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Müntefering übersteht Notlandung unverletzt
22.09.2009, 10:21 Uhr
Die Fokker bei der Notlandung auf dem Stuttgarter Flughafen (Foto: Reuters)
SPD-Chef Franz Müntefering hat eine Notlandung auf dem Stuttgarter Flughafen unbeschadet überstanden. Die Maschine vom Typ Fokker 100 der Fluggesellschaft Contact Air verunglückte am Montagvormittag beim Landeanflug. Ernsthaft verletzt wurde von den 73 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern offenbar niemand.
"Es war eine ernste, sehr ernste Situation. Wir sind lange gekreist, haben den Anflug versucht und mussten dann notlanden", ließ der SPD-Chef erklären. "Alle im Flugzeug waren sehr diszipliniert. Unser großer Dank gilt dem Kapitän, der eine Meisterleistung hingelegt hat, und seiner Crew, die die Situation professionell gehandhabt hat", hieß es in der Erklärung Münteferings.
Passagiere unter Schock
Ein Passagier und eine Flugbegleiterin wurden leicht verletzt. Mehrere Fluggäste erlitten einen Schock. Die Polizei erklärte, die Besatzung habe während des Fluges Probleme mit dem Fahrwerk gemeldet. Das Hauptfahrwerk ließ sich nicht komplett ausfahren, teilte der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Contact Air, Manfred Gärtner, mit. Vergleichbare Probleme bei dem Flugzeugtyp seien ihm nicht bekannt.
Maschine über Rutschen verlassen
Der Pilot konnte die Maschine dann unter den gegebenen Umständen um 10.47 Uhr sicher auf einem Schaumteppich in Stuttgart landen, so die Presseerklärung Münteferings. Die Insassen mussten das Flugzeug über den Noteinstieg mit Rutschen verlassen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.
"Butterweiche Landung"
Lob bekam die Crew von Augenzeugen. Einer, der die Notlandung nach eigenen Worten in einer Flughafen-Lounge verfolgt hat, nannte die Landung "butterweich". Er sprach von einer "Meisterleistung des Piloten". Doch auch er gab im SWR zu: Da "wird einem schon ein bisschen flau im Magen". Thomas Jünemann, in Stuttgart zuständig für das Abfertigen von Flugzeugen, war ebenfalls Augenzeuge. Das Fahrwerk sei nicht ausgefahren gewesen. Das rechte Fahrwerk war teilweise draußen, das linke aber gar nicht.
Unglücksmaschine unter der Lupe
Der Flugbetrieb am Stuttgarter Flughafen wurde nach dem Zwischenfall für mehrere Stunden eingestellt. Es kam zu Flugausfällen und mehrstündigen Verspätungen. Vor den Schaltern bildeten sich lange Schlangen. Die Start- und Landebahn bleibe noch bis zum frühen Abend gesperrt, kündigte ein Flughafensprecher an. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung reisten aus Braunschweig an, um die Unglücksmaschine zu untersuchen. Die Fokker 100 wurde laut Contact Air im November 1995 gebaut und hatte bis zum Vorfall 31.465 Flugstunden sowie 33.541 Landungen absolviert. Der jüngste umfassende Überprüfung (C Check) fand demnach am 5. August statt.
Kundgebung in Augsburg
Laut SPD nahm Müntefering alle für Montag geplanten Termine wahr. Am Mittag hielt er eine Festrede auf einem Volksfest in Stuttgart. Für den Nachmittag waren Auftritte bei einer Diskussionsveranstaltung in Uhingen und einer Wahlkampfkundgebung in Augsburg geplant. "Das reicht einmal im Leben", spricht Müntefering wohl vielen Passagieren der Unglücksmaschine aus dem Herzen. "Man guckt schon auf die Welt und findet sie gut."
Quelle: dpa
, dapd
, AFP