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Jeder zweite Deutsche nennt Israel "aggressives Land"
15.01.2009, 09:27 Uhr
Israelische Soldaten beim Vormarsch im Gaza-Streifen (Foto: Reuters)
Die Deutschen haben ein zwiespältiges Bild von Israel. Fast jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent) hält den Nahoststaat für ein aggressives Land. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern". 59 Prozent meinten, Israel verfolge seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Länder.
Lediglich 30 Prozent der Bürger sind überzeugt, dass die israelische Regierung die Menschenrechte achtet. 13 Prozent stellen dagegen das Existenzrecht Israels infrage. Bei den Anhängern der Linkspartei tun dies sogar 28 Prozent - mehr als jeder Vierte. Immerhin: 45 Prozent der Befragten halten Israel für ein sympathisches Land.
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Unentschieden bei Schuldzuweisungen
Uneins sind die Deutschen in der Frage, wer am jüngsten Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gaza-Streifen die Hauptschuld trägt. 30 Prozent nennen die Hamas. Besonders die Älteren und die Anhänger der Union sehen das so. 13 Prozent geben Israel die Schuld - hier auch wieder überdurchschnittlich oft Jüngere und Anhänger der Linkspartei. Dass beide Seiten gleichermaßen verantwortlich sind, sagen 35 Prozent.
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Keine deutsche Verantwortung gegenüber Israel
Die Frage, ob die Deutschen mehr als 60 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur noch eine besondere Verpflichtung gegenüber Israel haben, bejaht rund ein Drittel der Bürger (35 Prozent). Die große Mehrheit aber (60 Prozent) sieht keine außergewöhnliche Verpflichtung mehr. Besonders ausgeprägt ist diese Sichtweise bei Jüngeren (70 Prozent), Ostdeutschen (68 Prozent) und Anhängern der Linkspartei (72 Prozent).
Quelle: dapd