13.09.2011, 16:46 Uhr
So könnte eine der Supererden aussehen (Quelle: ESO/M. Kornmesser)
Es ist die bislang größte entdeckte Anzahl neuer Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Astronomen haben 50 neue Exoplaneten gefunden. Darunter seien 16 sogenannte Supererden, also Planeten, die maximal das Zehnfache des Gewichts der Erde besitzen, teilte die Europäische Südsternwarte (ESO) mit.
Unter ihnen sei auch ein Planet, dessen Umlaufbahn am Rand der bewohnbaren - also nicht zu heißen und nicht zu kalten - Zone seines Muttersterns liegt.
Für die Forscher ist besonders interessant, dass die nun neu entdeckte Supererde rund 3,6 Mal so viel Masse besitzen soll wie die Erde und flüssiges Wasser beherbergen könnte - eine der Grundvoraussetzungen für Leben wie wir es kennen.
Allerdings schließen die Astronomen das nur aus der Umlaufbahn des Exoplaneten um seinen Stern. Seine Zusammensetzung kennen sie bislang nicht. Es ist also unklar, ob es auf dem Exoplanet HD 85512b überhaupt Wasser gibt.
Schmale, dunkle Strukturen auf der Marsoberfläche sollen Hinweise auf bewegte Flüssigkeit sein. zum Video
Aber: "Die Entdeckung zeigt, dass wir nun in der Lage sind, Supererden in den habitablen Zonen sonnenähnlicher Sterne nachzuweisen", sagte Forschungsleiter Michael Mayor von der Universität Genf, der 1995 den ersten Exoplaneten überhaupt entdeckt hatte.
"Diese reiche Ernte hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Sie schließt eine außergewöhnlich große Zahl an Supererden und Neptun-ähnlichen Planeten ein, die um Sterne kreisen, die unserer Sonne sehr ähnlich sind", sagte Mayor.
Er hofft darauf, dass sich mit der Weiterentwicklung des Harps-Instruments, mit dem die Planeten gefunden wurden, das Tempo der Entdeckungen weiter beschleunigt.
Der Harps-Spektrograf am 3,60-Meter-Teleskop eines Observatoriums der ESO in Chile misst hochpräzise die Wellenlängen, wenn sich ein Stern, der von einem Planeten umkreist wird, dabei auf die Erde zu- und wieder wegbewegt. Durch diese Veränderungen lasse sich indirekt die Anwesenheit eines Planeten nachweisen.
Einer Analyse aller Daten des "erfolgreichsten Planetenjägers der Welt" zufolge besitzen rund 40 Prozent aller sonnenähnlichen Sterne mindestens einen Planeten, der weniger Masse besitzt als der Saturn. Dafür haben sie Beobachtungen aus den vergangenen acht Jahren mit dem an der Uni Genf entwickelten Harps-Instrument ausgewertet.
Angesichts der rasanten Entwicklungen auf diesem Forschungsfeld sind die Planetenjäger zuversichtlich, bald noch kleinere potenziell bewohnbare Planeten entdecken zu können.
"In 10 bis 20 Jahren sollten wir eine Liste potenziell bewohnbarer Planeten in der Nachbarschaft unserer Sonne vorlegen können", sagte Mayor. "Diese Liste ist ein unverzichtbarer Ausgangspunkt für zukünftige Beobachtungen, die nach spektroskopischen Spuren von Leben in den Atmosphären von Exoplaneten suchen."
Quelle: dpa
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