Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Specials > Klima & Umwelt >

Forscher beweisen Wirkung des FCKW-Verbots

...

Forscher beweisen Wirkung des FCKW-Verbots

03.09.2010, 00:23 Uhr | Von Axel Bojanowski

Die Heilung der Ozonschicht hat begonnen (Foto: afp)

Die Menschheit kann Klimakatastrophen in den Griff kriegen, wenn sie nur will - das zeigt eine internationale Studie. Erstmals können Forscher nachweisen, dass das Verbot von Treibgasen und anderen Schadstoffen wirkt: Die Ozonschicht beginnt zu heilen.

Die Zerstörung der Ozonschicht ist eine der größten Umweltkatastrophen, die der Mensch je verursacht hat. Mitte der siebziger Jahre hatten Forscher entdeckt, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und andere chemische Substanzen Ozonlöcher in etwa 20 Kilometern Höhe verursachen. Vor allem über dem Südpol schwand das schützende Gas, so dass schädliche UV-Strahlung der Sonne verstärkt den Boden erreichen konnte. Vermutlich erkrankten dadurch viele Menschen an Hautkrebs.

Die Vereinten Nationen reagierten: Im Montrealer Protokoll von 1987 wurde die Herstellung und Verwendung von FCKW und anderer Substanzen verboten. Seither wartet die Welt auf eine Verkleinerung des Ozonlochs - und jetzt haben Forscher den Beweis, dass die Maßnahmen wirken.

"Das Montrealer Protokoll zeigt messbare Effekte", schreiben Wissenschaftler um Jörg Mäder von der ETH Zürich im Fachmagazin "Atmospheric Chemistry and Physics Discussions". "Die Studie liefert den ersten Beweis dafür, dass die Erholung der Ozonschicht begonnen hat, weil FCKW verboten wurden", sagt Markus Rex, profilierter Ozonexperte am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (Awi). "Das Montrealer Protokoll funktioniert", sagt auch Rolf Müller, Physiker am Forschungszentrum Jülich.

Die Studie, die nun in der Fachwelt diskutiert wird, dokumentiert zwei Erfolge:

- Sie zeigt, dass die komplexen chemischen Vorgänge in der Luft hinreichend genau verstanden wurden. Nur deshalb konnte der Zerstörung der Ozonschicht gezielt begegnet werden.

- Sie beweist zudem, dass die Weltgemeinschaft Umweltproblemen wirksam entgegentreten kann - weiterer Ozonabbau hätte vermutlich Tausende zusätzliche Hautkrebsfälle verursacht.

Zweifel am Montrealer Abkommen

Immer wieder waren Zweifel an der Wirksamkeit des Montrealer Abkommens aufgekommen. Eine Studie vor drei Jahren versetzte der Fachwelt einen Schock: Sie schien zu zeigen, dass die chemischen Reaktionen zum Abbau der Ozonschicht viel langsamer abliefen als angenommen. Der Effekt der vom Menschen verursachten Schadstoffe wie FCKW wäre demnach vernachlässigbar gewesen. Auch die Erkenntnis, dass Lachgas eine größere Rolle bei der Ozonzerstörung spielt, ließ Zweifel an der geltenden Theorie aufkommen.

Satellitendaten der vergangenen Jahre waren ebenfalls schwer zu deuten: Sie dokumentierten ein starkes Schwanken des Ozongehaltes in der Stratosphäre. 2006 fiel das Ozonloch ungewöhnlich groß aus, im Jahr darauf kleiner als üblich. Die Ursachen der Schwankungen blieben weitgehend unklar.

Ozonschicht hat zugenommen

Der Trend jedoch ist nachweislich positiv: In den vergangenen zehn Jahren ist die Ozonschicht dicker geworden. Ein Fünftel des Schwunds über der Nordhalbkugel sei wettgemacht, sagt Mäder. Das zeigten neben Satellitendaten auch Ozonmessungen mit UV-Strahlung von 166 Bodenstationen aus und mit Wetterballonen.

Das Ozonloch über der Antarktis jedoch, das sich jedes Jahr im September bildet, blieb bestehen. Dort hat sich die Lage noch nicht gebessert: Weiterhin sind zu viele Schadstoffe in der Luft. Die Kälte über der Region begünstigt den Ozonabbau - ab 78 Grad unter Null schwindet das Gas. In 10 bis 15 Jahren werde das Ozonloch über der Antarktis vermutlich kleiner werden, sagt Rex.

Unklar war bislang, ob die einsetzende Heilung auf das Verbot der FCKW zurückgeführt werden kann. Schließlich beeinflussen zahlreiche natürliche Prozesse die Dicke der Ozonschicht:

- Die Aktivität der Sonne,

- Gaswolken von Vulkanausbrüchen

- die Temperatur in der Stratosphäre,

- Klimaveränderungen

- die Geschwindeigkeiot, mit der FCKW und andere Schadstoffe in die Höhe transportiert werden.

Als besonders verzwickt erwies sich die Frage, wie sich Ozon in der Stratosphäre verteilt. Turbulente Strömungen verteilen es anscheinend chaotisch und verändern die Dicke der Ozonschicht. Erst kürzlich gelang es durch die Zusammenarbeit internationaler Forscherteams seit 2006, die Luftwirbel in der Stratosphäre besser abzuschätzen. "Wir können sie nun realistischer darstellen", sagt Studienleiter Mäder. "Die neue Studie berücksichtigt diese Transportprozesse erstmals stichhaltig", ergänzt Awi-Forscher Rex.

Die neuen Berechnungen bildeten die natürlichen Veränderungen der Ozonschicht gut nach, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Messungen des Ozons in der Luft seit 1948 wären mit den modellierten natürlichen Prozessen stimmig erklärbar - mit einer wichtigen Ausnahme allerdings: Die Zunahme der Ozonkonzentration in den vergangenen zehn Jahren lässt sich nicht allein mit natürlichen Prozessen erklären.

Klimawandel verzögert Heilung

Einzig die Verringerung der FCKW und anderer Schadstoffe könne die Erholung der Ozonschicht erklären, folgern Mäder und seine Kollegen. Für den Rückgang der Schadstoffe kann wiederum nur das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht verantwortlich gemacht werden - denn FCKW sind Industrieprodukte, sie entstehen nicht in der Natur.

Die Wende ist also eingeleitet.

Allzu schnell dürfte die Regeneration der irdischen Schutzhülle jedoch nicht vonstatten gehen, denn der Klimawandel verlangsamt sie. Treibhausgase, die mit Autos, Kraftwerken, Heizungen und Fabriken in die Luft gelangen, bewirken in höheren Schichten der Stratosphäre im Gegensatz zum Erdboden eine Abkühlung - und Kälte fördert den Ozonabbau.

Mit sechs Klimamodellen haben Forscher um Veronika Eyring vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Entwicklung simuliert. Alle Modelle zeigten, dass die Abkühlung der Stratosphäre die Erholung der Ozonschicht erheblich abbremse, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Geophysical Research Letters".

Laut ihren Berechnungen wird sich die Ozonschicht wahrscheinlich nicht vor 2100 vollständig erholen, schreiben sie im Fachmagazin "Atmospheric Chemistry and Physics Discussions". Gleichwohl habe sich vermutlich bis Mitte dieses Jahrhunderts wieder so viel Ozon angereichert, dass von einem Loch keine Rede mehr sein könne.

Das Montrealer Abkommen sei ein Erfolg, resümiert Mäder: Ohne das internationale Verbot der ozonschädlichen Substanzen, sagt der Forscher, würden vermutlich in den kommenden Jahren zehnmal mehr Menschen an Hautkrebs erkranken.


Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Forscher beweisen Wirkung des FCKW-Verbots" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Forscher beweisen Wirkung des FCKW-Verbots" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Forscher beweisen Wirkung des FCKW-Verbots"

rwmeilen schrieb: am 2. September 2010 um 17:54:16
(0) (0) Ozonlöcher und ihre Bewirtschaftung
Das Ozonloch über der Antarktis wurde nach allgemein zugänglicher Fachliteratur von Dobson im Jahr
1956 entdeckt, dasjenige über der nördlichen Halbkugel spürten in den dreissiger(!) Jahren unabhängig voneinander Tönsberg und Hamilton auf. Beide Phänomene wurden übrigens schon damals als Ozonlöcher bezeichnet, und die heute als Verursacher der Ozonlöcher hingestellten FCKW hatten damals noch keine grosse Bedeutung. Warum eigentlich werden diese Tatsachen verschwiegen?
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Shopping

Einkaufswelt
Schuhe shoppen lohnt sich!
Treue wird belohnt bei imwalking.de (Quelle: sg)

Als Dank für Ihre Bestellung gibt’s 10,- € & einen Korb XXL im Wert von 20,- € geschenkt! von imwalking.de

Einkaufswelt
Ein Preis in alle Netze
Ein Preis in alle Netze von congstar.de

Der Tarif ohne böse Überraschung. Nur 9 Cent je Minute und SMS.
von congstar.de

Einkaufswelt
Stilvoll bei jedem Wetter
Damenmode perfekt für jedes Wetter - von mona.de

Perfekt in Qualität und Passform: topaktuelle Damenmode mit Stil für jedes Wetter. von mona.de

Einkaufswelt
Must-Have für sexy Hüften
Mode und Accessoires für modebewusste Frauen in großen Größen - bei happy-size.de

Coole Jeans mit perfekter Pass-
form. Für jeden Typ der richtige Schnitt - bis Größe 60. zum Special


Downloads & Shops

Dragon Naturally Speaking Home 11
Dragon NaturallySpeaking Home 11 ohne Hardware

Das PC-Diktat zum Sonderpreis. Download

WISO Sparbuch 2012
WISO Steuer-Sparbuch 2012

Holen Sie das Beste aus der Steuererklärung - Ihr Geld. Download

Drei auf einen Streich
Das Rettungs-Simulationspaket (Quelle: rondomedia)

Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen-Simulator. Jetzt kaufen

"Die drei Musketiere"
"Die drei Musketiere"

Einer für alle und alle für einen! Neuverfilmung mit Topbesetzung hier!


Aus anderen Bereichen

Schönreden bei Bayer: Völler wird pampig
Rudi Völler zeigte sich wenig taktvoll vor den TV-Kameras.  (Quelle: imago)

Sportdirektor lässt keine Kritik zu. mehr

Die Kombi-Rente kommt schon bald
Älltere Menschen sollen früh in den Ruhestand gehen können - und hinzuverdienen (Quelle: imago)

Ältere dürfen mehr hinzuverdienen. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Unglaubliche Ersparnis
Tiefpreise: Patronen für Canon-Drucker bei druckerzubehoer.de

Bis zu 92% auf Patronen für Canon-Drucker. von druckerzubehoer.de

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Special
Islamische Welt in Aufruhr
Massenproteste im Maghreb: Die arabische Welt ist in Aufruhr (Foto: Reuters)

Aktuelles, Hintergründe, Analysen aus den Krisengebieten. mehr

Anzeige
Augenblicke
Fotos des Tages
Ein Model kommt auf seinen XL-Absätzen ins Straucheln. (Quelle: AP\Bebeto Matthews)

Beeindruckende Bilder und Schnappschüsse. mehr

Regionale Nachrichten
News aus Ihrer Region
Nachrichten aus Ihrer Region (Foto: imago)

Aktuelle Meldungen aus den Bundesländern. mehr

t-online.de auf Facebook
(Foto: Imago/Montage t-online)

Jetzt Fan werden und mitreden! mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche
Das Satellitenbild zeigt die schneebedeckten Alpen, die sich von Frankreich über Italien, die Schweiz, Deutschland und Liechtenstein bis nach Slowenien erstrecken. An der französisch-italienischen Grenze liegt der Mont Blanc, mit 4810 Metern der höchste Gipfel der Alpen. Insgesamt gibt es in der Bergkette über 20 Gipfel, die höher als 4000 Meter sind. (Quelle: ESA)

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige