16.01.2011, 19:24 Uhr
Endlich wieder daheim: Deutsche Tunesien-Reisende treffen auf dem Flughafen Frankfurt ein (Foto: dpa)
Die großen Reiseveranstalter haben nahezu alle deutschen Tunesien-Urlauber wieder sicher nach Hause gebracht. Sondermaschinen mit den übrigen 1100 Touristen sollen bis Sonntagabend in Deutschland landen. "Alle Gäste, die Tunesien verlassen wollten, sind auf dem Heimweg oder bereits wieder zu Hause eingetroffen", sagte Thomas-Cook-Sprecher Mathias Brandes. Nur ein "ganz kleiner Teil" habe entschieden, auf eigenes Risiko in dem Unruheland zu bleiben.
Thomas Cook, Tui und Rewe Touristik haben für den Sonntag noch insgesamt sieben Sonderflüge mit deutschen Urlaubern geplant. Spätestens am Abend sollen alle der ursprünglich 5000 deutschen Touristen wieder zu Hause sein, die mit den drei großen Anbietern gereist waren.
Die Veranstalter berichten von einer Handvoll Urlaubern, die die Rückreise verweigerten. "Weil die Sonne scheint, weil sie nichts von den Unruhen spüren", sagte Tui-Sprecher Mario Köpers. Die Verträge mit diesen Gästen, die sich vor allem auf der Insel Djerba aufhielten, seien gekündigt worden. Sie blieben nun auf eigenes Risiko im Land und müssten ihre Rückflüge selbst organisieren.
Rewe Touristik hatte mit ursprünglich 30 unwilligen Senioren zu kämpfen, die ihren Urlaub nicht abbrechen wollten. 23 konnten dann aber überzeugt werden - die Sorge um das Sicherheitsrisiko und Zusatzkosten hätten letztlich den Ausschlag gegeben. Sieben ließen sich nicht umstimmen: "Sie sind die letzten, die uns Kopfzerbrechen bereiten", sagte Sprecher Tobias Jüngert. "Diese Urlauber haben eine eigenen Wahrnehmung der Lage."
Am Samstag hatten die deutschen Urlauber zum Teil lange Wartezeiten an den tunesischen Flughäfen in Kauf nehmen müssen. "Die Abfertigung hat reichlich Zeit gebraucht", sagte Sprecher Jüngert. Das Auswärtige Amt hatte mitgeteilt, zwei Konsularbeamte seien nach Tunesien geschickt worden, um an den Flughäfen die Ausreise deutscher Urlauber zu unterstützen.
Die Veranstalter haben bis jeweils zum 21. beziehungsweise 24. Januar alle Tunesien-Flüge abgesagt. Ob das Mittelmeerland danach wieder angeflogen werden kann, ist noch unklar. Die Sicherheitslage wird kontinuierlich neu bewertet.
Betroffene Kunden können in den nächsten Tagen noch kostenlos umbuchen oder ihre Reise ganz absagen. Die Anbieter bieten dazu unterschiedliche Fristen an. Alternative Reiseziele stünden bereit, zum Beispiel Ägypten oder die Kanaren. Zudem erstatten die drei großen Anbieter den Urlaubern den Reisepreis anteilig zurück, wenn sie ihre Reise abbrechen mussten. Die Gäste hätten pauschal Anspruch darauf, nicht erbrachte Leistungen erstattet zu bekommen, sagte ein Sprecher. Die Fälle müssten aber einzeln geprüft werden.
Die tunesische Polizei bemüht sich inzwischen, nach wochenlangen Unruhen im Land und dem Sturz des langjährigen Herrschers die Ordnung wiederherzustellen. In der Hauptstadt Tunis wurden zahlreiche Verdächtige festgenommen, die an Schießereien beteiligt gewesen sein sollen. Die Lage im Land blieb aber kritisch. So war unklar, ob die Übergangsregierung wirklich wie versprochen einen demokratischen Machtwechsel ermöglicht und Wahlen zulässt.
Die Polizei nahm auch den Leiter der Leibgarde des gestürzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali, Ali Seriati, sowie mehrere seiner Mitarbeiter fest. Ihnen werde eine Verschwörung gegen die nationale Sicherheit vorgeworfen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur TAP. Insgesamt wurden nach Angaben aus Polizeikreisen 50 Verdächtige festgenommen, die aus Krankenwagen und Mietwagen heraus auf Menschen geschossen haben sollen.
Ein deutsch-französischer Fotojournalist erlag unterdessen den Verletzungen, die er bei Protesten am Freitag erlitten hatte. Seine Fotoagentur erklärte, der 32-Jährige habe am Freitag einen Tränengasgranate ins Gesicht bekommen und sei am Sonntag gestorben.
Die Gewalt in Tunis schien in der Nacht abzuflauen. Die Lage war ruhiger als in den Nächten zuvor, als Plünderer unterwegs waren und den Hauptbahnhof sowie mehrere Läden in Brand setzten. Über der Stadt kreisten Militärhubschrauber. In einigen Vierteln bewaffneten sich Bürger mit Stöcken und Knüppeln und bildeten spontan Milizen, um ihre Häuser zu schützen.
Ben Ali war am Freitag nach dem Volksaufstand gegen Korruption und steigende Arbeitslosigkeit außer Landes geflohen und hält sich nun in Saudi-Arabien auf. Am Samstag wurde Foued Mbazaa als neuer Übergangspräsident vereidigt. Es war der zweite Wechsel an der Spitze des nordafrikanischen Staates innerhalb von nur 24 Stunden. Erst am Vortag hatte Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi im Staatsfernsehen erklärt, er habe nach Ben Alis Flucht die Macht übernommen.
Quelle: dpa , dapd
querdenkerin schrieb:
am 16. Januar 2011 um 18:57:57
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Tunesien
Man sollte die Touristen mal fragen, wie die Hauptstadt von Tunesien heißt, wäre schon interessant zu wissen,wieviele richtige
Antworten kommen - oder nicht!
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querdenkerin schrieb:
am 16. Januar 2011 um 18:51:23
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Tunesien
Genau so ist es richtig: eine Diktatur mit Devisen unterstützen und dann, wenns brennt,auf Kosten der Steuerzahler wieder zurück
in die Heimiat, Bravo! Aber wen interessiert schon, welcher Diktator welche Menschen unterdrückt, Hauptsache der Urlaub ist billig, ein Sandstrand vorhanden und alles ander interessiert nicht. Jeder Tourist, der in einem dikatorisch regierten Staat Urlaub macht, sollte dort wohnen bleiben und sich an der dortigen Freiheit erfreuen, er kann ja zwischendurch "Baden gehen
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A.D. schrieb:
am 16. Januar 2011 um 18:48:21
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wie anspruchslos manche doch sind
Selber schuld wenn man in solchen Länder Urlaub macht!Was ist das denn für ein Urlaub?ZUsammengepfercht
in Bettenburgen und eingesperrt in der Hotelanlage!Sage immer das man in solche Länder nicht fharen sollte,aus diversen Gründen!Führe seit Jahrzehnten solche Diskussionen!Wenn man dann später Recht hat,z.B. Thailand(hatte ich immer gesag,das man da hun nicht auswandern sollte)will keiner der Besserwisser mehr was davon wissen!
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