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Flugsicherheit: Duty-Free-Läden geraten ins Visier

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Duty-Free-Läden geraten ins Visier

31.12.2009, 15:44 Uhr

Duty-Free-Shops geraten in der Debatte um die Flugsicherheit in die Kritik (Foto: imago) Duty-Free-Shops geraten in der Debatte um die Flugsicherheit in die Kritik (Foto: imago)Um die Sicherheit im Flugverkehr zu erhöhen, will die Deutsche Polizeigewerkschaft den Verkauf von potenziell gefährlichen Produkten wie Alkohol, Feuerzeugen und Rasierklingen im Abflugbereich von Flughäfen verbieten lassen. "Jenseits der Sicherheitsschleusen bekommen mögliche Attentäter in Duty-Free-Shops und Restaurants alles, was sie für den Bombenbau brauchen", sagte der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Wendt forderte Brüssel auf, schnellstmöglich ein EU-weites Verkaufsverbot für Stoffe wie Alkohol, Parfüm und ähnlichem zu erlassen. Zudem müsse es Restaurants untersagt werden, im Abflugbereich Metallbesteck an Fluggäste auszugeben, sagte Wendt weiter.

Rasierklingen im Duty-Free-Shop

Auch die Deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach sich dafür aus, das Warenangebot in den Geschäften für zollfreien Einkauf an Flughäfen zu überprüfen. Der Sprecher der Vereinigung, Jörg Handwerk, sagte dem "Tagesspiegel": "Auch das Sortiment der Duty-free-Shops kann ein Sicherheitsrisiko darstellen." Während Passagieren bei der Kontrolle häufig harmlose Sachen abgenommen würden, könnten sie gleich dahinter oft brisante Dinge erwerben. Er selbst habe in London seine Wasserflasche abgeben müssen und danach im Duty-free-Shop Rasierklingen kaufen können. Damit könne man zwar kein Flugzeug sprengen, aber die Besatzung angreifen, sagte Handwerk.

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Sicherheitsschleusen gefordert

Der Gewerkschafter Wendt sprach sich außerdem für Ausweiskontrollen an den Sicherheitsschleusen der Flughäfen aus, um ein Einschleusen von Attentätern in Flugzeuge zu verhindern. "Heute können Kriminelle einfach die Bordkarte eines Dritten übernehmen, damit die Sicherheitskontrolle passieren und unerkannt die Maschine besteigen. Das ist ein riesiges Sicherheitsdefizit", warnte Wendt in der "Neuen Presse".

Body-Scanner gesundheitsschädlich?

Innenminister Thomas de Maizière bekräftigte unterdessen, vor einer Einführung von Körperscannern an Flughäfen müssten zunächst sämtliche Bedenken zu Fragen der Gesundheit und des Persönlichkeitsrechts ausgeräumt werden. Der "Bild"-Zeitung sagte er, Studien zu den bei Körper-Scannern genutzten Terahertz-Wellen besagten, dass sie für den Menschen unbedenklich sind, weil der Körper selbst Terahertz-Wellen erzeugt und abstrahlt. "Trotzdem werden wir 2010 sehr genau prüfen, ob Body-Scanner der Gesundheit schaden können", fügte der Minister hinzu. "Geräte mit Röntgenstrahlen setzen wir nicht ein."

Geräte noch im Test

Auf deutschen Flughäfen würden noch keine Body-Scanner eingesetzt und auch nicht getestet. Es gebe bei der Entwicklung der Geräte erhebliche Fortschritte, etwa für den Schutz des Persönlichkeitsrechts. "Es gibt Scanner, die Fremdkörper sichtbar machen, ohne die Körperkonturen zu zeigen. Man sieht nur eine Art Strichmännchen", so de Maizière. Body-Scanner könnten die Sicherheitskontrollen von Personen schneller und besser machen. "Ein Abtasten wäre nur noch im Ausnahmefall nötig." Deswegen könnte der Einsatz eines neuen, ausgereiften Body-Scanners von den Fluggästen als geringere Belastung empfunden werden.


Terroranschlag auf Flugzeug

Am vergangenen Freitag hatte ein 23-jähriger Nigerianer versucht, ein Flugzeug aus Amsterdam kurz vor der Landung in Detroit mit Hilfe von Sprengstoff zum Absturz zu bringen. Der Vorfall löste auch in Deutschland eine Diskussion über die Flugsicherheit aus.


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Quelle: dpa

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