Wissenschaftler haben das berühmte Grabtuch von Turin mit im Mittelalter verfügbaren Materialien und Methoden nachgebildet. Damit sei ein weiterer Beweis dafür erbracht, dass das Leinentuch eine von Menschen hergestellte Fälschung sei, erklärte das italienische Komitee der Beweisüberwachung paranormaler Phänomene (CICAP).
1988 wurde das Tuch mit Hilfe der Radiokarbon-Methode auf das 13. oder 14. Jahrhundert datiert. Die Experten konnten bislang aber nicht klären, wie das darauf gezeigte Abbild eines Menschen entstand.
Mit Hitze und Wasser behandelt
Binnen einer Woche habe sein Team ein Tuch hergestellt, das dem Turiner Grabtuch gleiche, sagte der Chemieprofessor Luigi Garlaschelli in einem Interview der Zeitung "La Repubblica". Ein mit einer im Mittelalter verwendeten Technik gewebter Leinenstoff sei zunächst mit Hitze und Wasser behandelt worden, erklärte Garlaschelli. Anschließend wurde das Tuch demnach über einen Studenten gelegt, der eine Maske trug, und mit Rötel eingerieben.
Von vielen Gläubigen verehrt
Das Turiner Grabtuch ist ein 4,36 Meter langes und 1,10 Meter breites Leinentuch, das die Vorder- und Rückseite eines Menschen zeigt. Es wird von vielen Gläubigen als das Tuch verehrt, in dem Jesus von Nazareth nach der Kreuzigung begraben wurde. Seit seiner ersten historischen Erwähnung im 14. Jahrhundert bemühen sich Wissenschaftler, die Echtheit des Tuches entweder zu beweisen oder zu widerlegen.
Nächste Ausstellung 2010
Bei seiner letzten öffentlichen Ausstellung zog das berühmte Grabtuch mehr als eine Million Menschen an. Im kommenden Jahr soll es erneut öffentlich gezeigt werden.