Die Familie des Inzesttäters von Amstetten, Josef F., ist wenige Tage vor dem Prozess gegen den 73-Jährigen wieder in die Landesklinik Amstetten-Mauer gezogen. F.s Tochter und ihre sechs Kinder hatten hier nach ihrer Befreiung Ende April 2008 Schutz gefunden und waren monatelang von Psychologen auf ihre Rückkehr in die Freiheit vorbereitet worden.
Ein Sprecher der psychiatrischen Landesklinik bestätigte am Freitag, dass die Familie in dem von Sicherheitskräften bewachten Gelände Schutz gesucht habe. Das riesige Grundstück und die Eingänge werden von Sicherheitspersonal rund um die Uhr bewacht.
Es wird befürchtet, dass Paparazzi und Journalisten während des am Montag beginnenden F.-Prozesses in St. Pölten in Niederösterreich Jagd auf die Familie machen könnten, die Ende 2008 aus dem Klinikum an einen unbekannten Ort gezogen war. Die 42-jährige und die Kinder haben inzwischen auch ihre Identität geändert.
Experten: Journalisten wollen Bilder
Schon kurz nach ihrem Auszug aus der Klinik hatte das Londoner Boulevardblatt "Sun" ein erstes Foto der Tochter veröffentlicht, die von ihrem Vater 24 Jahre lang im Keller seines Hauses gefangen gehalten und regelmäßig von ihm missbraucht wurde. Experten gehen davon aus, dass zahlreiche der etwa 200 Journalisten, die über das Gerichtsverfahren gegen Josef F. berichten wollen, auch auf der Suche nach der Tochter und ihren Kindern sind.