichen Sibirien haben Forscher aus Leipzig eine neue Form des Urmenschen entdeckt. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Ein bislang unbekannter Urmensch bevölkerte vor Zehntausenden Jahren weite Teile Asiens. Das zeigt die Analyse eines Fingerknochens, der in einer Höhle in Südsibirien entdeckt wurde. Wie ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature" berichtet, teilt der nach seinem Fundort benannte Denisova-Mensch gemeinsame Ahnen mit dem Neandertaler.
Später vermischten sich die Urmenschen mit Gruppen des modernen Homo sapiens, die heute auf Papua-Neuguinea leben.
Der mindestens 30.000 Jahre alte Fingerknochen wurde 2008 zusammen mit einem Backenzahn in der Denisova-Höhle im südlichen Sibirien ausgegraben. Nun entschlüsselten die Wissenschaftler um Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die Erbinformationen aus dem Kern einer Zelle. Demnach stammt der Knochen von einer jungen Frau.
Der Denisova-Mensch teilt eine gemeinsame Herkunft mit dem Neandertaler. Vorläufer beider Homininen verließen Afrika vor etwa 300.000 bis 400.000 Jahren und spalteten sich danach auf. Die Neandertaler besiedelten vor allem Vorderasien und Europa, während die Denisova-Menschen weiter östlich in Asien lebten.
Der moderne Mensch wanderte dagegen erst vor etwa 75.000 Jahren aus Afrika aus. In Vorderasien vermischte er sich mit den Neandertalern, wie das Forscherteam um Pääbo erst kürzlich entdeckt hatte. Die aktuelle Analyse zeigt, dass auch der nun entdeckte Urmensch Kontakte zum Homo sapiens unterhielt: Sein Erbgut hat auffällig viele Parallelen zu Populationen, die heutzutage auf Papua-Neuguinea leben. Deren Vorfahren, so folgern die Forscher, müssen sich einst mit Denisova-Menschen vermischt haben.
"Die Tatsache, dass der Denisova-Mensch in Südsibirien entdeckt wurde, aber zum Erbmaterial heute lebender menschlicher Populationen in Neu-Guinea beitrug, zeigt, dass diese Urmenschen während des Pleistozäns in Asien weit verbreitet gewesen sein müssen", sagt David Reich von der Universität Harvard.
Bei ihren Untersuchungen verwendeten die Wissenschaftler den Angaben zufolge Techniken, die für die Sequenzierung des Neandertalergenoms entwickelt wurden. Mit deren Hilfe entzifferten die Forscher aus dem Erbgut das Kerngenom, die gesamte Erbinformation aus dem Zellkern.
Quelle: dapd
Thomas schrieb:
am 22. Dezember 2010 um 20:41:12
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Kommentare hier
Wundervoll: 3 Kommentare und ausschließlich Wissenschaftsskepsis, Rassismus und Auslegungsdummheit.
Wer bei wiss.
Erkenntnisse stets nach Kosten/Nutzen fragt, der hat offenbar nicht verstanden, was den Menschen eigentlich antreibt.
Der Artikel bezieht sich auf die gängige Theorie der mehrfachen Auswanderungswellen aus Afrika. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche Beweise bspw. anhand mitochondrialer DNS.
Und @Hammer: Sie stammen mit Sicherheit sowieso nicht von Menschen ab, das wird es wohl sein.
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Gerhard schrieb:
am 22. Dezember 2010 um 20:26:34
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@Hammer
Deinen Kommentar finde ich Klasse und angebracht.
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Ripley schrieb:
am 22. Dezember 2010 um 20:25:43
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@saturn
Lucie und das Kind von Taung sind auf ca. 4,2 Mio. Jahre datiert. Der asiatische Homo Erectus ist viel jünger. Wie alt sollten diese
Fragemente sein, die angeblich in Asien gefunden wurden?
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