30.09.2011, 10:06 Uhr
Mirco-Mörder muss lebenslang hinter Gitter Der Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath ist vom Landgericht Krefeld zur Höchstrafe verurteilt worden.
Nach der Verurteilung des Mörders des zehnjährigen Mirco aus Grefrath zu lebenslanger Haft hat die Verteidigung Revision angekündigt. "Ich muss in Revision gehen," sagte der Verteidiger von Olaf H. sagte nach der Verhandlung vor dem Landgericht Krefeld. Er will jedoch zunächst noch die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.
Über die besondere Schwere der Schuld, die das Gericht festgestellt hatte, könne man streiten. Die Kammer habe diese aber "sehr gut begründet", so der Verteidiger. Bei seinem Mandanten habe er "ganz tief verwurzelte Reue festgestellt".
Das Landgericht Krefeld hatte Olaf H. zu lebenslanger Haft verurteilt und zugleich die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit wird der 45-Jährige das Gefängnis wohl frühestens im Rentenalter verlassen. Mircos Eltern verfolgten die Urteilsverkündung schweigend. Für sie sei der Richterspruch "ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Trauerarbeit", sagte die Anwältin der Nebenkläger, Gabriele Reinartz.
"Der Angeklagte entführte, missbrauchte und ermordete den zehnjährigen Mirco", sagte der Vorsitzende Richter Herbert Luczak in der Urteilsbegründung. "Wie es zu dieser Tat kommen konnte, hat sich verlässlich in dieser Verhandlung nicht klären lassen." Es gebe zwar Hinweise auf Sadismus als Motivation, beweisbar sei dies aber nicht gewesen.
Olaf H. hatte bei seinen Vernehmungen und vor Gericht zahlreiche Versionen der Tat geschildert. Vieles davon erwies sich als gelogen. In seinem Schlusswort hatte er erklärt: "Mir ist bewusst, was für eine schreckliche Tat ich begangen habe. Ich erwarte keine Vergebung." Zu seinem Motiv schwieg der bis zu seiner Tat unbescholtene Familienvater hartnäckig. "Dass die Frage nach den Motiven unbeantwortet bleibt, wird die Familie ein Leben lang begleiten", sagte Anwältin Reinartz.
Mirco war am 3. September vergangenen Jahres auf dem Nachhauseweg entführt worden. Fünf Monate später gestand der Manager aus Schwalmtal die Tat und führte die Ermittler zur Leiche des Kindes. Die Polizei hatte Olaf H.s Handy am Tattag im Umkreis des Tatorts geortet. Er fuhr einen Passat Kombi - ein Auto dieses Typs hatten Zeugen beobachtet. Die Polizei hatte daraufhin 2500 Autos überprüft, bis sie im Dienstwagen von Olaf H. Faserspuren von Mircos Kleidung entdeckte.
Bei seinen verschiedenen Angaben habe sich Olaf H. immer mehr dem tatsächlichen Ablauf angenähert, sagte der Richter. Er habe Mirco in der Dunkelheit aufgelauert, ihn vom Fahrrad geholt und ins Auto gezwungen. Fast eine halbe Stunde sei er mit dem verängstigten Kind durch die Dunkelheit gefahren - eine Leidensfahrt für den Jungen.
An einer einsamen Stelle im Wald hielt der 45-Jährige an, verging sich an dem Jungen und erdrosselte ihn - aus Sicht des Gerichts, um die vorherigen Taten zu verdecken. Auf dem Heimweg seien ihm Zweifel gekommen, ob der Junge tatsächlich tot war. Olaf H. sei umgekehrt und habe dem bereits toten Jungen mit voller Wucht ein Messer in den Hals gestoßen.
Die Angaben des Angeklagten, dass ihn ein heftiger Streit mit seinem Chef vor der Tat aus dem Gleichgewicht gebracht habe, seien völlig unglaubwürdig, sagte der Vorsitzende Richter. Ein Gutachter hatte den bis dahin unbescholtenen Familienvater als voll schuldfähig eingestuft. Er sei hochintelligent und vermutlich ein sadistisch-perverser Täter.
Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese Entscheidung habe sich das Gericht nicht leicht gemacht, und sie habe nichts mit öffentlichen Erwartungen zu tun, betonte Luczak. Anklägerin Silke Naumann hatte in ihrem Plädoyer gesagt, der Angeklagte habe mit seinen diversen Lügen und Geständnisversionen seinen perfiden Charakter gezeigt. Die besondere Schwere der Schuld verlängert die Haftdauer in der Regel um fünf bis sechs Jahre.
Um Mirco zu finden, hatte die Polizei eine der größten Suchaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik gestartet. 1000 Polizisten durchkämmten mehrfach Felder und Wälder bei Grefrath am Niederrhein. Auch die Bundeswehr half mit Tornados bei der Suche.
Quelle: dapd , dpa
Hans schrieb:
am 29. September 2011 um 19:23:28
(63)
(11)
Mirco
Wenn das so klar ist habe ich nichts gegen die Todesstrafe.
Kommentar melden
chess schrieb:
am 29. September 2011 um 19:21:16
(32)
(48)
Mirko's Eltern
als die am schwersten Betroffenen haben offenbar mehr menschliche Grösse als viele hier im Forum: Von Forderungen nach
Todesstrafe etc. sind sie offenbar als Christen nicht überzeugt. Also nehmt euch ein Beispiel und respektiert die Menschenwürde, die auch einem Mörder nicht genommen werden darf. Oder geht 'rüber in die USA, wo in manchen Staaten Täter mit Tierarzneimitteln zu Tode gequält werden. Rick Perry lässt grüssen !
mehr
Kommentar melden
boh ej schrieb:
am 29. September 2011 um 19:09:26
(13)
(42)
Comments
LmaA, was lese ich hier für Kommentare von der Straße, Pöbel, denen nix passiert ist, außer von der Presse und ihrem eigene
unsortieren Hirn bekloppt gemacht wurden. Habt ihr ne Knarre in den Flossen, ihr drückt auch ab. Ihr seid noch schlimmer, weil ihr ja zu wissen scheint, was ihr sagt. Der Typ ist krank, weg mit ihm aber nicht so, wie bei Adolf !! Darauf brauch ich en Bier.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de