15.12.2011, 16:41 Uhr
In der FDP geht es nach dem plötzlichen Rücktritt von Generalsekretär Christian Lindner drunter und drüber: Teils fallen die Parteimitglieder über Lindner her, teils über Parteichef Philipp Rösler.
Die stärksten Worte fand wohl FDP-Vize Holger Zastrow, der den zurückgetretenen Generalsekretär auf das Schärfste kritisiert: Dessen Rücktritt sei unprofessionell und verantwortungslos gewesen. Als Generalsekretär einer Partei mit 65.000 Mitgliedern könne man nicht einfach so gehen.
Berechenbarkeit sei für jede Partei ein hohes Gut, das gelte auch für das Spitzenpersonal. Auch könne die Partei eine Begründung erwarten.
"Der Lächerlichkeitsgrad, den wir inzwischen erreicht haben, der verschlägt einem schon den Atem", beschrieb Zastrow den Zustand seiner Partei. Die FDP müsse nun als Team an einem Strang in eine Richtung ziehen.
Zastrow stellte sich gleichzeitig auf die Seite von Parteichef Philipp Rösler: "Der Parteivorsitzende hat mit der schnellen Nominierung Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit bewiesen." Rösler habe eine gute Wahl getroffen. Die "Abteilung Attacke" der FDP sei unter Lindner zu kurz gekommen und habe mit kommenden Generalsekretär Patrick Döring ein neues, frisches Gesicht.
Mit einer raschen Nachfolge für den zurückgetretenen Christian Lindner wollte Parteichef Philipp Rösler Führungsstärke beweisen. zum Video
Auch der FDP-Haushaltsexperte Jürgen Koppelin sagte, das habe der eine oder andere bei Lindner vermisst. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, setzt ebenfalls auf mehr Kampagnenfähigkeit der FDP durch Döring. Hier habe es Defizite gegeben, sagte Becker im Deutschlandradio Kultur.
Der Altliberale Burkhard Hirsch kritisierte derweil Parteichef Philipp Rösler für dessen Umgang mit den Personalien Lindner/Döring. Rösler hätte mit der Berufung eines Nachfolgers für Lindner warten sollen, bis das Ergebnis des Euro-Mitgliederentscheids bekannt sei, sagte Hirsch im SWR. Schließlich habe der neue Generalsekretär die Pflicht, den Mitgliederentscheid umzusetzen.
Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, sieht Röslers Hauptfehler schon bei seinen verfrühten Aussagen zum FDP-Mitgliederentscheid: Der Parteichef, so Kopp, hätte den Entscheid keinesfalls vor Ablauf der Abstimmungsfrist für gescheitert erklären dürfen.
Für dieses Vorgehen hat Baden-Württembergs FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke Rösler indirekt eine Entschuldigung nahegelegt. "Sollte Herr Rösler sich für Fehler im Zusammenhang mit dem Mitgliederentscheid entschuldigen, werde ich das nicht lauthals öffentlich kritisieren", sagte Rülke.
Christian Lindner tritt zurück - und von der Partei-Basis kommt heftige Kritik. zum Video
Ein ähnliches Drama wie in der Bundesparteispitze bahnt sich in der saarländischen FDP an: Hier gab der Landespolitiker Christian Schmitt einen Tag nach seinem überraschenden Rücktritt als FDP-Fraktionschef im Landtag auch seinen Austritt aus der Landtagsfraktion bekannt. Die E-Mail sei am Vormittag bei der Fraktion eingegangen, sagte Wirtschaftsminister und Fraktionsmitglied Christoph Hartmann am Donnerstag. In dem kurzen Schreiben habe Schmitt erneut weder Gründe für seinen Rücktritt angegeben, noch sich über weitere Schritte geäußert.
Hartmann vermutet, dass Schmitt auch die Partei verlassen wird. Er würde damit einem laut Satzung erforderlichen Ausschlussverfahren nach dem Verlassen der Fraktion zuvorkommen.
Döring selbst will seine Partei mit einer Konzentration auf inhaltliche Debatten aus der Krise führen. Döring rief die Liberalen am Donnerstag zugleich zu einer "neuen Geschlossenheit" auf. Er war am Mittwoch zum Nachfolger des zurückgetretenen Generalsekretärs Christian Lindner benannt worden.
Döring mahnte im ZDF-"Morgenmagazin", die FDP müsse eine neue Einigkeit finden, indem sie sich hinter dem Ergebnis des Mitgliederentscheids zum Euro-Rettungsschirm versammle und damit politisch klug umgehe. Das Ergebnis des Entscheids wird am Freitag bekanntgegeben. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass man in der FDP "leidenschaftlich für die Sache streiten kann", sagte Döring weiter. Die FDP dürfe sich nicht erneut in Personaldebatten verstricken, sondern müsse "inhaltlich die Fahne neu aufrichten".
Quelle: AFP , dapd , dpa
Robin`s Nest schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:28:52
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Unser Lächerlichkeit.....
Der Rücktritt des Herrn Lindner war inakzeptabel. In seiner Position
hätte er durch ein " Feuer" gehen
müssen, um seine Partei zu retten. Der o.e.
Kommentar des Herrn Zastrow würde von mir - wäre ich im FDP Vorstand -
auf das Schärfste zurückgewiesen. Die FDP wurde zwar oft als
Mehrheitsbeschaffer gebrandmarkt, dennoch gibt es gute Gründe dieser
Partei Genesung zu wünschen. Vor allem denke ich an W.Mischnick. Ein
großer Liberaler!! Die Auslöschung der FDP scheint wünschenswert,
wäre tr
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ex FDP-Wähler schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:27:04
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"Lächerliche" FDP
Holger Zastrow hat völlig Recht mit der Lächerlichkeit, die die Partei abgibt.
Die Partei einfach auflösen,
bevor es immer peinlicher, lächerlicher und skandallöser wird.
Diese Schmach sollte die Partei sich wenigstens ersparen. Die Partei ist am Ende, das muss man so deutlich zur Kenntnis nehmen.
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FDP-Kenner schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:20:08
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Lächerlichkeit in der FDP
Das war von vorne heran klar, dass das mit der pubertierenden Führung nix wird. Der Brüderle wusste das sicher
auch, hat aber nichts gegen das drohende Unheil unternommen. Eins konnten die Röslers und Lindners, nämlich reden wie ein Buch. ganz große Rhetoriker, das war´s dann aber schon. Mit Show alleine kann man aber eine partei weder führen noch nach vorne bringen. Da fehlt einfach die Substanz und die Lebenserfahrung.
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