06.09.2011, 13:04 Uhr
Der Angeklagte Olaf H. vor dem Krefelder Landgericht (Quelle: dpa)
Der mutmaßliche Mörder des kleinen Mirco hat erstmals im Prozess ausführlich zum Geschehen vor der Tat Stellung genommen. Zeugen vor Gericht hatten Olaf H. aus der Reserve gelockt. Die Frage ist, ob Probleme am Arbeitsplatz bei seiner schrecklichen Tat eine Rolle gespielt haben.
Er habe sich am Tattag frei genommen, weil seine Tochter krank gewesen sei, sagte der damalige Manager vor dem Krefelder Landgericht. Dennoch habe ihn sein Chef an jenem Freitag angerufen und einen neuen Statusbericht über ein Projekt von ihm verlangt.
Als er ihn daran erinnert habe, dass er frei habe und sich um seine kranke Tochter kümmern müsse, sei der Vorgesetzte ausfallend geworden: "Es ist mir scheißegal, was mit deiner blöden Tochter ist", habe er gesagt. Er habe dann das Telefonat beendet und den Bericht angefertigt, sagte der 45-Jährige. Der Vorsitzende Richter Herbert Luczak zeigte sich verwundert, dass der Angeklagte erst jetzt mit Details des Telefonats aufwartete.
Olaf H. hatte in seinem Geständnis bei der Polizei angegeben, Mirco umgebracht zu haben, um beruflichen Stress und Druck abzureagieren. Eine Ex-Kollegin sagte aus, der Beschuldigte habe ständig mit kuriosen Ausreden Termine platzen lassen. So habe er in kurzer Zeit zweimal seine Abwesenheit mit Fehlgeburten seiner Frau begründet.
Daraufhin ergriff der Angeklagte das Wort und betonte, dass es sich nicht um Ausreden gehandelt habe: Seine Frau sei nach einer künstlichen Befruchtung mit Zwillingen schwanger gewesen. Beide Föten habe sie nacheinander verloren. Danach sei sie psychologisch betreut worden.
Mehrere Ex-Kollegen sagten, dass Olaf H. als Manager überfordert gewesen sei. Zu dieser Zeit sei es Olaf H. "richtig mies" gegangen. Die Vorgesetzten hätten ihm nicht mehr zugetraut, seinen Job zu machen. Dies sei auch der Grund für seinen Wechsel innerhalb des Unternehmens gewesen, der zur Tatzeit bereits feststand. "Der Olaf hat sich zu viel zugemutet", sagte ein ehemaliger Vorgesetzter.
"Man sah ihm an, dass er gestresst war", sagte eine Kollegin. Sein damaliger Vorgesetzter in München sei kein einfacher Chef gewesen und schon mal polternd. Olaf H. sei "an seine Grenzen gestoßen" und unglücklich mit der Situation gewesen, sagte ein 41-jähriger Kollege. Er habe ihm zum Wechsel geraten, weil Projektergebnisse "katastrophal" gewesen seien. Der Angeklagte sei auch zu einem "Personalgespräch" in eigener Sache nach München geflogen.
Schon zuvor war der damalige Manager von seinen Kollegen sehr unterschiedlich beurteilt worden: Die Zeugenaussagen variierten zwischen "nett, lustig und hilfsbereit" bis "Blender, Lügner, unsympathisch, machtbewusst und eiskalt".
Auch über die Frage, wie sehr der Angeklagte zur Tatzeit unter Stress stand, gingen die Meinungen auseinander. Während Kollegen von "extremem Druck" berichteten, beschrieben andere den 45-Jährigen als faul und unzuverlässig. Dagegen sagte eine Kollegin: "Ich habe ihn als kompetenten Chef erlebt."
Olaf H. hat die Tat zwar gestanden, sich aber in Widersprüche verwickelt. Mirco wurde am 3. September 2010 auf dem Nachhauseweg entführt und ermordet. Fünf Monate danach nahmen die Ermittler den bis dahin unbescholtenen Familienvater in Schwalmtal fest. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung eines sexuellen Missbrauchs vor.
Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt. Dann sollen die Vorgesetzten von Olaf H. als Zeugen gehört werden. Mit dem Urteil wird Ende September gerechnet.
Quelle: dpa , dapd
erbsekopp schrieb:
am 6. September 2011 um 16:36:32
(14)
(5)
Fall Mirc
Füri so eine Tat gibt es keine Entschuldigung. Für alle Täter die sich an Kindern oder Frauen vergehen, müßte es eine Insel
geben, wo man sie alle per Hubschrauber abwirft. Ein bisschen Verpflegung und den Rest müssen sie selber machen. Da können sie sich mit den anderen die Köpfe einschlagen. Der Staat (also wir alle) haben viel Geld gespart. Die Insel muss aber weitab vom Festland sein, dass es keine Möglichkeit zum fliehen gibt. Aber immer nur, wenn 100% die Tat bewiesen ist.
mehr
Kommentar melden
Müscher schrieb:
am 6. September 2011 um 16:32:51
(18)
(3)
viel Federlesens
Bisschen viel Federlesens nach meinem Geschmack! Man gewinnt den Eindruck als würde nach Rechtfertigungen für die
unfassbare Tat gesucht. Dabei ist es doch völlig gleichgültig, wie ex-Kollegen den Täter beurteilen und ob er Stress hatte oder nicht! Es kann keine entlastenden Umstände geben!
mehr
Kommentar melden
Realist schrieb:
am 6. September 2011 um 16:24:45
(24)
(3)
Kindermörder
Wenn jeder, der Stress im Beruf hat, mildernde Umstände bekommt, wenn er ein Kind missbraucht und anschliessend umbringt, dann
armes Deutschland. Den Kerl muss man für immer weg sperren. Es gibt keinen Grund der rechtfertigt andere Menschen zu töten. Besser wäre es Aug um Auge... usw... Aber nein, der kommt in ein paar Jahren wieder raus und kann alle wiederholen...Super!!
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de