02.04.2007, 07:07 Uhr
Der von einem schweren Erdbeben ausgelöste Tsunami im Südpazifik hat auf den Salomonen-Inseln mindestens 15 Menschen getötet. Bis zu zehn Meter hohe Wellen hätten die Provinzhauptstadt Gizo im westlichen Teil des 1000-Insel-Staates getroffen, sagte Regierungssprecher George Herming. In der Gegend werden dringend Hilfsmittel wie Wasser, Essen und Zelte benötigt. Bis zu 4000 Menschen seien auf einen Hügel in Gizo geflüchtet. "Das sind schwere Zeiten für unsere Nation", sagte Premierminister Manasseh Sogavare in einer Fernsehansprache. "Ich fordere alle Behörden auf, die Hilfe für die Menschen zur höchsten Priorität zu machen." In dem Gebiet gab es weiter Nachbeben.
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Hintergrund
Grafik
Gewaltige Flutwelle
Leichen treiben im Wasser
Die Lage auf den hunderten vor Gizo liegenden Inseln ist noch völlig unüberschaubar. Dort gibt es zahlreiche Fischerdörfer; viele Familien leben direkt am Strand. "Es gibt Vermisste, und wir sehen Leichen im Wasser treiben", sagte Krankenhausmitarbeiter Ian Maneatu Laska. Helfer konnten sie wegen der anhaltend hohen Wellen nicht bergen.
Stichwort
Erdbeben der Stärke 8,0
Der Tsunami war durch ein schweres Erdbeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala ausgelöst worden. Das Epizentrum lag nur 40 Kilometer südöstlich von Gizo. Nach Angaben von Augenzeugen schwappten hohe Wellen mehrere hundert Meter weit in die Stadt. Mehrere der Toten wurden bei Malakera, einem Ort in der Nähe von Gizo, aus dem Meer geborgen. Das Krankenhaus in der Provinzhauptstadt wurde nach Regierungsangaben schwer beschädigt und musste geschlossen werden.
Tsunamis
Menschen von Welle überrascht
Nach Angaben Laskas sind zahlreiche Geschäfte in der Stadt zerstört. Die ganze Insel wurde überflutet. Die Welle überraschte viele Menschen in ihren Häusern, so dass sie nicht fliehen konnten. Erst nach Stunden ging das Wasser zurück. Channel News Asia zeigte Aufnahmen aus einem Helikopter, auf denen zerstörte Gebäude zu sehen waren.
Inseln ziehen Tauchtouristen an
Die Salomonen sind ein bitterarmer Inselstaat rund 2500 Kilometer nordöstlich von Australien. Die 500.000 Einwohner leben vom Fischfang und der Rohstoffindustrie mit Gold, Kupfer und Bauxit. Es gibt eine kleine Tourismusindustrie für Taucher. Die meisten der rund 10.000 Besucher im Jahr kommen aus Australien. Nach Angaben des deutschen Honorarkonsuls lebt nur etwa eine Hand voll Deutscher in dem Land. Erkenntnisse über mögliche deutsche Opfer gab es nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin nicht.
Quelle: dpa
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