Sarah Palin - immer für einen Lacher gut (Foto: dpa)Sarah Palin ist am Telefon einem franko-kanadischen Radio-Komiker auf den Leim gegangen, der sich als französischer Staatschef Nicolas Sarkozy ausgab. Die republikanische Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft merkte nicht, dass Marc-Antoine Audette sie aufs Glatteis führte.
In dem Gespräch vom Samstag, das auf der Internetseite der "Justiciers masqués" (maskierte Rächer) aus Québec zu finden ist, reagiert Palin enthusiastisch auf den Anruf des vorgeblichen Sarkozy: "Es ist so toll, Sie zu hören, danke, dass Sie uns anrufen. Wir haben Hochachtung vor Ihnen, John McCain und ich, wir lieben Sie", sagte die Gouverneurin von Alaska.
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"Wir haben einiges gemeinsam"
Als der Komiker ihr damit schmeichelte, dass sie eines Tages eine gute Präsidentin abgeben würde, lachte Palin und sagte: "Vielleicht in acht Jahren". In Anspielung auf Palins Aussage, sie sei kein Neuling in der Außenpolitik, weil man Russland von Alaska aus sehen könne, erklärte Audette: "Wir haben einiges gemeinsam." Er könne nach Belgien blicken.
Der Imitator hatte grobe Schnitzer eingebaut, die Palin eigentlich stutzig machen sollten, doch die US-Politikerin ließ sich von den Bemerkungen des Komikers nicht beirren. So sagte Audette, dass er den US-Wahlkampf genau beobachte und dazu einen Sonderberater an der Seite habe: Johnny Hallyday, den berühmten französischen Rock 'n' Roller. Zudem sprach er vom kanadischen Sänger Steph Carse als Ministerpräsidenten - doch der heißt Stephen Harper.
"Wir könnten zusammen viel Spaß haben"
Die begeisterte Jägerin plauderte mit Audette auch über die Gefahr, mit Vizepräsident Dick Cheney zu jagen. (Cheney schoss 2006 auf der Jagd versehentlich einen Freund mit seiner Schrotflinte an, Anm. der Red.) "Wir sollten zusammen auf die Jagd gehen", äußerte sich Palin aufgeschlossen für den französischen Charmeur. "Ich denke, wir könnten die Arbeit erledigen und zusammen viel Spaß haben - zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen." Palin lacht, als der Sarkozy-Imitator antwortet: "Also, ich liebe es ja, Tiere zu töten. Leben nehmen, das ist so lustig!"
"So heiß im Bett"
Auf die Lobeshymne des Anrufers auf das erfüllende Liebesleben mit der französischen First Lady Carla Bruni, die "so heiß im Bett" sei, reagierte Palin amüsiert. Er erklärte der US-Politikerin, seine Frau habe für sie einen Song über "Joe, den Klempner" geschrieben, der zuletzt im US-Wahlkampf als Otto-Normal-Verbraucher auftauchte.
"Oh, gut, danke, ja"
Weiter sagte der falsche Sarkozy Palin, er habe den "Dokumentarfilm" über sie sehr geschätzt und erwähnte dabei den Titel eines Pornofilms vom "Hustler"-Gründer Larry Flynt. Darauf sagte Palin etwas unsicher: "Oh, gut, danke, ja." Daraufhin enthüllte Audette seine wahre Identität. "Oh, wir wurden hereingelegt?" fragte Palin, bevor sie den Hörer einer Mitarbeiterin gab. Später äußerte sich Audette betreten: "Ich hoffe, wir bekommen dafür keine Fahrkarte nach Guantanamo."
Palins Sprecherin Tracey Schmitt bestätigte den Telefonscherz. Palin sei "ein bisschen belustigt" gewesen, zu wissen, dass auch sie nun zur langen Liste der Prominenten gehöre, die bei ähnlichen Gelegenheiten reingelegt wurden. Auch Sarkozy habe es schon erwischt. "C'est la vie" (So ist das Leben), sagte die Sprecherin.
Prominente Opfer
Audette sagte, dies sei sein bisher "explosivster Coup" gewesen. Es sei allerdings nicht leicht gewesen, an Palins Wahlkampfhelfern vorbei telefonisch zur Gouverneurin durchzudringen. Der Imitator hat zusammen mit seinem Partner Sebastien Trudel auch schon Mick Jagger, Bill Gates oder den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac reingelegt. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama sollte gegen Audette und Co. gewappnet sein: "Ich bin froh, dass wir unsere Anrufe prüfen, bevor wir das Telefon an Barack Obama weitergeben", sagte sein Sprecher zu Palins Missgeschick.