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FDP-Spitze: Rösler kommt, Brüderle bleibt

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Große Not, kleine Lösung

06.04.2011, 08:25 Uhr

Im Zentrum des Medieninteresses: der designierte FDP-Parteichef Philipp Rösler (Foto: dpa)

Im Zentrum des Medieninteresses: der designierte FDP-Parteichef Philipp Rösler (Foto: dpa)

Der neue starke Mann der FDP heißt Philipp Rösler. Der 38-Jährige wird nicht nur Parteichef, sondern auch Vizekanzler. Trotzdem ist es nur die kleine Lösung: Bei den Ministerposten im schwarz-gelben Kabinett bleibt alles, wie es ist - zumindest vorerst.

Für Philipp Rösler begann der wichtigste Termin seines politischen Lebens vor verschlossenen Türen. Auf dem Weg zur entscheidenden FDP-Sitzung - Präsidialebene des Reichstags, Raum N024 - bog er falsch ab und landete in einer Sackgasse. So musste er noch einmal 25 Meter durchs Blitzlichtgewitter. Auch das war für ihn an diesem Tag so gewaltig wie noch nie.

Frust über Westerwelle entlädt sich

Eine Tür weiter und anderthalb Stunden später konnte Rösler dann aber doch verkünden, was zu diesem Zeitpunkt jeder schon wusste - dass er anstelle von Guido Westerwelle die Führung der FDP übernimmt. Die zwei Dutzend Präsidiumsmitglieder und Landesvorsitzende dankten mit großem Applaus. Später segneten auch noch Vorstand und Bundestagsfraktion in gemeinsamer Sondersitzung die Kandidatur ab.

Vielleicht mag der 38-Jährige zwischendurch aber doch noch etwas ins Grübeln gekommen sein. Die beiden Krisensitzungen wurden zu einer schonungslosen Bestandsaufnahme des Zustands der FDP am Ende der Ära Westerwelle. Der seit Monaten angestaute Frust über den bisherigen Parteichef entlud sich noch einmal mit voller Wucht.

Brüderle strahlt

Die Not bei den Liberalen ist so groß wie nie. Trotzdem entschied sich Rösler schließlich nur für die kleine Lösung. Zwar zwang er Westerwelle dazu, neben dem Parteivorsitz auch noch den Titel als Vizekanzler abzugeben. Auf eine Neuverteilung der FDP-Ministerposten im schwarz-gelben Kabinett verzichtete er jedoch.

Rösler behält das Gesundheitsministerium, und der Wirtschaftsminister wird weiterhin Rainer Brüderle heißen. Der 65-Jährige hatte vor der anstehenden FDP-Runderneuerung als schwer gefährdet gegolten. Auf eine Kampfabstimmung wollte sich Rösler aber nicht einlassen. Brüderle strahlte nach Ende der Sitzung deutlich mehr als er.

Personaldebatte noch nicht vorbei

Deshalb waren Röslers Leute auch sofort damit beschäftigt, den Verzicht auf einen weiteren Machtkampf keineswegs als erste Schwäche des künftigen Parteichefs aussehen zu lassen. Rösler müsse jetzt daran interessiert sein, die FDP hinter sich zu einen. Außerdem könne er sich im Gesundheitsministerium auf einen eingespielten Apparat verlassen. Wenn er neben der Partei auch noch ein neues Ministerium übernommen hätte, wäre das anders geworden.

Ob das so bleibt, ist aber noch keineswegs entschiedene Sache. Rösler machte deutlich, dass "in den nächsten Tagen und Wochen" noch weitere Personalveränderungen folgen werden. "Es ist wichtig, für die FDP Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Das braucht Zeit, das geht nicht von heute auf morgen. Aber es wird gelingen, wenn wir geschlossen sind." Nur ein einziger bekam am Dienstag von ihm eine Job-Garantie: Generalsekretär Christian Lindner, der selbst als neuer Chef gehandelt worden war.

Kein Rampenlicht für Westerwelle

Das einstweilige Festhalten an der bestehenden Kabinettsliste hilft außer Brüderle aber noch einem anderen: Westerwelle. Seit sein Abgang von der FDP-Spitze feststeht, mehrten sich in der Partei die Stimmen, dass er auch das Auswärtige Amt räumen müsste. Von den 16 Landesvorsitzenden wagte sich am Dienstag aber nur einer aus der Deckung, der Berliner FDP-Chef Christoph Meyer.

Westerwelle reagierte hart: "Dann muss jemand gegen mich kandidieren. Ich habe nicht vor, mich aufs Altenteil zu begeben." Die Antwort war Schweigen. Trotzdem bekam der scheidende Chef kurz darauf eine Ahnung davon, wie sich das Leben für ihn verändern wird. Alle Kameras waren auf Rösler gerichtet. An Westerwelle gab es keine Fragen mehr.


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Quelle: dapd , AFP , dpa

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Kommentare (129)

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Thema: "FDP-Spitze: Rösler kommt, Brüderle bleibt"

Karl der Große schrieb: am 5. April 2011 um 19:38:32
(0) (0) FDP
Oh Gott!!

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ProFDP schrieb: am 5. April 2011 um 19:38:25
(0) (0) in die Versenkung
muss dieses Sammelbecken von arroganten Schreihälsen (Westerwelle, 2 x Lindner, Rösler) und Lügnern
(Brüderle). Rhetorisch geschultes "sicheres" Auftreten mit gleichzeitiger bodenloser Inkompetenz. Erstes Ziel "Vertrauen gewinnen"? Für wie blöd hält diese Partei die Wähler (teilweise haben sie leider recht)?
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frodo 12 schrieb: am 5. April 2011 um 19:38:12
(0) (0) FDP Spitze
ohman, der auch noch Vizekanzler, jetzt gehts mit Deutschland nur noch bergab , es wird zeit für Neuwahlen , das ist KEINE
Regierung mehr , dieses Kaspertheater do oben .
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