18.04.2010, 17:07 Uhr | AFP, dpa, apn
Auf einigen deutschen Flughäfen gehen wieder Flüge in Richtung Osten - zumindest bis Sonntagabend (Foto: dpa)
Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrung der Lufträume an mehreren deutschen Flughäfen gelockert. In Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Erfurt, Leipzig, Hannover sowie Frankfurt und Frankfurt-Hahn seien An- und Abflüge Richtung Osten bis Sonntagabend 20.00 Uhr wieder möglich, sagte Sprecherin Kristina Kelek am Sonntag.
Von diesen Flughäfen aus seien Flüge in Richtung Osten erlaubt. Wie nach 20.00 Uhr weiter verfahren wird, werde am späten Nachmittag noch geklärt. Die übrigen Flughäfen bleiben zunächst bis Sonntag 20.00 Uhr gesperrt. Wegen der Vulkanasche aus Island hatte die Flugsicherung seit Donnerstagabend den Flugverkehr im deutschen Luftraum massiv eingeschränkt.
Grund für die teilweise Lockerung des Flugverbots sind den Angaben zufolge unterschiedliche Aschekonzentrationen am Himmel. "Wir wollen auch mit dem kleinen Zeitfenster Reisenden Gelegenheit geben, endlich weiter zu kommen", sagte Kelek.
Der Flughafen Erfurt geht nach der Lockerung der Luftraumsperrung davon aus, dass die Fluggesellschaften Maschinen nach Erfurt umleiten. "Wir sind günstig gelegen und haben sowohl die Technik als auch die Kapazitäten, um einiges aufzufangen", sagte Sprecher Jürgen Barthel. Es biete sich an, Flugzeuge mit Ziel Frankfurt nach Erfurt umzuleiten.
Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin will prüfen, welche Konsequenzen das von der Flugsicherung bis Sonntagabend gelockerte Flugverbot hat. "Wir checken jetzt erstmal, was damit gemeint ist", sagte Sprecher Hans-Christoph Noack. "Richtung Osten ist schön, aber nicht unbedingt unsere Hauptrichtung."
Deutschlands größter Reiseanbieter TUI brachte bis Sonntagmittag rund 1000 Gäste von Ferieninseln auf das europäische Festland, von wo aus sie mit Bussen nach Frankfurt am Main gefahren wurden. Schwerpunkt der Aktion war Mallorca, wo 2800 TUI-Gäste zeitweise festsaßen. TUI zahlte die Übernachtungskosten gestrandeter Gäste von Freitag bis Montag. Andere Anbieter zahlten Zimmer nur bis Sonntagabend. Danach müssen Reisende für Übernachtungen selbst aufkommen und die Hälfte der Mehrkosten für den Rücktransport bezahlen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wies alle deutschen Botschaften an, Reisenden in individuellen Notlagen konsularische Hilfe zu leisten.
Auch in Spanien wurden mehrere Flughäfen im Norden und Osten des Landes, darunter Barcelona, nach einer vorübergehenden Schließung am Sonntag wieder geöffnet, wie eine Sprecherin der spanischen Luftfahrtbehörde Aena mitteilte. Dies bedeute aber nicht, dass der Flugverkehr ab sofort wieder normal verlaufe, da es einen erheblichen Rückstau gebe und in vielen Ländern Europas immer noch ein Flugverbot bestehe. In Südfrankreich wurden am Sonntagnachmittag die Flughäfen Bordeaux, Marseille und Nizza bis Montag 15.00 Uhr wieder freigegeben, wie die Generaldirektion der Zivilen Luftfahrtbehörde mitteilte. Die Freigabe gelte auch für Flughäfen im Südwesten Frankreichs wie Toulouse, Pau, Montpellier, Biarritz und Perpignan, die ursprünglich bis Montagfrüh hätten geschlossen bleiben sollen, sagte eine Sprecherin.
Großbritannien hingegen verlängerte das Flugverbot in seinem Luftraum bis Montagmorgen 08.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Die meteorologischen Bedingungen im Umfeld der Aschewolke des isländischen Vulkans blieben wechselhaft, teilte die britische Luftfahrtbehörde am Sonntagnachmittag mit. Gemeinsam mit der Regierung, den Flughäfen und Fluggesellschaften werde weiterhin nach einer Lösung gesucht.
Zu den Opfern des Flugverbots zählte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte auf der Rückreise aus den USA wegen der Aschewolke zunächst am Freitag in Lissabon und dann in Rom landen müssen. Von dort fuhr sie mit dem Auto am Sonntag nach Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) fuhr Medienberichten zufolge im Auto von Istanbul, wohin er verletzte deutsche Soldaten begleitet hatte, zurück nach Deutschland.
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Quelle: dapd , dpa , AFP
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