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Fast 1000 Menschen verletzt

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Fast 1000 Menschen verletzt

03.06.2007, 08:11 Uhr

Bei den Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen gegen den G-8-Gipfel von Heiligendamm sind fast 1000 Menschen verletzt worden. Neben 433 Polizeibeamten wurden auch 520 Kundgebungsteilnehmer verwundet, wie Sprecher von Polizei und Demonstrations-Organisatoren am Sonntag mitteilten.

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Schwerverletzte auf beiden Seiten
Sie seien vor allem durch Schlagstockschläge der Polizei, Tränengas und Pfefferspray verletzt worden, darunter 20 schwer. Einige Demonstranten seien auch durch Steinwürfe von Randalierern verletzt worden. Die Polizei hatte zuvor berichtet, 30 Kollegen seien schwer verletzt. Die Schwerverletzten hätten Knochenbrüche, Bänderdehnungen und Schnittverletzungen erlitten, sagte der Polizeisprecher weiter. Zwei Beamte müssten stationär behandelt werden.


Ausschreitungen in Rostock"Den Krieg hineintragen"
Schwarzer Block
Demo-OrganisatorenPolizei trägt keine Schuld
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Merkel: durch nichts zu rechtfertigen
Die Bundesregierung verurteilte die massiven Krawalle scharf und stellte sich klar hinter das Vorgehen der Polizei. "Die Gewalt ist mit nichts zu rechtfertigen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag. Es seien "entsetzliche Bilder" gewesen.

Verständnis für friedliche Demonstranten
"Es gibt null Toleranz gegenüber gewalttätigen Demonstranten", sagte sie in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Im Sender n-tv zeigte sie zugleich Verständnis für die friedlichen Demonstranten und ihre Anliegen. "Sie geben uns wichtige Anregungen."

Schäuble: Prognosen "leider sehr zutreffend"
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sagte, die schockierenden Ausbrüche brutaler Gewalt seien entsetzlich und würden von der Bundesregierung verurteilt. Die Prognosen der Polizei zu möglichen Ausschreitungen seien "leider sehr zutreffend" gewesen. Der Schutz der friedlichen Versammlungen und des G8-Gipfels müssten höchste Priorität haben. Die Polizei habe sein volles Vertrauen.

Organisatoren verurteilen Krawalle
Auch die Organisatoren der Demonstration selbst verurteilten die Krawalle mehrheitlich. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Manfred Stenner vom Aktionsbündnis. Die Polizei habe sich an ihren Kurs der Deeskalation gehalten.

Die Hälfte der Gewalttäter kam aus dem Ausland
An den Krawallen waren nach Erkenntnissen der Polizei viele Ausländer beteiligt. Unter den festgenommenen Autonomen seien Bulgaren, Österreicher, Japaner, Schweden, Spanier, Franzosen und Russen gewesen. Insgesamt seien 2000 der 4000 gewaltbereiten Autonomen angereist.

Polizei drang "immer wieder" in Demonstration ein
Mitorganisator Stenner sprach von eigenen Fehlern. "Wir haben es versäumt, bis zum letzten Moment vorsichtig zu sein." Er gab aber auch der Polizei eine Teilschuld. Sie sei immer wieder in den Pulk der Demonstranten eingedrungen. Tim Laumeyer von der Gruppe Interventionistische Linke sagte, die Polizei habe von sich aus geprügelt und dadurch die Situation bewusst eskalieren lassen.

Innenminister: Deeskalation ist weiter richtig
Auch nach den Krawallen bei der Anti-G8-Demonstration in Rostock will Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier an der bisherigen Sicherheitsstrategie festhalten. "Die Strategie der Deeskalation ist richtig. Aber wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass sich unsere Befürchtungen bestätigt haben, dass es unter den vielen friedlichen Demonstranten Chaoten gibt, die kein Interesse haben an G8 oder den Problemen der Welt. Sie haben nur ein Ziel, Gewalt auszuüben", sagte der CDU-Politiker. Gegen Gewalttäter werde die Polizei weiter mit allen Mitteln des Rechtsstaats vorgehen.

Aufruf zum "Krieg" war angeblich Übersetzungsfehler
Der Aufruf zum "Krieg", mit dem ein Redner während der Krawalle am Samstag in Rostock die militante Szene angestachelt hatte, war nach Darstellung der Protest-Organisatoren ein Übersetzungsfehler. Der zitierte Redner Walden Bello habe in seiner englischsprachigen Rede dazu aufrufen wollen, gegen den Krieg im Irak zu protestieren, teilte die globalisierungskritische Organisation Attac am Sonntag mit.

"Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts"
In der deutschen Übersetzung wurde daraus: "Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts." Die Äußerung sei in diesem Zusammenhang missverständlich gewesen. Sie habe aber nicht auf Krawalle bei der Anti-G8-Demonstration abgezielt, betonte Attac.

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Quelle: dpa , AFP

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