05.02.2006, 10:53 Uhr
Die amerikanische Frauenrechtlerin und Autorin Betty Friedan ist tot. Nach Angaben der "Los Angeles Times" starb Friedan am Samstag in ihrem Haus in Washington. Es war ihr 85. Geburtstag. Verwandte gaben Herzversagen als Todesursache an. In den neunziger Jahren musste sich die Sozialwissenschaftlerin bereits zwei Herzoperationen unterziehen.
Abrechnung mit der typischen Frauenrolle
Mit ihrem ersten Buch "The Feminine Mystique" ("Der Weiblichkeitswahn") zündete Friedan 1963 den Funken für die Emanzipationsbewegung in den USA. Darin rechnet sie mit der typischen Frauenrolle als Mutter und Hausfrau ab. Sie klagte eine Gesellschaft an, die Frauen den Weg zur Selbstfindung versperrte.
Kampf für legalen Schwangerschaftsabbruch
1966 gründete sie die "National Organization for Women" (NOW), die unter ihrer Präsidentschaft - bis 1970 - zu einer einflussreichen Interessenvertretung der Frauen wurde. Die 1970 von ihr organisierte erste große nationale Frauendemonstration richtete sich unter anderem gegen die Diskriminierung der Frauen in der amerikanischen Gesellschaft. Friedan kämpfte auch um das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch.
Interesse für das Alter
Im Laufe der Jahre milderte sich ihr feministischer Radikalismus, was in ihrem 1981 erschienenen Buch "The Second Stage" ("Der zweite Schnitt") deutlich wurde. Zuletzt widmete sich die geschiedene Mutter von drei Kindern vor allem den Interessen älterer Frauen und Männer. Mit "Mythos Alter" brachte sie 1995 ihr letztes Buch heraus.
Verzicht auf wissenschaftliche Karriere
Betty Naomi Goldstein kam als Tochter eines jüdischen Juweliers in Peoria (Illinois) auf die Welt. Sie schloss ein Psychologiestudium 1942 mit "summa cum laude" ab, verzichtete aber auf eine wissenschaftliche Karriere, zu Gunsten eines Hausfrauendaseins. Von 1947 bis 1969 war sie mit dem Wirtschaftsmanager Carl Friedan verheiratet. Als freiberufliche Journalistin fand sie zur Schriftstellerei.
Quelle: dpa
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