Der ehemalige Außenminister greift die Regierung scharf an (Quelle: ddp)Ex-Außenminister Joschka Fischer hat das Vorgehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Wirtschafts- und Finanzkrise kritisiert. "Ich bin von der Performance der Bundesregierung und namentlich der Bundeskanzlerin in der Krisenbewältigung überhaupt nicht überzeugt", sagte Fischer im Deutschlandfunk.
Kritik übte der ehemalige Politiker der Grünen auch an Finanzminister Peer Steinbrück: "Er redet viel und muss dann die Dinge wieder zurücknehmen", sagte Fischer. Seinen Parteifreunden bescheinigte er, sie hätten ebenfalls nicht überzeugend agiert.
Die Kanzlerin habe die europäische Führungsaufgabe, die alle Europäer von Deutschland erwartet hätten, nicht wahrgenommen, sagte Fischer. "In einer solchen Krise guckt alles auf die Nummer eins. Da bedarf es des festen Blicks nach vorn, einer starken Hand und zumindest des Eindrucks, dass sie weiß, wohin es geht." Außerdem sei das in dieser Woche vom Kabinett verabschiedete Konjunkturprogramm lediglich auf die übliche Dimension von Wachstumseinbruch zugeschneidert, "aber nicht auf das, was an realwirtschaftlichem Tsunami auf uns zurollt".