28.12.2007, 10:01 Uhr
Wer künftig in eine Umweltzone fahren will, braucht die richtige Plakette zum Schadstoffausstoß am Auto (Quelle: dpa)Die Belastung mit Feinstaub lag 2007 in vielen Großstädten im Schnitt wieder über dem zulässigen Grenzwert - aber deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Als Ursache für den Rückgang vermuten die Landesumweltministerien vor allem Wettereinflüsse. Sie verweisen aber auch auf die zunehmende Ausrüstung von Dieselautos mit Rußfiltern und die sinkende Zahl alter Stinker-Autos.
Berlin, Köln und Hannover
Viele Städte wollen im neuen Jahr Umweltzonen mit Fahrverboten für Autos einrichten, die viel Abgas in die Luft blasen. Dadurch soll der Feinstaub in der Luft weiter reduziert werden. Den Anfang machen am 1. Januar Berlin, Köln und Hannover. Autos ohne Umweltplakette dürfen dann nicht mehr in die jeweilige Innenstadt fahren. Später wollen weitere Städte folgen - vor allem in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auch anderenorts werden Umweltzonen erwogen. Feinstaub ist schädlich für die Atemwege und wird nicht nur durch Abgase von Autos, sondern auch von Fabriken und Heizungen verursacht.
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Stuttgart stark belastet
Zulässig ist eine Überschreitung des EU-Grenzwerts von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft nur an maximal 35 Tagen pro Jahr. Zwar ging die Zahl solcher Tage 2007 zurück - örtlich halbierte sie sich sogar fast. Gleichwohl blieb sie in einigen Kommunen deutlich hoch. Eine der am meisten belasteten Städte Deutschlands ist noch immer Stuttgart, das wegen seiner Tallage von jeher einen geringen Luftaustausch hat. Das baden-württembergische Umweltministerium rechnet damit, dass in der Landeshauptstadt der Grenzwert bis Jahresende an 100 Tagen überschritten wird. Auch in der Ruhrgebietsstadt Dortmund und im brandenburgischen Cottbus war der Grenzwert mit 77 Tagen besonders häufig überschritten. In Baden-Württemberg war er es landesweit an fast jeder zweiten der 29 Messstellen, in Nordrhein-Westfalen an neun Messstellen, in Brandenburg an vier.
Jüngstes Wetter noch nicht berücksichtigt
Dabei sind die Statistiken vielfach auf dem Stand vor Weihnachten und berücksichtigen deshalb die sogenannte Inversionswetterlage der letzten Tage noch nicht. Bei diesen Wetterlagen findet kaum ein Luftaustausch zwischen den oberen und unteren Luftschichten statt, was zu einer erhöhten Staubkonzentration führt.
Süden und Westen stärker betroffen
Generell war der Süden und Westen Deutschlands 2007 wieder sehr viel stärker betroffen als die dünn besiedelten und industriearmen Küstenländer mit ihrer relativ unbelasteten Meeresluft. So meldeten Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern nur an wenigen Tagen Grenzwert-Überschreitungen. Auch das ländlich geprägte Rheinland-Pfalz blieb unter dem von der EU zugelassenen Wert. In Mainz, wo 2003 der Grenzwert noch an 77 Tagen überschritten wurde, war dies in diesem Jahr nur noch an 33 Tagen der Fall - zwei Tage weniger als zulässig.
Viele Städte folgen bald
Außer bei den Vorreitern Berlin, Hannover und Köln sind auch in anderen Städten Umweltzonen geplant. So sollen bis 1. März in Baden- Württemberg acht Kommunen folgen, darunter Stuttgart, Mannheim und Tübingen. Die Vorbereitungen seien "im Großen und Ganzen im vorgesehenen Zeitplan", sagte Umweltministerin Tanja Gönner. Frankfurt am Main wird voraussichtlich im Sommer nur noch Autos mit Umweltplakette in die Innenstadt lassen. Düsseldorf und die Ruhrgebietsstädte wollen im Laufe des Jahres folgen. Auch Leipzig, Magdeburg, Halle und Gera erwägen dies.
Quelle: dpa
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