26.05.2011, 12:26 Uhr
Die Asche des isländischen Vulkans Grimsvötn hat den Flugverkehr EU-weit beeinträchtigt (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Angesichts der Flugbehinderungen durch die Aschewolke aus dem isländischenVulkan Grimsvötn hat Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) seine Forderung nach gemeinsamen Absprachen in Europa zum Umgang mit Vulkanasche bekräftigt. "Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen der Verantwortlichen in Europa nach wie vor eine dringliche Aufgabe bleibt", zitierte die "Passauer Neuen Presse" aus einem Brief Ramsauers an die ungarische EU-Ratspräsidentschaft.
In dem Schreiben bitte der CSU-Politiker seinen ungarischen Amtskollegen Pál Völner, das Thema beim Verkehrsministerrat am 16. Juni ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. "Nur europäisch koordinierte Ansätze sind geeignet, hierzu für alle tragbare Lösungen zu finden", schreibt Ramsauer der Zeitung zufolge.
Auch die Pilotenvereinigung Cockpit kritisierte, dass es keine EU-weit einheitlichen Grenzwerte für Aschekonzentration in der Luft gebe. Das sei kontraproduktiv, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg den "Dortmunder Ruhr Nachrichten". "Ein Land erlaubt das Fliegen nur auf bestimmten Strecken, das nächste verhängt ein umfassendes Verbot, andere nehmen keinerlei Beschränkungen vor. Das können wir so nicht hinnehmen." Handwerg forderte verbindliche Absprachen zwischen den Ländern.
Wenn es nach dem Willen des Cockpit-Sprechers geht, soll es darüber hinaus umfangreiche Tests der Flugzeug-Hersteller geben, um verlässliche Grenzwerte für Flugasche-Belastungen der Maschinen aufstellen zu können. Dass Asche eine Gefahr für die Sicherheit des Flugbetriebs sei, könne nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. "Die Frage ist nur, wie viel Asche ein Flugzeug aushalten kann. Die Antwort kann nur die Industrie liefern."
Momentan werden keine weiteren Einschränkungen des Flugverkehrs in Europa erwartet. Starts und Landungen in ganz Europa dürften wieder reibungslos ablaufen, teilte die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. "Da die Aschewolke sich über Nacht voraussichtlich verteilen wird, erwarten wir für Donnerstag keine nennenswerten Auswirkungen auf den Europäischen Luftraum." Der Vulkan Grímsvötn spuckt seit Mittwoch keine Asche mehr in große Höhen.
Am Mittwoch waren rund 450 Flüge wegen der Aschewolke im deutschen Luftraum ausgefallen, betroffen war vor allem der Norden Deutschlands. Flughäfen in Berlin, Hamburg und Bremen mussten am Mittwoch vorübergehend schließen. Wegen der Schließungen im Norden blieben zudem in ganz Deutschland zahlreiche Maschinen am Boden, darunter in Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover, München und Nürnberg. Anders als bei dem Flugchaos vor einem Jahr wurden die Flugverbote rasch wieder aufgehoben.
Quelle: AFP , dpa
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