11.12.2007, 08:16 Uhr
Länder wie Mali leiden am stärksten unter dem Klimawandel (Quelle: dpa)Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Bali wollen einen Fonds zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels einrichten. Damit wurde ein erster Beschluss gefasst, der vor allem im Interesse der ärmeren Länder liegt. Mit dem sogenannten Anpassungsfonds sollen Maßnahmen und Projekte gegen die Auswirkungen des Klimawandels finanziert werden.
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Tropfen auf den heißen Stein
Der Fonds, den Entwicklungsländer nachdrücklich gefordert hatten, soll bis 2012 ein Volumen von bis zu 500 Millionen Dollar erreichen, etwa das Zehnfache der bislang bereitgestellten Summe. Allerdings sollen im Jahr 2015 bereits 86 Milliarden Dollar pro Jahr erforderlich sein, um die Folgen des Klimawandels in den ärmeren Ländern zu finanzieren. Das ergab eine Studie des UN-Entwicklungsprogramms UNDP. Der Fonds wäre damit nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
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"Schwimmen oder untergehen"
"Die Armen dieser Welt können nichts für die Erwärmung. Die Industrieländer haben die Krise heraufbeschworen, und sie müssen ihrer Verantwortung jetzt gerecht werden", sagte einer der Autoren der Studie. Das schließe auch die Verantwortung für die Opfer des Klimawandels ein. Andernfalls werde eine neue Apartheid geschaffen: Während die reichen Länder ihr Geld in neuere, saubere Technologien investierten, stünden die armen Länder mit ihren begrenzten Ressourcen vor der Wahl "zu schwimmen oder unterzugehen".
Stürme und Dürren
Dass ärmere Länder stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen sind als Industriestaaten, bestätigt auch der neue Klima-Risiko-Index 2008 der Umweltorganisation German Watch. Die Entwicklungsländer haben danach zum Teil schwer unter Stürmen, Überschwemmungen und Dürren zu leiden.
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Schäden in Milliardenhöhe
Die im Jahr 2006 weltweit am stärksten betroffenen Länder waren laut Index die Philippinen, Nordkorea und Indonesien. In den Philippinen und in Indonesien habe es wegen Stürmen und Überschwemmungen jeweils fast 1300 Tote sowie finanzielle Schäden in Milliardenhöhe gegeben. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre hätten Honduras, Nicaragua und Bangladesch am meisten zu leiden gehabt. Die Auswertungen basieren auf den Datenerhebungen und Analysen des Bereichs Geo-Risiko-Forschung der Münchener Rück.
Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)"Wachsende Gefahr"
Seit 1980 habe sich die Anzahl der Naturkatastrophen durch Stürme verdoppelt, sagte Peter Hoeppe von der Geo-Risiko-Forschung der Münchener Rück. Im gleichen Zeitraum habe sich die Häufigkeit von Überschwemmungen sowie anderer Wetterextreme wie Hitzewellen und Dürren sogar vervierfacht. "Dies belegt deutlich eine wachsende Gefahr." Die Industrienationen hätten als Hauptverursacher des Klimawandels die Verantwortung, den betroffenen Ländern zu helfen.
Quelle: AFP , dpa
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